SpaceX Aktie: 5,39 Prozent Minus nach Triebwerksausfall

Der Fehlstart von Starship lässt die SpaceX-Aktie auf ein neues Tief fallen. Anleger warten nun gespannt auf den nächsten Startversuch.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt auf 108,40 Euro
  • Vier Triebwerke zünden nicht
  • Neuer Startversuch am Montag
  • Kursverlust von 44 Prozent seit Hoch

Vier Triebwerke zünden nicht. Der Starstart platzt in letzter Sekunde. Und die SpaceX-Aktie fällt auf den tiefsten Stand seit dem Börsengang.

Die Aktie schloss am Freitag bei 108,40 Euro, ein Minus von 5,39 Prozent an einem einzigen Handelstag. Damit liegt sie nur noch knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 107,34 Euro, das erst am 17. Juli markiert wurde. Der Fall kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Es ist der erste Startversuch der Starship-Megarakete seit dem Börsendebüt im Juni.

Triebwerksausfall stoppt den Countdown

Am Donnerstag brach SpaceX den Startversuch von Starship am Standort Starbase in Texas ab. Die Telemetriedaten während des Livestreams zeigten: Mindestens vier Triebwerke zündeten beim Startsequenz-Ablauf nicht.

CEO Elon Musk erklärte, zwei Raptor-Triebwerke der Super-Heavy-Boosterstufe müssten ausgetauscht werden. Der wahrscheinlichste Starttermin sei Anfang der kommenden Woche. Mittlerweile hat SpaceX Montagabend als neues Ziel genannt, mit einem 90-minütigen Startfenster ab 18:45 Uhr Ostküstenzeit.

Hohe Erwartungen nach dem Börsendebüt

Der Zeitpunkt des Rückschlags trifft die Aktionäre besonders hart. Der Starship-Start sollte an der Wall Street ein Signal setzen — es ist der erste Versuch seit dem Listing im Juni.

SpaceX steht zudem unter Druck, Starship für einen wichtigen NASA-Testflug im kommenden Jahr einsatzbereit zu machen. Diese Mission könnte den Weg für die nächste Mondlandung ebnen. Ein sauberer Verlauf von Flight 13 wäre ein Meilenstein für die überarbeitete Raketenversion V3 — es wäre erst der zweite Testflug dieser Generation. Das zählt: Beim ersten V3-Flug im Mai hatten mehrere Triebwerksausfälle die Rakete deutlich unter ihre Leistungsgrenze gedrückt.

Die Ziele für den neuen Versuch sind ambitioniert. Super Heavy soll erfolgreich starten, von der Ship-Oberstufe abtrennen, einen vollständigen Rückbrennmanöver durchführen und sanft im Golf von Mexiko wassern. Parallel soll Ship 20 Starlink-V3-Satelliten aussetzen, ein Raptor-Triebwerk im All erneut zünden und anschließend im Indischen Ozean landen. Zum ersten Mal überhaupt würde Starship damit funktionsfähige Starlink-Satelliten ins All bringen.

Der Kurs spiegelt die Unsicherheit

Die Aktie hat in den vergangenen sieben Tagen 14,78 Prozent verloren, über 30 Tage sogar 34,80 Prozent. Dieser Absturz fällt fast exakt mit dem Anlauf zu Flight 13 und dessen Abbruch zusammen. Gemessen am 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro vom 16. Juni liegt der Kurs nun 44,26 Prozent darunter — ein deutliches Zeichen, wie schnell die Stimmung nach dem Börsengangs-Hoch gekippt ist.

Der 14-Tage-RSI steht bei 34,6 und signalisiert damit überverkaufte Bedingungen. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 93,16 Prozent zeigt, wie stark die Kursausschläge rund um die Startprobleme zugenommen haben. Ein erfolgreicher Start am Montag könnte als Stabilisierungssignal wirken. Ein weiterer Rückschlag dürfte die Aktie dagegen näher an neue Tiefstände drücken.

Alle Blicke richten sich nun auf Starbase in Texas, wo das Startfenster am Montagabend öffnet. Ein neuer, verbindlicher Termin stand nach dem Abbruch zunächst nicht fest — Musks eigene Einschätzung deutet aber auf einen Versuch in der kommenden Woche hin. Angesichts der Nähe zum Jahrestief und der hohen Volatilität dürfte der Ausgang dieses Startversuchs der wichtigste kurzfristige Kurstreiber für die SpaceX-Aktie werden.

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