SpaceX Aktie: 25 Milliarden Dollar Short-Wetten

Leerverkäufer setzen 25 Milliarden Dollar gegen SpaceX. Elon Musk reagiert mit einer deutlichen Warnung an die Shortseller.

Die Kernpunkte:
  • Shortquote steigt auf 32 Prozent
  • Musk droht Leerverkäufern
  • Erster Quartalsbericht am 4. August
  • Aktie nahe 52-Wochen-Tief

Selten hat ein frisch börsennotiertes Unternehmen einen derart massiven Ansturm von Leerverkäufern erlebt. Bei SpaceX wetten inzwischen Investoren mit rund 25 Milliarden Dollar auf fallende Kurse. Musk selbst kontert mit einer Kampfansage.

Die Aktie fiel am Freitag um 2,12 Prozent auf 101,76 Euro und rutschte damit näher an ihr frisches 52-Wochen-Tief von 97,54 Euro heran. Auf Monatssicht steht ein Minus von 25,29 Prozent zu Buche. Seit dem Rekordhoch von 194,46 Euro im Juni hat sich der Kurs damit nahezu halbiert.

Leerverkäufer bauen Position massiv aus

Der Anteil leerverkaufter SpaceX-Aktien ist binnen eines Monats explodiert. Vor vier Wochen lag die Shortquote bei geschätzten 5 bis 7 Prozent des frei handelbaren Streubesitzes. Mittlerweile sind es rund 32 Prozent — etwa 206 Millionen Aktien im Wert von knapp 25 Milliarden Dollar.

Noch vor einer Woche waren es 185 Millionen Aktien gewesen. Der Zuwachs binnen sieben Tagen zeigt: Das Misstrauen der Shortseller wächst schneller, als die meisten erwartet hatten.

Musk reagierte auf X mit einer unmissverständlichen Ansage. Firmen, die dauerhaft signifikante Shortpositionen gegen SpaceX hielten, hätten eine „sehr geringe Überlebenswahrscheinlichkeit“, schrieb er. Zur Einordnung fügte er einen seiner typischen Sätze hinzu: Sollte SpaceX seine Ziele erreichen, werde das Unternehmen „mehr wert sein als die Erde“.

Quartalszahlen und Lock-up-Ablauf als Katalysator

Am 4. August, nach Börsenschluss in den USA, veröffentlicht SpaceX seinen ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen. Investoren erhalten damit erstmals einen detaillierten Einblick in die operative Entwicklung seit dem Börsengang.

Der Termin hat noch eine zweite Dimension. Der frei handelbare Streubesitz umfasst aktuell nur rund 640 Millionen Aktien — etwa 5 Prozent der mehr als 13 Milliarden ausstehenden Anteile. In den Monaten nach dem Bericht laufen Haltefristen für Insider aus, der Streubesitz dürfte sich dann deutlich vergrößern.

Das ist nicht zwangsläufig schlecht für die Shortseller. Mehr Aktien im Umlauf bedeuten leichteres Ausleihen und einfacheres Eindecken bestehender Positionen. Von einer klassischen Short-Squeeze-Falle, bei der knappes Angebot die Kurse künstlich nach oben treibt, kann dann kaum noch die Rede sein.

Optionsmärkte und Prognoseplattformen zeigen Skepsis

Der Analysedienst Hedgeye beziffert den Wertverlust seit dem Rekordhoch auf etwa 47 Milliarden Dollar pro Tag — fast das 22-Fache dessen, was Rivian Automotive in einer vergleichbaren Phase verlor. Diese Zahl allein verdeutlicht das Ausmaß der Neubewertung, die der Markt seit dem IPO-Hoch vorgenommen hat.

Auch die Optionsmärkte spiegeln die Vorsicht wider. Für die Novemberfälligkeit liegt das Put-Call-Verhältnis bei 3,03, für März 2027 sogar bei 16,13 — ein Wert, der auf eine breite Absicherung gegen weitere Kursverluste hindeutet.

Die Prognoseplattform Polymarket räumte SpaceX am 22. Juli nur eine Wahrscheinlichkeit von 3,5 Prozent für einen positiven Handelstag ein — die Aktie schloss tatsächlich im Minus. Für einen Kurs oberhalb von 130 Dollar zum Monatsende sehen die Nutzer der Plattform aktuell nur eine Chance von 20 Prozent.

Was der Bericht am 4. August klären muss

Mit einem RSI von 34,2 gilt die Aktie technisch als überverkauft, die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei hohen 67,12 Prozent. Beide Werte signalisieren: Der Markt rechnet mit weiteren heftigen Ausschlägen.

Die Konstellation aus Rekord-Shortquote, bevorstehendem Lock-up-Ablauf und Musks öffentlicher Kampfansage macht die kommenden Wochen zu einer echten Belastungsprobe. Ob sich Musks Zuversicht oder das skeptische Urteil der Optionsmärkte durchsetzt, dürfte maßgeblich von den Zahlen abhängen, die SpaceX am 4. August erstmals offenlegt.

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