SpaceX Aktie: 247 Prozent KI-Umsatzwachstum in einem Jahr

Argus-Research-Upgrade treibt SpaceX-Papier um 15,7 Prozent. Analysten sehen KI-Engagement als Wendepunkt, trotz anhaltender Verluste und Lock-up-Risiken.

Die Kernpunkte:
  • Kursrally nach Argus-Hochstufung
  • KI-Investitionen zahlen sich aus
  • Umsatz wächst um 92 Prozent
  • Lock-up-Frist sorgt für Unsicherheit

Die SpaceX-Aktie hat den Handel am Freitag mit einem Kurssprung von 15,66 Prozent beendet und schloss bei 115,14 Euro. Auslöser war eine Hochstufung durch Argus Research, die einen turbulenten Handelsmonat mit einem kräftigen Ausrufezeichen beendete. Über die vergangenen sieben Tage summiert sich der Kursgewinn auf 22,53 Prozent – auf Monatssicht steht unter dem Strich aber weiterhin ein Minus von 11,24 Prozent. Die Aktie bleibt damit ein Papier mit ausgeprägten Ausschlägen in beide Richtungen.

Argus und JPMorgan sehen KI-Investitionen als Wendepunkt

Argus-Analyst Steven Silver stufte die Aktie am Freitag von Hold auf Buy hoch und hob das Kursziel auf 160 Dollar an. Begründet wurde der Schritt mit der schnellen Amortisation der milliardenschweren Investitionen in KI-Infrastruktur. Silver verwies dabei auf eine Aussage des Finanzchefs von SpaceX, wonach einzelne KI-Compute-Investitionen bereits innerhalb von weniger als einem Jahr ihre Kosten wieder einspielten.

Auch JPMorgan-Analyst Doug Anmuth reagierte auf die jüngsten Geschäftszahlen und hob sein Kursziel am 5. August von 225 auf 240 Dollar an. Anmuth verwies darauf, dass das KI-Segment von SpaceX bereits im zweiten Quartal auf bereinigter EBITDA-Basis profitabel wurde – früher als von ihm erwartet. Der KI-Umsatz sei binnen eines Jahres um 247 Prozent auf 2,56 Milliarden Dollar gesprungen. Weitere Häuser wie Morgan Stanley, Bernstein und Bank of America bekräftigten in der ersten Augustwoche ihre positiven Einschätzungen mit Kurszielen zwischen 235 und 300 Dollar – der Analystentenor bleibt damit klar bullisch.

Starkes Umsatzwachstum, aber roter Bottom-Line

Grundlage für die Analystenreaktionen sind die Zahlen zum zweiten Quartal 2026, die SpaceX am 4. August vorlegte. Der Umsatz kletterte um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar und übertraf die Konsensschätzung von 6,9 Milliarden Dollar deutlich. Der Nettoverlust verringerte sich gegenüber dem Vorjahresquartal von 1 Milliarde auf 541 Millionen Dollar, das bereinigte EBITDA verdreifachte sich nahezu auf 3,5 Milliarden Dollar. Gleichzeitig schnellten die Investitionsausgaben um das Sechsfache auf 18,37 Milliarden Dollar nach oben, davon allein 15,83 Milliarden Dollar für den Ausbau der KI-Infrastruktur.

Das Management gab zudem eine ambitionierte Zielmarke aus: Bis Ende 2026 soll die annualisierte wiederkehrende Umsatzrate 100 Milliarden Dollar erreichen. Neue Cloud-Verträge im Volumen von 6,7 Milliarden Dollar sollen ab Oktober anlaufen. Die Starlink-Sparte wuchs derweil auf 12 Millionen Abonnenten, eine Verdopplung binnen eines Jahres. Trotz der starken Zahlen rutschte die Aktie nach Veröffentlichung der Ergebnisse zunächst um mehr als 7 Prozent im nachbörslichen Handel ab – ein Kontrast zum späteren Kurssprung nach dem Argus-Upgrade.

Lock-up-Ablauf und Starship-Pläne als nächste Prüfsteine

Am 6. August lief die erste Stufe der neunstufigen Lock-up-Frist nach dem Börsengang aus. 911,5 Millionen Aktien von Mitarbeitern und frühen Investoren wurden damit handelbar, der Streubesitz stieg von 4,9 auf 11,8 Prozent der ausstehenden Aktien. Zu aktuellen Kursen entspricht das freigegebene Volumen rund 101 Milliarden Dollar. Verkaufsdruck durch diese Freigaben könnte sich Marktbeobachtern zufolge bis Dezember fortsetzen, da weitere Stufen folgen. Trotz der Sorgen legte die Aktie bereits am 7. August zu, begleitet von einem Handelsvolumen von mehr als 255 Millionen Aktien.

Operativ bleibt SpaceX auf hohem Tempo: Neben Falcon-9-Starts für Starlink und AST SpaceMobile plant Firmenchef Elon Musk den 14. Starship-Flug noch in diesem Monat. Erstmals sollen dabei Satelliten der dritten Starlink-Generation ausgesetzt werden, die laut Musk die zehnfache Bandbreitenkapazität der bisherigen Generation liefern sollen. Zudem will SpaceX erstmals versuchen, die Oberstufe mit dem Startturm einzufangen – vorbehaltlich behördlicher Genehmigung. Parallel kündigte SpaceX gemeinsam mit Nvidia die Entwicklung von Weltraum-Rechenzentren an, für die ausschließlich Nvidia-Chips zum Einsatz kommen sollen. Bis Ende 2026 peilt Musk mehr als zwei Gigawatt Rechenleistung an, bis Ende 2027 rund zehn Gigawatt.

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