SpaceX Aktie: 20 Starlink-Satelliten im Testflug
Trotz erfolgreichem Satellitenstart mit Starship fällt die SpaceX-Aktie auf ein neues Jahrestief. Der Markt fokussiert sich auf die holprige Landung des Boosters.

- Starship setzt erstmals Starlink-Satelliten aus
- Booster-Landung gelingt nur teilweise
- Aktie fällt auf neues Jahrestief
- Quartalszahlen am 4. August erwartet
Ein Starship-Test mit Licht und Schatten konnte den Ausverkauf bei SpaceX nicht stoppen. Die Aktie fiel am Freitag auf ein neues Jahrestief, obwohl das Raumfahrtunternehmen kurz zuvor erstmals operative Satelliten mit dem Riesenraketensystem ins All gebracht hatte. Der Markt reagierte nicht auf den technischen Erfolg, sondern auf eine holprige Landung.
Oberstufe glänzt, Booster strauchelt
Der dritte Startversuch am 24. Juli gelang. Zum ersten Mal setzte Starship 20 Starlink-Satelliten im suborbitalen Flug aus, alle nahmen Kontakt zur Bodenstation auf. Für die Version 3 des Systems war es der zweite Testflug – und ein deutlich besserer als im Mai, als mehrere Triebwerksausfälle die Rakete ausbremsten.
Die Oberstufe lieferte dabei die beste Vorstellung ihrer Geschichte. SpaceX-Sprecher Dan Huot nannte die Wasserung im Indischen Ozean „die sanfteste Landung, die Starship je hingelegt hat“.
Der Booster tat sich schwerer. Bei der Landung im Golf von Mexiko zündeten nur zehn der vorgesehenen Raptor-Triebwerke, zwei davon schalteten sich Sekunden später wieder ab. Die Folge: eine harte Wasserung statt einer kontrollierten Landung. Bereits der erste Startversuch am 16. Juli war gescheitert – die Flugsoftware brach den Countdown bei T-0 automatisch ab, weil vier Triebwerke die Startparameter nicht erfüllten.
Aktie rutscht schon vor dem Start ab
Der Kursverfall begann bereits vor dem Testflug. SpaceX-Aktien schlossen am Freitag bei 101,18 Euro, ein Minus von 2,60 Prozent an einem einzigen Tag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 6,61 Prozent zu Buche, über 30 Tage summiert sich der Verlust auf 25,71 Prozent.
Damit liegt der Kurs 47,97 Prozent unter dem Rekordhoch von 194,46 Euro, das die Aktie erst am 16. Juni erreicht hatte. Zum 52-Wochen-Tief vom 23. Juli fehlen nur noch 3,73 Prozent. Ein RSI-Wert von 33,9 signalisiert eine Aktie, die sich der überverkauften Zone nähert – ein Hinweis darauf, dass der Abwärtsdruck an Kraft verlieren könnte, aber keine Garantie für eine Trendwende.
Der Blick richtet sich auf den 4. August
Die eigentliche Bewährungsprobe steht noch bevor. Am 4. August legt SpaceX zum ersten Mal seit dem Börsengang im Juni Quartalszahlen vor – für viele Investoren der nächste wichtige Anhaltspunkt, um das Unternehmen einzuordnen.
Die britische Großbank HSBC hat als erstes namhaftes Institut ihre Einschätzung abgegeben. Am Freitag startete sie die Coverage mit einem Kursziel von 115 Dollar und der Einstufung „Hold“ – ein Ziel, das sogar unter dem Schlusskurs vom Vortag lag. Die Bank rechnet bis 2027 mit anhaltenden GAAP-Verlusten und erwartet einen positiven freien Cashflow frühestens 2030. Bis dahin dürfte SpaceX kumulativ rund 106 Milliarden Dollar an Kapital verbrennen.
JPMorgan-Analyst Seth Seifman zeigt sich ähnlich zurückhaltend. Aus dem 13. Testflug lasse sich viel lernen, so Seifman, doch Fortschritte und Rückschläge dürften sich abwechseln – schließlich plant SpaceX für kommendes Jahr Dutzende Starship-Starts, 2028 sollen es bereits Hunderte werden.
Für SpaceX-Aktionäre trifft damit ein technisch durchwachsener Raketentest auf eine überverkaufte Kurslage und einen anstehenden ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen. Der 4. August wird zeigen, wie das Management die Ausgaben für das ambitionierte Starship-Programm gegenüber den ersten öffentlichen Investoren rechtfertigt.
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