SpaceX Aktie: 52-Wochen-Tief bei 107,34 Euro

SpaceX-Aktie verliert seit Rekordhoch 44 Prozent. Analysten streiten über den fairen Wert, während Verluste der KI-Sparte belasten.

Die Kernpunkte:
  • Kurssturz von 44 Prozent seit Rekordhoch
  • Piper Sandler startet mit neutralem Rating
  • KI-Sparte verursacht Milliardenverluste
  • Charttechnik zeigt überverkauftes Terrain

Ausgerechnet einen Monat nach dem umjubelten Börsengang steckt die SpaceX-Aktie im freien Fall. Am Freitag verlor das Papier 5,39 Prozent und schloss bei 108,40 Euro. Damit liegt der Kurs nur noch knapp einen Prozentpunkt über seinem 52-Wochen-Tief von 107,34 Euro, erreicht erst vor wenigen Tagen am 17. Juli.

Der Absturz wirkt umso dramatischer im Vergleich zum Rekordhoch. Am 16. Juni notierte die Aktie noch bei 194,46 Euro. Seither hat sie 44,26 Prozent ihres Werts verloren, allein in den vergangenen 30 Tagen waren es fast 35 Prozent.

Wall Street streitet über den fairen Wert

Die Investmentbank Piper Sandler nahm die Coverage für SpaceX vergangene Woche mit einem neutralen Rating auf. Das Kursziel von 156 Dollar impliziert zum damaligen Kursniveau von rund 143 Dollar nur moderates Aufwärtspotenzial. Die Analysten sprechen von „idiosynkratischen kurzfristigen Gegenwinden“, die den Spielraum nach oben begrenzen.

Konkret nennt Piper Sandler zwei Risiken: gestaffelt auslaufende Lock-up-Fristen für Altaktionäre und Unsicherheit über eine mögliche Tesla-Übernahme. Hinzu kommt Skepsis gegenüber SpaceX‘ Plänen für orbitale KI-Rechenzentren. Der Markt brauche Zeit, um diesen „wirklich weltverändernden Ansatz“ zu bewerten, so die Analysten.

Diese Zurückhaltung steht im Kontrast zu anderen Häusern. Goldman Sachs, Morgan Stanley und weitere Großbanken vergaben nach Ende der Coverage-Sperrfrist Anfang Juli kaufempfehlende Ratings, mit Kurszielen zwischen 205 und 800 Dollar. JPMorgan bestätigte kurz vor Piper Sandlers Einstieg ein Overweight-Rating mit Kursziel 225 Dollar. Nach Daten von Yahoo Finance bewerten aktuell 27 von 31 Analysten die Aktie mit Kauf oder Starker Kauf, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 242 Dollar.

IPO-Preis durchbrochen

Der Kursverfall hat inzwischen eine psychologisch wichtige Marke gerissen. In Dollar gerechnet fiel die Aktie zeitweise unter ihren Ausgabepreis von 135 Dollar, mit dem sie am 12. Juni gestartet war. Nur vier Tage später hatte das Papier noch sein Allzeithoch erreicht.

Für Investoren, die den Höhenflug der privaten Bewertung vor dem Börsengang miterlebt hatten, ist das ein Dämpfer. Was als Erfolgsgeschichte begann, sieht nun nach einer schmerzhaften Korrektur aus.

Verlustquelle KI-Sparte

Ein Teil des Drucks kommt aus der Bilanz. SpaceX bleibt trotz seiner Größe ein verlustreiches Unternehmen. Die KI-Sparte des Konzerns soll 2025 einen Verlust von 6,4 Milliarden Dollar einfahren, im ersten Quartal 2026 sollen weitere 2,5 Milliarden Dollar hinzukommen. Für das Gesamtjahr 2025 rechnet SpaceX mit einem Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar.

Piper Sandler bringt die Zwickmühle der Anleger auf den Punkt: „Wir glauben an das Aufwärtspotenzial über mehrere Jahre, sind aber auf Sicht von einem Jahr zurückhaltend.“ Die Analysten begründen dies damit, dass verlässliche Cashflow-Prognosen schwierig seien, solange die Endmärkte für weltraumgestützte KI und Konnektivität noch kaum greifbar sind.

Charttechnik bleibt angeschlagen

Der RSI notiert bei 34,6 und nähert sich damit überverkauftem Terrain, ohne bislang ein klares Umkehrsignal zu liefern. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 93,16 Prozent zeigt, wie unruhig der Handel seit dem Rekord-Börsengang geworden ist.

Ob die Marke von 107 Euro als Unterstützung hält, dürfte in den kommenden Handelstagen zur zentralen Frage werden. Bricht sie, würde die Aktie in ihrer noch jungen Handelsgeschichte in unbekanntes Terrain unterhalb des einstigen IPO-Referenzpunkts vordringen.

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