SpaceX Aktie: 60-Milliarden-Dollar-Kauf von Cursor

SpaceX-Aktie fällt nach Ablauf der Lockup-Frist um 14 Prozent. Trotz Rekordumsatz und Milliarden-Übernahme von Cursor bleibt die Bewertung umstritten.

Die Kernpunkte:
  • Lockup-Ende setzt Aktie unter Druck
  • Umsatz steigt um 92 Prozent
  • Cursor-Übernahme für 60 Milliarden Dollar
  • Analysten uneins über KI-Strategie

Für Anleger von SpaceX war der Mittwoch ein Schock: Die Aktie brach um 14,12 Prozent ein und schloss bei 93,46 Euro – nur noch 2,66 Prozent über dem 52-Wochen-Tief. Der Kurssturz fällt zusammen mit einem Datum, auf das der Markt seit dem Börsengang gewartet hatte: Heute läuft die erste Lockup-Frist nach dem IPO aus. Rund 911,5 Millionen Aktien, etwa ein Fünftel der Anteile von Mitarbeitern und frühen Investoren, werden damit erstmals handelbar. Dass ausgerechnet dieser Termin auf eine Phase voller operativer und finanzieller Nachrichten trifft, macht die Gemengelage für Investoren komplex.

Rekordumsatz trotz weiterem Verlust

Am Dienstag hatte SpaceX seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, und die fielen überraschend stark aus. Der Umsatz kletterte auf 7,81 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich über der Konsensschätzung von 6,82 Milliarden US-Dollar. Der Nettoverlust schrumpfte von einer Milliarde US-Dollar im Vorjahresquartal auf 541 Millionen US-Dollar, während das bereinigte EBITDA auf 3,5 Milliarden US-Dollar stieg. Gleichzeitig meldete das Unternehmen Investitionen von 18,4 Milliarden US-Dollar allein im zweiten Quartal, wovon 15,8 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur und orbitale Rechenzentren flossen. Diese Summen zeigen, wie stark SpaceX inzwischen auf ein zweites Standbein jenseits von Raketen und Starlink setzt.

Passend dazu gab das Unternehmen eine Übernahme bekannt: Für 60 Milliarden US-Dollar soll die KI-Coding-Plattform Cursor gekauft werden, um das Unternehmensangebot im Bereich künstliche Intelligenz auszubauen. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal 2026 erwartet. Für Anleger bedeutet das: Die Bewertung von SpaceX hängt zunehmend nicht mehr nur an Starlink und Trägerraketen, sondern an der Frage, wie schnell sich das KI-Geschäft monetarisieren lässt.

Analysten zwischen Kurszielen und Vorsicht

Die Reaktionen der Analysten fallen entsprechend unterschiedlich aus. Gestern bekräftigte Goldman-Sachs-Analyst Eric Sheridan nach der Vorlage der Quartalszahlen seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 205,00 US-Dollar. Bereits Ende Juli hatte Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas ein Kursziel von 300,00 US-Dollar genannt und dabei mehr als die Hälfte der Unternehmensbewertung dem KI-Segment und dem Potenzial für „orbitale Rechenleistung“ zugeschrieben. Kritische Stimmen mahnen dagegen zur Vorsicht: Trotz starkem Wachstum bei Starlink gebe es Zweifel, ob sich die gewaltigen Ausgaben für KI-Infrastruktur tatsächlich rentieren – eine Skepsis, die angesichts der Milliarden-Investitionen der vergangenen Wochen an Gewicht gewinnt.

Raketenprogramm läuft ungebremst weiter

Operativ zeigt sich SpaceX derweil in gewohnter Schlagzahl. Am Dienstag startete eine Falcon-9-Rakete drei BlueBird-Satelliten für AST SpaceMobile von Cape Canaveral, die zugehörige Booster-Stufe absolvierte dabei ihre 30. erfolgreiche Landung. Am selben Tag schlug eine ausgebrannte Falcon-9-Oberstufe aus einer Mission vom Januar 2025 nahe dem Einstein-Krater auf dem Mond ein – ein Ereignis, das sowohl die NASA als auch die Europäische Südsternwarte beobachteten.

Im Starship-Programm bleibt der nächste große Meilenstein Flug 14, den Firmenchef Elon Musk für Ende August 2026 in Aussicht gestellt hat. Geplant sind die erste orbitale Nutzlastauslieferung sowie der erste Versuch, die Oberstufe mit den Fangarmen des Startturms einzufangen. Das folgt auf Flug 13 vom 24. Juli, bei dem die Oberstufe präzise im Indischen Ozean niederging und der Super-Heavy-Booster der Version V3 erfolgreich zur Startrampe zurückkehrte.

Für Anleger bleibt die Gemengelage vielschichtig: operative Fortschritte und starke Quartalszahlen treffen auf frisch verfügbare Insider-Aktien und eine wachsende Diskussion darüber, ob die KI-Wette des Unternehmens die hohen Bewertungsansprüche rechtfertigt.

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