SpaceX Aktie: 8,1-Milliarden-Aufträge vom Pentagon

SpaceX erhält Rüstungsaufträge über 8,1 Mrd. Dollar, übernimmt Cursor für 60 Mrd. Dollar und forciert das KI-Geschäft. Analysten zeigen sich optimistisch.

Die Kernpunkte:
  • Rüstungsaufträge über 8,1 Milliarden Dollar
  • Cursor-Übernahme für 60 Milliarden Dollar
  • KI-Segment soll bis 2027 dominieren
  • Starlink-Abos steigen auf 12 Millionen

SpaceX hat binnen weniger Tage gleich mehrere Großaufträge und eine milliardenschwere Übernahme eingefahren. Das US-Verteidigungsministerium vergab am Mittwoch Raketenabwehr-Aufträge über 8,1 Milliarden Dollar an das Unternehmen, darunter 2,29 Milliarden Dollar für das Kommunikationsrückgrat Space Data Network und 4,16 Milliarden Dollar für die Satellitenkonstellation Airborne Moving Target Indicator. Damit rückt die staatliche Verankerung von SpaceX als Rüstungs- und Infrastrukturpartner der US-Regierung deutlicher in den Vordergrund.

Parallel dazu verhandelt Italien nach Medienberichten über einen Fünf-Jahres-Vertrag im Volumen von 1,6 Milliarden Dollar für Starlink Starshield. Der italienische Geheimdienst und das Verteidigungsministerium sollen dem Deal bereits vorläufig zugestimmt haben. Sollte der Vertrag zustande kommen, würde SpaceX seine Position als sicherheitsrelevanter Satelliteninfrastruktur-Anbieter in Europa weiter ausbauen.

Cursor-Übernahme und KI-Ambitionen

Am Freitag vollzog SpaceX zudem die vollständig aktienfinanzierte Übernahme der KI-Coding-Plattform Anysphere, bekannt als Cursor, im Wert von 60 Milliarden Dollar. Für die Transaktion gab das Unternehmen rund 29,1 Millionen Restricted Stock Units sowie 44,4 Millionen Optionen auf Class-A-Aktien aus.

Konzernchef Elon Musk hatte bereits am Dienstag intern kommuniziert, dass die Einnahmen aus KI-Infrastruktur bis September 2026 alle anderen Geschäftsbereiche übertreffen sollen, mit einem Zielwert von 10 Gigawatt Rechenkapazität bis Ende 2027.

Diese Ausrichtung erklärt, warum Analysten das Wachstumsnarrativ zunehmend nicht mehr allein an Raumfahrt und Starlink festmachen. Morgan Stanley bekräftigte am Mittwoch sein „Overweight“-Rating mit einem Kursziel von 300 Dollar und rechnet damit, dass das KI-Segment bis Jahresende eine annualisierte Rate von 8 Milliarden Dollar erreichen könnte.

Argus stufte die Aktie am selben Tag von „Hold“ auf „Buy“ hoch und setzte das Kursziel auf 160 Dollar, nachdem der Umsatz im zweiten Quartal um 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen war.

Operatives Geschäft bleibt Fundament

Neben den Übernahmen und Rüstungsaufträgen läuft das Kerngeschäft unvermindert weiter: Am Mittwoch brachte SpaceX innerhalb weniger Stunden 53 Starlink-Satelliten in zwei separaten Falcon-9-Missionen von Florida und Kalifornien aus ins All.

Im zweiten Quartal hatte der Konzern als frisch börsennotiertes Unternehmen 7,8 Milliarden Dollar Umsatz gemeldet, bei einem Nettoverlust von 541 Millionen Dollar. Einzig profitabel war die Starlink-Sparte mit 1,66 Milliarden Dollar operativem Gewinn, während die Abonnentenzahl im Konsumentengeschäft auf 12 Millionen stieg.

Für Ende August ist zudem der Flug Starship Flight 14 vorgesehen, bei dem SpaceX erstmals eine Nutzlast in die Umlaufbahn bringen und den Versuch unternehmen will, die Oberstufe mit dem Startturm aufzufangen – vorbehaltlich finaler behördlicher Freigabe.

Kursreaktion und Ausblick

Der Aktienkurs schloss am Freitag bei 120,96 Euro, nach einem Tagesminus von 1,2 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 5,1 Prozent zu Buche, was die grundsätzlich positive Aufnahme der jüngsten Nachrichtenflut widerspiegelt.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 194,46 Euro, erreicht im Juni, bleibt das Papier mit einem Abstand von 38 Prozent aber weiterhin deutlich entfernt – ein Zeichen dafür, dass trotz der Auftragsflut noch erhebliche Skepsis am Markt besteht, etwa mit Blick auf die hohen Investitionskosten, die Piper Sandler bereits Anfang August als Grund für ein gesenktes Kursziel von 140 Dollar anführte.

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