SpaceX Aktie: 34,68% Minus vor Quartalszahlen
SpaceX veröffentlicht erste Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen. Zeitgleich endet die Haltefrist für Insider, was den angeschlagenen Aktienkurs zusätzlich unter Druck setzen könnte.

- Erste Quartalszahlen nach Börsengang am 4. August
- Insider dürfen ab 6. August Aktien verkaufen
- Aktienkurs mit 34 Prozent Monatsverlust
- Analysten streiten über fairen Wert der Aktie
SpaceX steuert auf die entscheidendste Woche seit dem Börsengang zu. Am 4. August legt der Raumfahrtkonzern die ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen vor, nur zwei Tage später dürfen Insider erstmals einen Teil ihrer gesperrten Aktien verkaufen. Der Kurs notiert aktuell bei 97,63 Euro und büßt damit auch am heutigen Donnerstag 0,58 Prozent ein. Auf Monatssicht steht ein Minus von 34,68 Prozent zu Buche – ein Ausmaß, das den einstigen Überflieger der Börse in eine handfeste Vertrauenskrise stürzt.
Zwei Belastungsproben binnen einer Woche
Der Termin am 4. August markiert die erste reguläre Quartalsmitteilung seit dem Börsendebüt im Juni. Anleger richten den Blick vor allem auf das Wachstum bei Starlink-Abonnenten, die Margenentwicklung sowie die Ausgaben für das AI-Geschäft und das Starship-Programm. Im ersten Quartal hatte SpaceX bei 4,7 Milliarden Dollar Umsatz einen Nettoverlust von 4,3 Milliarden Dollar ausgewiesen, während allein die Investitionen ins KI-Geschäft binnen drei Monaten auf 7,7 Milliarden Dollar kletterten. Die Konzernkasse von 15,9 Milliarden Dollar steht Schulden von 29,1 Milliarden Dollar gegenüber.
Kaum ist die Bilanz verdaut, folgt der nächste Belastungstest: Am 6. August dürfen Insider bis zu 20 Prozent ihrer gesperrten Anteile veräußern, umgerechnet rund 911,5 Millionen Aktien im Wert von schätzungsweise 100 Milliarden Dollar zum aktuellen Kursniveau. Marktbeobachter befürchten, dass ein Teil dieser Papiere auf den Markt drängt und den ohnehin angeschlagenen Kurs zusätzlich belastet. Das 52-Wochen-Tief von 94,15 Euro, aufgestellt am Dienstag, liegt nur noch 3,70 Prozent unter dem aktuellen Niveau – der Puffer nach unten ist damit denkbar knapp geworden.
Pentagon-Auftrag kann den Ausverkauf nicht stoppen
Positive Nachrichten verpuffen derzeit an der Börse. Die US Space Force erteilte SpaceX gestern einen Auftrag über 1,6 Milliarden Dollar für 18 Falcon-9-Starts bis Ende 2027, abzuwickeln von der Vandenberg Space Force Base aus. Damit summieren sich die im laufenden Jahr bekannt gewordenen Space-Force-Aufträge auf 8,05 Milliarden Dollar – umgerechnet 197 Prozent des gesamten Weltraum-Umsatzes von 2025. Trotzdem gab die Aktie den Auftragsgewinn im Handel wieder ab. In der Nacht auf heute startete zudem die Mission NROL-95, der 88. Falcon-Flug des Jahres und bereits der zwölfte im Juli allein. Das operative Weltraumgeschäft selbst bleibt defizitär: 2025 stand hier ein Betriebsverlust von 657 Millionen Dollar zu Buche, im ersten Quartal 2026 waren es 662 Millionen Dollar bei Erlösen von 619 Millionen Dollar.
Analysten streiten über den fairen Wert
Die Meinungen am Markt könnten kaum weiter auseinanderliegen. Morgan Stanley warnt zwar, SpaceX nähere sich seinem gefährlichsten Moment – gemeint ist der maximale aerodynamische Druck kurz vor dem entscheidenden Belastungstest –, hält aber an einem Overweight-Rating mit Kursziel 300 Dollar fest. Die Bank zerlegt den Konzern in Einzelteile: Sie beziffert das Weltraumgeschäft mit 8 Dollar je Aktie, die Konnektivitätssparte mit 128 Dollar, X und Grok mit 12 Dollar und das Enterprise-KI-Geschäft mit 152 Dollar je Anteilsschein. Morningstar-Analyst Owens sieht das komplett anders und nennt einen fairen Wert von lediglich 63 Dollar – die Aktie sei schlicht überbewertet.
Zwischen diesen Polen bewegt sich der breite Analystenkonsens: 27 Kaufempfehlungen stehen einer einzigen Verkaufsempfehlung gegenüber, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 236,71 Dollar, die Spanne reicht von 62 bis 800 Dollar. Diese Bandbreite spiegelt die zentrale Unsicherheit wider: Ob SpaceX seine milliardenschweren Verluste im KI- und Starship-Geschäft durch die Profitabilität von Starlink kompensieren kann, dürfte sich frühestens mit den Zahlen am 4. August und dem anschließenden Insider-Verkaufsfenster zeigen.
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