SpaceX Aktie: 38,67 Prozent unter Juni-Hoch
SpaceX-Aktie fällt nach Börsengang stark zurück. Trotz Kursverlusten und Unsicherheit empfehlen viele Analysten den Kauf.

- Kurs nahe Ausgabepreis gefallen
- Analysten uneins über Kursziele
- Starlink-Geschäft zeigt Gewinne
- Starship-Testflug für Juli geplant
Nur fünf Wochen nach dem Börsengang notiert die Aktie kaum noch über dem Ausgabepreis von 135 US-Dollar – während Analysten von Evercore ISI ausgerechnet jetzt mit einer Kaufempfehlung nachlegen. Der deutsche Anleger sieht das Papier aktuell bei 119,26 Euro, nach einem Rückgang von 8,06 Prozent in sieben und 28,17 Prozent in 30 Tagen. Zum 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro vom 16. Juni 2026 klafft eine Lücke von 38,67 Prozent, während der Abstand zum erst am 14. Juli markierten Jahrestief von 119,04 Euro nur noch 0,18 Prozent beträgt. Der RSI von 39,9 signalisiert keine extreme Überverkauft-Situation, die annualisierte Volatilität von 97,75 Prozent unterstreicht dagegen die Nervosität rund um den Titel. Die Marktkapitalisierung liegt umgerechnet bei 1.671,14 Milliarden Euro.
Vom Rekordhoch zum Ausgabepreis
SpaceX ging am 11. Juni 2026 zu 135 US-Dollar an die Nasdaq, der erste Kurs lag bereits bei 150 Dollar. Binnen weniger Tage kletterte die Aktie auf über 225 US-Dollar, ehe eine schnelle Korrektur einsetzte. Zwischenzeitlich verlor der Konzern nach US-Notierung mehr als 800 Milliarden Dollar an Börsenwert – aus einer Bewertung von rund 2,7 Billionen Dollar wurde ein Wert von etwa 1,8 Billionen Dollar. Die geplante Aufnahme in den S&P 500 blieb aus, weil SpaceX die geforderte GAAP-Profitabilität nicht erfüllt; stattdessen wurde der Titel in den Nasdaq-100 aufgenommen. Vermögensverwalter Ken Mahoney äußerte laut Bloomingbit Zweifel, dass der Boden bereits erreicht sei.
Belastend wirken zudem die anstehenden Lockup-Fristen: Nach der Berichtsvorlage zum zweiten Quartal Anfang August werden rund 20 Prozent der Insider-Anteile handelbar, weitere Tranchen folgen nach 90, 105, 120 und 135 Tagen, bis nach 180 Tagen im Dezember die vollständige Sperrfrist endet. Mehrere Analysten weisen darauf hin, dass allein das erste Unlock-Volumen größer ausfällt als der gesamte Streubesitz beim Börsengang. Elon Musk hat bereits 11.390 Aktien im Wert von rund 1,2 Millionen Dollar verkauft, sein Vermögen sank Berichten zufolge um mehr als 500 Milliarden Dollar gegenüber dem Junihoch.
Analysten uneins über den fairen Wert
Die Bandbreite der Kursziele könnte kaum größer sein. Evercore ISI startete die Coverage am 14. Juli 2026 mit „Outperform“ und einem Kursziel von 230 US-Dollar, verbunden mit der Einschätzung, der Titel sei „too compelling to ignore“. Analyst Kutgun Maral bezeichnete SpaceX als „extraordinary company“. Evercore rechnet mit einem Umsatz- und Ebitda-Wachstum von jährlich 106 beziehungsweise 157 Prozent bis 2028 sowie einer Ausweitung der operativen Marge von 35 auf 69 Prozent. Morgan Stanley bestätigte sein „Overweight“-Rating mit Kursziel 300 Dollar, Raymond James liegt sogar bei 800 Dollar. Am anderen Ende der Skala steht MoffettNathanson: Analystin Julie Zhu initiierte am 14. Juli eine „Neutral“-Einstufung mit Kursziel 131 Dollar und hält den kolportierten Starlink-Gesamtmarkt von fast 30 Billionen Dollar für unrealistisch, das Direct-to-Device-Geschäft für eine Nische. Morningstar sieht den fairen Wert bei nur 62 Dollar, CFRA rät mit Kursziel 115 Dollar zum Verkauf. Der Analystenkonsens bleibt dennoch mehrheitlich bullisch: Rund 80 Prozent der Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, das durchschnittliche Kursziel liegt in mehreren Erhebungen zwischen 236 und 245 Dollar.
Starlink trägt, Verluste bei xAI und Starship
Operativ zeigt sich SpaceX gespalten. Starlink erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 11,4 Milliarden Dollar und einen operativen Gewinn von 4,4 Milliarden Dollar bei mehr als 10,3 Millionen Abonnenten. Die im Februar 2026 in den Konzern integrierte KI-Tochter xAI verbuchte dagegen 2025 einen operativen Verlust von 6,36 Milliarden Dollar. Im Juni 2026 kam mit der für 60 Milliarden Dollar übernommenen Software-Firma Cursor ein weiterer, kapitalintensiver Baustein hinzu. Konzernweit stand 2025 ein Nettoverlust von 4,94 Milliarden Dollar zu Buche, im ersten Quartal 2026 lag der Verlust bei 4,3 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 4,7 Milliarden Dollar, ein Plus von 15,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Analysten erwarten für das Gesamtjahr 2026 einen Umsatz von rund 38,9 Milliarden Dollar bei einem Verlust je Aktie von 0,67 Dollar, für 2027 wird der Sprung in die Gewinnzone auf 0,63 Dollar je Aktie taxiert.
Kurzfristig richtet sich der Blick auf den 16. Juli: Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat den 13. Testflug von Starship freigegeben, nachdem die Ursachen des Booster-Ausfalls vom 22. Mai – Hitzeeinwirkung auf Antriebskomponenten und fehlerhafte Triebwerksalarme – behoben wurden. Der Flug soll erstmals 20 funktionsfähige Starlink-V3-Satelliten aussetzen und eine kontrollierte Landung des Super-Heavy-Boosters demonstrieren.
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