SpaceX Aktie: 196 Millionen Aktien leerverkauft

Hohe Leerverkaufsquote und bevorstehende Nasdaq-100-Aufnahme heizen Spekulationen auf einen Short Squeeze bei SpaceX an.

Die Kernpunkte:
  • Short-Interesse steigt auf 31 Prozent
  • Nasdaq-100-Aufnahme erzwingt Fondskäufe
  • Starlink verdoppelt Abonnentenzahl
  • KI-Sparte schreibt tiefrote Zahlen

Wetten gegen SpaceX erreichen einen Rekordwert. Gleichzeitig steht die Aktie kurz davor, in einen der wichtigsten Indizes der Welt aufgenommen zu werden. Diese Mischung aus massivem Short-Interesse und garantierten Käufen durch Indexfonds sorgt für eine explosive Ausgangslage.

Der Leerverkaufsanteil an SpaceX-Aktien ist innerhalb einer Woche von 13 auf 31 Prozent des handelbaren Streubesitzes gestiegen. Das entspricht rund 196 Millionen Aktien. Laut Daten des Analysehauses Ortex bedeutet das: Jede Kursbewegung von einem Dollar verschiebt aktuell 200 Millionen Dollar zwischen Gewinn und Verlust der Leerverkäufer.

Noch vor Kurzem sah die Rechnung für die Shorts gut aus. Als die Aktie Richtung 153 Dollar fiel, saßen sie auf Buchgewinnen von 2,5 Milliarden Dollar. Die Erholung Richtung 160 Dollar hat daraus einen Verlust von etwa 760 Millionen Dollar gemacht.

Nasdaq-100-Aufnahme zwingt Fonds zum Kauf

Der entscheidende Termin heißt 7. Juli. Dann nimmt die Nasdaq SpaceX per Schnellverfahren in ihren 100er-Index auf. Nur 25 Tage nach dem Börsengang am 12. Juni ist das ungewöhnlich schnell.

Die Aufnahme zwingt passive Indexfonds zum Kauf, ob sie wollen oder nicht. J.P. Morgan und BNP Paribas schätzen das Volumen auf rund 4,3 Milliarden Dollar. Andere Prognosen gehen von 7 bis 10 Milliarden Dollar aus. Das gilt selbst unter der Annahme, dass SpaceX wegen modifizierter Marktkapitalisierungsregeln zunächst mit unter einem Prozent Indexgewicht startet.

Genau diese Konstellation nährt Spekulationen auf einen Short Squeeze. Steigt der Kurs durch die Fondskäufe weiter, müssen viele Leerverkäufer ihre Positionen eindecken. Das würde den Kurs zusätzlich treiben. Die Kreditkosten fürs Leerverkaufen liegen derzeit bei niedrigen rund einem Prozent — ein Squeeze wäre also vergleichsweise günstig zu tragen, aber auch leicht auszulösen.

Starlink liefert Gewinn, KI-Sparte verbrennt Kapital

Hinter der technischen Dramatik steht ein Unternehmen mit zwei sehr unterschiedlichen Geschäftsfeldern. Starlink hat seine Abonnentenzahl im ersten Quartal 2026 im Jahresvergleich auf 10,3 Millionen verdoppelt. Für das Gesamtjahr 2025 erzielte das Segment 11,4 Milliarden Dollar Umsatz und einen operativen Gewinn von 4,42 Milliarden Dollar.

Die KI-Sparte zeichnet ein anderes Bild. Bei 3,2 Milliarden Dollar Umsatz stand 2025 ein operativer Verlust von 6,4 Milliarden Dollar zu Buche. SpaceX investiert trotzdem weiter: Ein neuer Deal mit Reflection AI im Volumen von 6,3 Milliarden Dollar soll ab dem 1. Juli monatlich 150 Millionen Dollar Umsatz bringen. Dazu kommt eine bestehende Vereinbarung mit Alphabet über 920 Millionen Dollar pro Monat, die im Oktober startet.

Analysten uneins über die Bewertung

Bei einer Marktkapitalisierung von rund 2,1 Billionen Dollar handelt SpaceX etwa zum 41-fachen des für 2026 erwarteten Umsatzes. Diese Bewertung spaltet die Wall Street deutlich.

Wedbush startet die Coverage mit „Outperform“ und einem Kursziel von 190 Dollar. Morningstar hält dagegen an „Sell“ fest und beziffert den fairen Wert auf lediglich 63 Dollar. Als Begründung nennt Morningstar die seit Firmengründung aufgelaufenen Verluste von 41,3 Milliarden Dollar.

Der nächste fundamentale Prüfstein folgt am 6. August. Dann legt SpaceX als börsennotiertes Unternehmen seinen ersten Quartalsbericht vor. Bis dahin dürfte der Markt vor allem auf den 7. Juli und die Frage schauen, wie viel von den erwarteten Milliarden-Zuflüssen tatsächlich fließt — und ob die überdehnten Short-Positionen dem Druck standhalten.

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