SpaceX Aktie: 13,6-Prozent-Einbruch nach Quartalszahlen

SpaceX übertrifft Umsatzerwartungen, verzeichnet aber einen massiven Anstieg der Investitionsausgaben. Die Aktie reagiert volatil, während Analysten das Potenzial unterschiedlich bewerten.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz steigt um 92 Prozent
  • Verlust geringer als erwartet
  • Investitionsausgaben versechsfachen sich
  • Analysten uneins über Kursentwicklung

SpaceX hat mit den ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen sowohl überzeugt als auch verschreckt. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 7,8 Milliarden Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 6,9 Milliarden Dollar.

Der Verlust je Aktie fiel mit 9 Cent deutlich geringer aus als die erwarteten 26 Cent. Parallel verkündete das Unternehmen eine Partnerschaft mit Nvidia im Bereich Rechenzentrum-Chips.

Trotz der auf den ersten Blick starken Zahlen reagierten die Anleger zunächst mit Verkäufen. Die Aktie brach nach der Vorlage um 13,6 Prozent ein, weil Investoren sich auf die Investitionsausgaben konzentrierten, die mehr als sechsfach auf rund 18,4 Milliarden Dollar in die Höhe schossen.

Die KI-bezogenen Ausgaben belasteten die Stimmung zusätzlich. Reuters berichtete, dass das starke Umsatzwachstum vor allem auf das Satelliteninternet-Geschäft Starlink sowie die KI-Sparte zurückgehe – Unternehmensvertreter machten aber deutlich, dass die Ausgabenoffensive hinter diesen Ambitionen noch längst nicht abgeschlossen sei.

Optionsmarkt erwartete Milliardenausschlag

Wie stark die Nervosität rund um die erste Zahlenvorlage war, zeigte sich auch am Optionsmarkt: Reuters berichtete, Händler hätten sich auf eine Kursschwankung von rund 225 Milliarden Dollar beim Unternehmenswert eingestellt. Diese Größenordnung unterstreicht, wie sensibel der Markt auf die Bilanz eines Unternehmens reagiert, das erst seit kurzem an der Börse notiert ist und dessen Bewertung stark von künftigen Wachstumsversprechen abhängt.

Nach dem Ausverkauf begann sich das Blatt zu wenden. Die Ratingagentur Argus stufte die Aktie am 7. August hoch – laut CNBC mit der Begründung, die KI-Investitionen würden sich auszahlen und Anleger sollten nicht gegen Elon Musk wetten. Drei Tage später sprang der Kurs um 4 Prozent und schloss damit erstmals seit Wochen wieder über dem Ausgabepreis von 135 Dollar.

Volatilität bleibt hoch, Analysten uneinig über Kursziel

Auch am Markt selbst zeigt sich das Nachbeben der Berichtssaison deutlich: Nach einem Kursplus von 23,63 Prozent auf Wochensicht stand am gestrigen Dienstag ein Tagesverlust von 3,57 Prozent auf 115,54 Euro zu Buche, während sich der Kurs auf Monatssicht um 5,30 Prozent zurückzog. Die 30-Tage-Volatilität von 88,03 Prozent signalisiert, dass die Aktie weiterhin zu deutlichen Ausschlägen in beide Richtungen neigt.

Deutsche Bank Research bestätigte am 10. August ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 235 Dollar, wie ein Bericht von dpa-AFX zitierte. Die Bank sieht damit trotz der jüngsten Turbulenzen erhebliches Aufwärtspotenzial.

Für Anleger bleibt die Gemengelage anspruchsvoll: Auf der einen Seite stehen ein kräftiges Umsatzwachstum und optimistische Analystenstimmen, auf der anderen eine massiv steigende Investitionslast, die das Vertrauen in kurzfristige Profitabilität belastet.

Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro beträgt weiterhin deutliche 40,58 Prozent, während der Kurs gut 26,91 Prozent über dem Tief von 91,04 Euro liegt – ein Zeichen dafür, dass sich die Aktie seit dem Ausverkauf zwar erholt hat, von früheren Höchstständen aber noch entfernt bleibt.

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