SpaceX Aktie: 247 Prozent KI-Wachstum

SpaceX-Aktienfreigabe verdoppelt Angebot, während KI-Wachstum den Umsatz treibt. Analysten bleiben gespalten über die künftige Bewertung.

Die Kernpunkte:
  • Lockup-Ende verdoppelt frei handelbare Aktien
  • KI-Umsatz wächst um 247 Prozent
  • Analysten streiten über fairen Aktienwert
  • Capex erreicht 18,4 Milliarden Dollar

Am heutigen Donnerstag werden bei SpaceX rund 911,5 Millionen Aktien aus der Haltefrist entlassen – ein Termin, der die freie handelbare Aktienmenge des Raumfahrt- und KI-Konzerns mit dem Börsenkürzel SPCX schlagartig verdoppelt. Der Unlock kommt nur einen Tag nach den ersten Quartalszahlen seit dem Börsengang im Juni, die bei Anlegern gemischte Reaktionen auslösten. Die Aktie, die im Xetra-Handel aktuell bei 95,21 Euro steht, legt heute um 1,87 Prozent zu und erholt sich damit leicht von den Turbulenzen der vergangenen Tage.

Quartalszahlen mit Rekordwachstum, aber hohem Investitionsdruck

SpaceX meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 7,81 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettoverlust lag bei 541 Millionen Dollar – deutlich geringer als der Verlust von rund einer Milliarde Dollar im Vorjahresquartal. Das EBITDA kletterte um 191 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. Größter Wachstumstreiber war das KI-Geschäft: Die Erlöse aus diesem Segment sprangen um 247 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar und übertrafen damit erstmals das klassische Weltraumgeschäft mit 962 Millionen Dollar. Starlink blieb mit 4,2 Milliarden Dollar Umsatz und zwölf Millionen Abonnenten – eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr – der einzige bereits profitable Unternehmensbereich.

Belastet wurde die Bilanz von den Investitionsausgaben: Der Capex stieg im Quartal auf 18,4 Milliarden Dollar, davon allein 15,8 Milliarden Dollar für den Aufbau von KI-Infrastruktur. Firmenchef Elon Musk bekräftigte auf der ersten Telefonkonferenz nach dem Börsengang sein Ziel, bis Ende 2030 einen Jahresumsatz von einer Billion Dollar zu erreichen – ein Jahr früher als zuvor angepeilt. Bis Jahresende soll SpaceX zudem eine annualisierte Umsatzrate von 100 Milliarden Dollar erreichen, wie der Finanzchef ergänzte. Für den Rechenzentrums-Ausbau setzt der Konzern nach Musks Angaben exklusiv auf Nvidia-Chips der Vera-Rubin-Generation, mit einem Ziel von 20 Gigawatt Rechenkapazität bis Ende 2027.

Analysten uneins über die Bewertung

Die Reaktionen der Wall Street auf die Zahlen fielen gespalten aus. Bernstein hob sein Kursziel auf 248 Dollar von zuvor 239 Dollar an und bestätigte die Einstufung „Outperform“ – die Analysten verweisen auf das starke KI-Umsatzwachstum als Beleg für die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells. Deutlich skeptischer positioniert sich Morningstar: Die Analysten dort taxieren den fairen Wert der Aktie auf lediglich 62 Dollar und sehen damit erheblichen Abwärtsspielraum gegenüber dem aktuellen Kursniveau. Zwischen diesen Polen liegen weitere Kursziele von Raymond James mit 800 Dollar bis zu vorsichtigeren Einschätzungen von Stifel mit 190 Dollar. Die Bandbreite zeigt, wie unterschiedlich die hohen KI-Investitionen bewertet werden: Befürworter sehen darin die Grundlage für künftiges Wachstum, Kritiker warnen vor der Belastung der Profitabilität.

Lockup-Mechanik: Nicht alle Aktien kommen sofort auf den Markt

Von den insgesamt möglichen Aktien werden zum heutigen Termin 911,5 Millionen handelbar. Weitere 455,8 Millionen Aktien bleiben vorerst gesperrt, weil eine an den Kurs gekoppelte Freigabebedingung bislang nicht erfüllt wurde. Die nächste größere Freigabewelle mit rund 1,3 Milliarden Aktien folgt erst nach den Zahlen zum dritten Quartal im November. Für rund 4.400 Mitarbeiter, die im Rahmen des Programms Aktien halten, bedeutet der heutige Tag dennoch erstmals die Möglichkeit, einen Teil ihrer Anteile zu verkaufen – bei einem Mitarbeiter, der seit 2009 im Unternehmen ist, geht es um ein Aktienpaket im Wert von mehreren Millionen Dollar.

Kurs bleibt unter Druck, technische Indikatoren zeigen Überverkauf

Der Kurs hat auf Monatssicht rund 27 Prozent verloren und markierte am Montag mit 91,04 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Die aktuelle Notierung liegt nur gut viereinhalb Prozent über dieser Marke. Der Relative-Stärke-Index von 38,4 signalisiert eine überverkaufte Aktie, was die leichte Erholung am heutigen Tag erklären könnte. Ob der Lockup zu anhaltendem Verkaufsdruck führt oder die Aktie ihre Bodenbildung fortsetzt, dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen, wenn die frisch handelbaren Aktienpakete tatsächlich auf den Markt treffen.

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