SpaceX Aktie: 34,80 Prozent Monatsverlust nach Starship-Ausfall

SpaceX-Aktie verliert massiv an Wert. Elon Musk attackiert Leerverkäufer, während Cathie Wood antizyklisch kauft.

Die Kernpunkte:
  • Kurssturz von über 34 Prozent im Monat
  • Musk warnt Shortseller vor langfristigen Verlusten
  • ARK Invest kauft Aktien zum Tiefstkurs
  • Anleihen und Lockup-Frist erhöhen Druck

Zum Wochenschluss notierte der Titel bei 108,40 Euro, ein Minus von 5,39 Prozent an einem einzigen Tag. Auf Monatssicht steht ein Verlust von 34,80 Prozent zu Buche, der Kurs liegt nur noch 0,99 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief. Vom Rekordhoch aus dem Juni hat das Unternehmen nach übereinstimmenden Berichten mehr als eine Billion US-Dollar an Marktkapitalisierung eingebüßt.

Musk stellt sich gegen die Shortseller

Elon Musk reagierte am 19. Juli auf der Plattform X auf Berichte, wonach Leerverkäufer binnen weniger Tage rund 8,7 Milliarden US-Dollar an Buchgewinnen eingefahren hatten. Sein Kommentar: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen mit einer großen Short-Position gegen SpaceX langfristig überlebe, sei sehr gering. Damit positioniert sich der Unternehmenschef offen gegen jene Marktteilnehmer, die zuletzt massiv auf fallende Kurse gesetzt haben. Der Auslöser der jüngsten Talfahrt war der abgebrochene 13. Testflug von Starship am 16. Juli, bei dem Triebwerksprobleme an mehreren Boostermotoren auftraten. Zwei Raptor-Triebwerke müssen laut Musk ersetzt werden, ein neuer Startversuch war für den 20. Juli angepeilt.

Die Wette gegen SpaceX hat mittlerweile beachtliche Dimensionen erreicht: Je nach Berechnung sollen zwischen 17 und rund 30 Prozent des frei handelbaren Streubesitzes leerverkauft sein, mit einem Nominalvolumen von etwa 25 Milliarden US-Dollar. Analysten von Ortex bezifferten die Buchgewinne der Shortseller zeitweise auf 8,7 Milliarden US-Dollar, während die Datenfirma S3 von rund 5 Milliarden US-Dollar sprach.

Cathie Wood greift antizyklisch zu

Während institutionelle Anleger auf fallende Kurse wetten, kaufte Cathie Woods ARK Invest genau am Tag des Post-IPO-Tiefs zu. Am 17. Juli erwarb die Fondsgesellschaft 147.623 SpaceX-Aktien im Volumen von 18,3 Millionen US-Dollar, den größten Anteil davon über den ARK Innovation ETF mit 95.129 Stück. Seit dem Börsengang hat ARK damit insgesamt mehr als 475 Millionen US-Dollar in den Titel investiert. Der Analystenkonsens bewertet die Aktie im Schnitt weiterhin mit „Moderate Buy“, die durchschnittlichen Kursziele liegen zwischen 235 und rund 245 US-Dollar, Raymond James nennt sogar 800 US-Dollar als bullishste Marke. Andere Häuser sind deutlich zurückhaltender: JPMorgan äußerte sich zuletzt vorsichtig zum gesamten Raumfahrtsektor, zu dem auch Konkurrenten wie Rocket Lab und AST SpaceMobile zählen, die im selben Zeitraum ähnlich stark einbrachen.

Anleihen unter Druck, Lockup-Frist rückt näher

Neben dem Aktienkurs gerät auch die Anleiheseite von SpaceX unter Beschuss. Die im Juni zur Refinanzierung der xAI-Übernahme platzierte 25-Milliarden-Dollar-Anleihe leidet unter steigenden Renditen: Die Rendite der 30-jährigen Laufzeit kletterte von 6,7 auf 7,4 Prozent, der Kurs fiel auf etwa 91 Prozent des Nennwerts. Der Credit-Default-Swap-Spread stieg von 110 auf 158 Basispunkte, ein Signal für wachsende Sorgen der Gläubiger vor einer Herabstufung Richtung Ramschstatus.

Zusätzlichen Druck könnte die anstehende Freigabe von Insider-Aktien nach den ersten öffentlichen Quartalszahlen Anfang August erzeugen. Bis zu 911,5 Millionen gesperrte Aktien könnten dann entsperrt werden, was den öffentlichen Streubesitz theoretisch verdoppeln würde. Weitere Tranchen bis Dezember könnten laut Berichten Aktien im Volumen von bis zu 800 Milliarden US-Dollar freisetzen.

Auf der Geschäftsseite gibt es allerdings auch positive Signale: Dem Wall Street Journal zufolge verhandelt SpaceX mit dem US-Verteidigungsministerium über einen milliardenschweren Vertrag zur Nutzung seiner Rechenzentren für KI-Anwendungen des Pentagon. Ein solcher Deal könnte die Verluste der im Februar übernommenen KI-Sparte xAI abfedern, die 2025 einen operativen Verlust von 6,4 Milliarden US-Dollar verbuchte. Das Starlink-Geschäft bleibt mit 11,4 Milliarden US-Dollar Umsatz 2025 tragende Säule, wenn auch bei sinkendem Umsatz je Nutzer.

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