SpaceX Aktie: 138,74 Dollar über Ausgabepreis

SpaceX-Papier kehrt über den Emissionspreis zurück, während Privatanleger erstmals verkaufen. Analysten bleiben gespalten, die Quartalszahlen zeigen Rekordumsatz bei hohem Nettoverlust.

Die Kernpunkte:
  • Erstmals wieder über IPO-Preis
  • Privatanleger drehen auf Verkaufsseite
  • Analysten uneins über Kursentwicklung
  • Rekordumsatz bei Milliardenverlust

Am Montag kehrte die SpaceX-Aktie an der Nasdaq erstmals seit dem 16. Juli über ihren Ausgabepreis von 135 Dollar zurück. Das Papier schloss bei 138,74 Dollar, ein Plus von 4,2 Prozent. Im deutschen Handel notiert die Aktie an diesem Dienstag bei 118,52 Euro und gibt leicht nach.

Vom Rekordhoch, das im Juni markiert wurde, trennen sie inzwischen 39,05 Prozent – zum jüngsten Tief Anfang August beträgt der Abstand dagegen 30,18 Prozent. Die Erholung fällt also in eine Phase, in der die Aktie zwar deutlich unter ihren Höchstständen bleibt, sich vom Tief aber spürbar gelöst hat.

Kleinanleger kippen erstmals ins Verkaufslager

Der Rückeroberung des IPO-Kurses ging ein turbulenter Monat voraus. Am 6. August lief die erste Lock-up-Frist seit dem Börsengang vom 12. Juni aus, wodurch 911,5 Millionen zusätzliche Aktien handelbar wurden.

Der frei handelbare Anteil stieg dadurch von 638,9 Millionen Aktien (4,9 Prozent) auf 1,55 Milliarden Aktien (11,9 Prozent). Ausgerechnet in dieser Phase drehte das Verhalten der Privatanleger: Am 7. August verkauften sie laut Vanda Research erstmals seit dem Börsengang per Saldo Aktien im Wert von netto 4,5 Millionen Dollar.

Zuvor hatten sie noch kräftig zugegriffen, etwa am 5. August nach einem Kursrutsch von 13,6 Prozent – einer der größten Einzelkauftage überhaupt, übertroffen nur vom 16. Juni mit 144,6 Millionen Dollar Nettokäufen.

Der eToro-Analyst Sam North wertete den Umschwung als Gewinnmitnahme, nicht als Panikverkauf. Institutionelle Adressen zeigten sich von der Skepsis der Privatanleger unbeeindruckt: Cathie Woods ARK Invest kaufte am Freitag weitere Anteile zu.

Analysten zwischen Kursfantasie und Warnung

An der Wall Street gehen die Meinungen auseinander. Die Deutsche Bank sieht laut Analyst Edison Yu einen realistischen Weg zu einem annualisierten Umsatz von 100 Milliarden Dollar bis Ende 2026 – getragen vom Wachstum der Neocloud-Sparte, des Starlink-Geschäfts und neuer KI-Verträge.

Yu bestätigte seine Kaufempfehlung mit Kursziel 235 Dollar. Morgan Stanley schlug demgegenüber deutlich vorsichtigere Töne an: Die Bank richtete eine unmissverständliche Warnung an Anleger, nachdem durch den Lock-up-Ablauf mehr als 900 Millionen zusätzliche Aktien in den Markt gelangt sind – trotz eines langfristigen Kursziels von 300 Dollar.

Der Analystenkonsens bleibt insgesamt bei „Moderate Buy“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 229,33 Dollar. Ein weiteres Haus stufte die Aktie zuletzt lediglich auf „Hold“ herauf, verwies dabei aber auf ein Handelsvolumen deutlich über dem Durchschnitt als Zeichen erhöhten Anlegerinteresses.

Rekordumsatz trifft auf Milliardenverluste

Getragen wird die Erholung auch von den jüngsten Quartalszahlen. SpaceX steigerte den Umsatz im zweiten Quartal auf 7,8 Milliarden Dollar, ein Plus von rund 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr, blieb aber mit einem Nettoverlust von 541 Millionen Dollar in den roten Zahlen.

Die Investitionsausgaben summierten sich im Quartal auf 18,4 Milliarden Dollar, davon flossen 15,8 Milliarden Dollar in den Ausbau des KI-Geschäfts. Podcast-Kommentator Steve Eisman bezeichnete den Bericht als „sehr gemischt“ und beschrieb die Aktionärsbasis pointiert als „Believers, not Investors“.

Parallel dazu sorgte ein weiterer Vorgang für Schlagzeilen: Die US-Börsenaufsicht SEC verklagte am Montag die Investmentfirma Adit Ventures sowie deren Geschäftsführer Eric Munson wegen mutmaßlichen Betrugs bei Pre-IPO-Anteilen an SpaceX und Klarna zwischen 2019 und 2024. Der Fall wurde ohne Schuldanerkenntnis verglichen, Munson weist die Vorwürfe zurück.

Für die Kursentwicklung dürfte jedoch die Frage entscheidender bleiben, ob sich die Rückkehr über den Ausgabepreis angesichts des wachsenden Aktienangebots als tragfähig erweist.

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