SpaceX Aktie: 5,39 Prozent Minus auf 108,40 Euro

Der SpaceX-Kurs fällt nach dem abgebrochenen Starship-Test auf ein neues Nachbörsentief. Leerverkäufer und der anstehende Lock-up erhöhen den Druck auf die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Kursrutsch nach Starship-Fehlstart
  • Leerverkäufe steigen auf 29 Prozent
  • Lock-up von 911 Millionen Aktien droht
  • Pentagon-Gespräche als Hoffnungsschimmer

Nach dem gescheiterten Startversuch der Rakete Starship Flight 13 zeigten sich Anleger nervös, der Kurs schloss laut Marktdaten bei 108,40 Euro und verlor damit 5,39 Prozent an einem einzigen Handelstag. Über die vergangenen 30 Tage hat das Papier fast 35 Prozent eingebüßt. Der Relative-Stärke-Index von 34,6 deutet auf eine überverkaufte Situation hin, während der Kurs mit 108,40 Euro nur noch 0,99 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 107,34 Euro notiert, das erst am 17. Juli erreicht wurde.

Starship-Abbruch schickt die Aktie auf Talfahrt

Ausgangspunkt der jüngsten Verkaufswelle war der abgebrochene Testflug von Starship Flight 13 am 16. Juli. Vier der 33 Raptor-Triebwerke zündeten nicht, das Startfenster musste kurz vor dem Abheben geschlossen werden. SpaceX kündigte an, zwei der betroffenen Triebwerke auszutauschen und den nächsten Versuch für Montag, den 20. Juli, um 18:45 Uhr Ostküstenzeit anzusetzen. Die Mission soll 20 Starlink-V3-Satelliten ins All bringen, einen In-Flight-Neustart eines Raptor-Triebwerks testen und im Indischen Ozean wassern.

Reuters berichtete, dass die Aktie infolge des Abbruchs um sechs Prozent auf 124,30 US-Dollar fiel und dabei rund 100 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung auslöschte. Damit setzte sich eine Talfahrt fort, die SpaceX inzwischen unter den Ausgabepreis des Börsengangs von 135 US-Dollar gedrückt hat. Vom Rekordhoch bei 225,64 US-Dollar, erreicht am 16. Juni, hat die Aktie damit einen erheblichen Teil ihres Wertes verloren. Insgesamt beläuft sich der Marktwertverlust seit dem Höchststand auf über eine Billion US-Dollar, wie mehrere Medien übereinstimmend berechneten.

Leerverkäufer wittern Gewinne, Lock-up rückt näher

Die Kursschwäche hat Spekulanten angezogen. Der Anteil der leerverkauften Aktien am frei handelbaren Streubesitz kletterte binnen drei Wochen von rund fünf bis sieben Prozent auf 29 Prozent, das entspricht etwa 185 Millionen Aktien und einem Wetteinsatz von rund 25 Milliarden US-Dollar. Nach Berechnungen des Datenanbieters Ortex sitzen Leerverkäufer auf Buchgewinnen von etwa 8,7 Milliarden US-Dollar.

Zusätzlichen Druck erzeugt die anstehende Freigabe von Insider-Aktien. Nach der ersten Quartalszahlenvorlage als börsennotiertes Unternehmen, die für den 6. August erwartet wird, dürfen Altaktionäre nach Berichten mehrerer Medien ab dem zweiten Handelstag danach einen Teil ihrer Bestände verkaufen. Die erste Tranche von 911,5 Millionen Aktien mit einem Gegenwert von rund 123 Milliarden US-Dollar könnte den Streubesitz, der aktuell nur rund vier Prozent der Gesamtaktien umfasst, deutlich vergrößern. CNBC berichtete zudem von regem Optionshandel: Allein am Freitag wechselten Prämien von 350 Millionen US-Dollar den Besitzer, davon 290 Millionen US-Dollar in Puts. Trotz der überwiegend bearishen Kontraktstruktur waren neun der zehn größten Einzeltrades nach CNBC-Angaben auf steigende Kurse ausgerichtet.

Pentagon-Gespräche als Lichtblick, Analysten weit gespalten

Einen Gegenpol zur negativen Nachrichtenlage lieferten Berichte über mögliche neue Geschäfte mit dem US-Verteidigungsministerium. Das Wall Street Journal berichtete, SpaceX verhandle mit dem Pentagon über einen milliardenschweren Vertrag zur Bereitstellung von Rechenzentrumskapazität für Anwendungen der künstlichen Intelligenz, auch für Zwecke der NSA. Das Unternehmen wolle dabei mit niedrigeren Preisen gegen den Cloud-Anbieter CoreWeave antreten. SpaceX unterhält bereits ähnliche Vereinbarungen mit Google und Anthropic sowie mit Reflection AI. Die Nachricht sorgte laut Investing.com-Berichterstattung kurzzeitig für einen Kurssprung, konnte den Tagesverlust am Ende aber nicht verhindern.

Bei den Analysten klafft die Einschätzung des fairen Wertes weit auseinander. Während Raymond James ein Kursziel von 800 US-Dollar ausgibt, sieht CFRA nur 115 US-Dollar als gerechtfertigt an. Der Konsens von rund 27 bis 37 Analysten liegt nach unterschiedlichen Erhebungen zwischen 234 und 244,50 US-Dollar und damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Morningstar bezifferte den fairen Wert hingegen mit lediglich 62 US-Dollar. Piper Sandler nahm die Coverage zuletzt mit einem neutralen Rating auf, während Investorin Cathie Wood laut Benzinga rund 122.800 Aktien im Gegenwert von etwa 16,6 Millionen US-Dollar zukaufte. Das Unternehmen selbst wies für 2025 einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden US-Dollar aus, im ersten Quartal 2026 lag das Minus bei 4,28 Milliarden US-Dollar. Ob der zweite Startversuch am 20. Juli gelingt, dürfte kurzfristig über die Stimmung der Anleger entscheiden.

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