SpaceX Aktie: 1,6-Milliarden-Auftrag für 18 Starts

Trotz Rekordstarts und 1,6-Milliarden-Auftrag des Pentagons verliert die SpaceX-Aktie massiv an Wert. Analysten sehen neue Geschäftsfelder vom Markt ignoriert.

Die Kernpunkte:
  • Rekordflug mit Spionagesatellit erfolgreich
  • Neuer Wiederverwendungsrekord für Falcon-9
  • 1,6-Milliarden-Auftrag von US Space Force
  • Aktie nahe 52-Wochen-Tief gefallen

SpaceX startet Raketen im Rekordtempo. Der Konzern sammelt Milliardenaufträge vom Pentagon ein. Trotzdem verliert die Aktie an der Börse fast ein Drittel ihres Wertes binnen eines Monats. Diese Kluft zwischen operativem Erfolg und Börsenkurs beschäftigt Investoren gerade mehr als jede einzelne Mission.

Rekordflug und Spionagesatellit als Erfolgsbeweis

Am Donnerstag brachte SpaceX die NROL-95-Mission für den US-Geheimdienst National Reconnaissance Office ins All. Die Falcon-9-Rakete startete um 3:10 Uhr Ortszeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral. Die erste Stufe mit der Kennung B1096 landete danach sicher auf der Landing Zone 2 – bereits ihr siebter erfolgreicher Flug.

Am heutigen Freitagabend folgt der nächste Meilenstein. Vom Weltraumbahnhof Vandenberg aus soll eine Falcon-9-Booster zum 26. Mal ins All fliegen und damit einen neuen Wiederverwendungsrekord aufstellen. An Bord: 24 weitere Starlink-Satelliten für ein Netzwerk, das bereits über 10.800 aktive Einheiten im Orbit umfasst.

Pentagon vertraut auf SpaceX – mit 1,6 Milliarden Dollar

Die Erfolge in der Luft schlagen sich auch in den Auftragsbüchern nieder. Diese Woche vergab die US Space Force einen Auftrag über 1,6 Milliarden Dollar an SpaceX. Der Konzern soll bis 2027 insgesamt 18 Falcon-9-Starts durchführen.

Die Missionen gehören zum Programm National Security Space Launch Phase 3. Sie unterstützen kritische Infrastruktur wie das Space Data Network und satellitengestützte Zielerfassungssysteme. Analysten heben hervor: Zwischen Anforderung und Zuschlag vergingen nur zwei Monate. Das zeigt, wie sehr sich das Militär inzwischen auf SpaceX als schnellen Partner verlässt.

Der Markt bewertet neue Geschäftsfelder mit null

Die Aktie notiert aktuell bei 98,25 Euro und legt am Freitag leicht um 0,73 Prozent zu. Der Blick auf den Monat zeigt jedoch das eigentliche Bild: Der Kurs ist um 29 Prozent eingebrochen und liegt fast 50 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro.

Analysten von Morgan Stanley bringen eine bemerkenswerte These ins Spiel. Der Ausverkauf hat die Bewertung auf ein Niveau gedrückt, bei dem der Markt SpaceX‘ neue Geschäftsfelder faktisch mit null bewertet. Gemeint sind vor allem die Pläne für orbitale KI-Rechenzentren und die Integration von Grok. Anleger scheinen sich derzeit ausschließlich auf Raketenstarts und Starlink zu konzentrieren – alles andere zählt an der Börse offenbar nicht.

Der RSI von 33,8 signalisiert eine Aktie nahe der überverkauften Zone. Das unterstreicht, wie stark die Stimmung gegen SpaceX gedreht hat, seit der Börsengang zurückliegt.

Quartalszahlen und Lock-up als nächste Prüfsteine

Die kommende Woche wird zum Test für das Vertrauen der Anleger. Am Dienstag, den 4. August, veröffentlicht SpaceX die Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026. Im Fokus steht dabei die Frage, wie der Konzern den Verlust von 4,9 Milliarden Dollar bei 19 Milliarden Dollar Umsatz aus dem Vorjahr einordnet.

Parallel dazu läuft Anfang August eine Lock-up-Frist für Insider-Aktien aus. Größere Aktienpakete könnten dann zusätzlich auf den Markt drücken. Mit einem Abstand von nur 4,35 Prozent zum 52-Wochen-Tief bei 94,15 Euro bewegt sich die Aktie bereits jetzt in unmittelbarer Nähe ihrer Jahrestiefststände.

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