SpaceX Aktie: 319-Millionen-Freigabe drückt unter IPO-Preis

Die SpaceX-Aktie fällt nach der 70. Aktienfreigabe unter den IPO-Preis. Weitere große Tranchen und Starship-Verzögerungen erhöhen den Druck.

Die Kernpunkte:
  • Kursrutsch nach Lockup-Freigabe
  • 70. Tranche seit Börsengang
  • Musk dementiert Spektrum-Gerüchte
  • Starship-Verzögerungen belasten zusätzlich

Die SpaceX-Aktie ist erneut ins Rutschen geraten. Am Donnerstag schloss das Papier bei 114,78 Euro, ein Minus von 4,1 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 5,1 Prozent zu Buche. Auslöser der jüngsten Schwäche war die Freigabe von 319 Millionen weiteren Aktien aus einer Lockup-Tranche, die den Kurs unter den ursprünglichen IPO-Preis von 135 US-Dollar drückte.

Erneute Lockup-Welle verunsichert Anleger

Es ist bereits die 70. Tranche einer laufenden Serie von Aktienfreigaben seit dem Börsengang im Juni. Nach der Freigabe rutschte die Aktie im US-Handel um rund fünf bis sechs Prozent ab und fiel damit erneut unter die Marke von 135 Dollar, bei der SpaceX im Juni an die Nasdaq gegangen war.

Bereits Anfang August hatte eine ähnliche Freigabe von 911,5 Millionen Aktien für Bewegung gesorgt – damals allerdings mit einem Kursplus von sechs Prozent, was zeigt, wie unterschiedlich der Markt auf die sukzessive steigende Verfügbarkeit von Aktien reagiert.

Für Anleger bleibt die Situation unübersichtlich: Bis 2027 sollen insgesamt 88 Prozent der rund 13 Milliarden ausstehenden Aktien freigegeben werden. Bereits im November steht die nächste große Tranche von 1,3 Milliarden Aktien an, im Dezember läuft eine weitere 180-Tage-Sperrfrist aus.

Elon Musks eigener Aktienbestand von 6,42 Milliarden Papieren bleibt dagegen bis Juni 2027 gesperrt – ein Umstand, der Analysten zufolge zumindest den größten Verkaufsdruck aus einer Hand vorerst ausschließt.

Spektrum-Gerüchte und Musks Dementi

Zusätzliche Unsicherheit brachte am Freitag ein Bericht, wonach SpaceX gemeinsam mit AST SpaceMobile Interesse an einem Spektrumpaket der Grain Management im Wert von rund sechs Milliarden Dollar bekundet haben soll. Es geht um Lizenzen im 800-MHz-Band, für die die US-Regulierungsbehörde FCC Gebote bis zum 5. November erwartet, erste Angebote sollen bereits im September eingereicht werden.

Musk äußerte sich dazu selbst und bezeichnete die Berichterstattung als „nicht wahr“ – ohne diese Aussage jedoch näher zu präzisieren. Ob sich das Dementi auf ein aktuelles Gebot, auf die Höhe der genannten Summe oder auf das grundsätzliche Interesse bezieht, blieb offen. Berichte, wonach SpaceX zu den Unternehmen zählt, die grundsätzlich Interesse an dem Spektrum bekundet haben, stehen damit unwidersprochen im Raum.

Starship-Verzögerungen als zusätzlicher Belastungsfaktor

Neben den strukturellen Faktoren rund um die Aktienfreigaben verwiesen Marktbeobachter auch auf Verzögerungen beim Starship-Programm als möglichen Belastungsfaktor für den Kurs. Das Raumfahrtprogramm gilt als zentraler Werttreiber für die langfristige Bewertung von SpaceX, entsprechend sensibel reagiert der Markt auf Nachrichten rund um den Entwicklungsfortschritt.

Die Kursentwicklung bleibt damit von zwei Kräften geprägt: der technischen Verwässerung durch die schrittweise Freigabe der Lockup-Aktien und der fundamentalen Unsicherheit über neue Geschäftsfelder wie das mögliche Spektrum-Engagement. Für Anleger dürfte insbesondere die im November anstehende große Aktien-Freigabe der nächste kritische Termin sein, an dem sich zeigt, ob sich das Muster der jüngsten Wochen fortsetzt.

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