SpaceX Aktie: 24,6 Milliarden Dollar gegen Rekord-Short
SpaceX-Aktie fällt auf Jahrestief, während Shortseller Rekordpositionen aufbauen. Quartalszahlen und Lock-up-Ende könnten die Kursrichtung bestimmen.

- Kursverlust von 32 Prozent im Monatsverlauf
- Shortquote erreicht 34 Prozent des Streubesitzes
- Lock-up-Freigabe von 911,5 Millionen Aktien erwartet
- Analysten bleiben trotz Kursrutsch optimistisch
SpaceX-Aktien fielen am Freitag um 3,48 Prozent auf 93,96 Euro. Damit büßte das Papier binnen eines Monats rund 32 Prozent ein. Der Kurs liegt nur noch knapp über seinem Jahrestief von 93,41 Euro und mehr als die Hälfte unter dem Rekordhoch von 194,46 Euro aus dem Juni.
Hinter dem Ausverkauf steckt eine der größten Wetten gegen eine Einzelaktie an der Wall Street. Leerverkäufer haben ihre Positionen massiv ausgebaut, und zwei Ereignisse in dieser Woche könnten zeigen, ob die Wette aufgeht.
Short-Seller wetten größer als gegen Tesla
Laut S3 Partners lag der Anteil leerverkaufter SpaceX-Aktien Ende Juli bei 219,3 Millionen Stück. Das entspricht etwa 34 Prozent der frei handelbaren Aktien. Noch Mitte Juni waren es lediglich 23,3 Millionen Aktien gewesen.
Der Marktwert dieser Shortpositionen liegt bei 24,6 Milliarden Dollar. Damit übersteigt die Wette gegen SpaceX sogar die Shortpositionen gegen Tesla, das andere große Unternehmen von Elon Musk. Sam Pierson, Research-Direktor bei S3 Partners, bringt die Logik der Leerverkäufer auf den Punkt: Die große Wette laufe auf die bevorstehende Lock-up-Freigabe. Niemand rechne damit, dass die Quartalszahlen positiv genug ausfallen, um die Welle neu handelbarer Aktien aufzufangen.
Auch der Datenanbieter Ortex bestätigt den Trend. Rund 196 Millionen SpaceX-Aktien waren demnach Ende Juli leerverkauft, etwa 31 Prozent des Streubesitzes. Beim Börsengang lag dieser Anteil noch zwischen 5 und 7 Prozent.
Zwei Termine, ein Risiko
Am 4. August legt SpaceX nach Börsenschluss seine ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen vor. Analysten, die von TipRanks befragt wurden, blicken vor allem auf drei Bereiche. Bei Starlink geht es um das Nutzerwachstum, nachdem der Dienst Anfang 2026 die Marke von 10 Millionen aktiven Kunden überschritten hat. Im KI-Segment, zu dem X, Grok, Cursor und das Vermietungsgeschäft für Rechenzentrums-Kapazitäten zählen, erwarten Analysten einen deutlichen Umsatzsprung. Große Tech-Konzerne wie Anthropic und Alphabet bauen ihre Infrastruktur-Mietzahlungen aus.
Zwei Handelstage später verschärft sich die Lage zusätzlich. Am 6. August läuft die erste Lock-up-Frist seit dem Börsengang aus. Dann werden rund 911,5 Millionen Aktien von Frühinvestoren, Managern und Insidern handelbar, ein Aktienpaket im Wert von etwa 116 Milliarden Dollar. Aktuell sind lediglich rund 640 Millionen Aktien frei handelbar, etwa 5 Prozent aller ausstehenden Anteile. Nach der Freigabe verdoppelt sich dieser Anteil laut S3 Partners auf etwa 12 Prozent.
Analysten bleiben trotz Kursverfalls optimistisch
Die Wall Street hält trotz des Absturzes größtenteils an ihrer positiven Einschätzung fest. Seit dem Börsengang stehen 23 Kaufempfehlungen sechs Halten-Einstufungen und einem Verkaufsrating gegenüber, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 239,04 Dollar. S&P Global kommt mit 34 befragten Analysten zu einem ähnlichen Bild: eine Kaufempfehlung im Konsens und ein Mittelwert von 236,71 Dollar. Die Spanne der Einzelschätzungen reicht dabei von 62 bis 800 Dollar.
Pierson nennt drei Faktoren, die Anleger über das laufende Jahr hinaus im Blick behalten sollten. Am nächsten liege die Lock-up-Leiter mit weiteren Freigabeterminen. Danach folge die mögliche Aufnahme in den S&P 500, die wegen der Wartefristen frühestens Mitte 2027 realistisch sei, obwohl der Markt diese Option laut Pierson bereits einpreise. Der dritte Faktor sei eine mögliche Fusion mit Tesla, die eine Index-Aufnahme beschleunigen könnte.
Charttechnik zeigt überverkaufte Aktie
Der 14-Tage-RSI von 31,0 signalisiert eine überverkaufte Aktie, ein Niveau, das oft kurzfristige Stabilisierung ankündigt, aber keine Garantie für eine Trendwende liefert. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 54,45 Prozent unterstreicht die Nervosität rund um das Papier vor den anstehenden Terminen.
Die Quartalszahlen am Dienstag treffen auf eine Aktie, die bereits stark unter Druck steht. Ob sie das zusätzliche Angebot aus der Lock-up-Freigabe am Donnerstag abfedern und die Rekord-Shortposition zum Rückzug zwingen können, entscheidet über die kurzfristige Richtung des Kurses.
SpaceX-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SpaceX-Analyse vom 2. August liefert die Antwort:
Die neusten SpaceX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SpaceX-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
SpaceX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




