SpaceX Aktie: 843-Millionen-Auftrag von NASA bestätigt

SpaceX-Papier steigt nach Aktienfreigabe wieder, Analysten uneins. Starship-Fortschritte und Cursor-Übernahme prägen das Bild.

Die Kernpunkte:
  • Kurserholung nach Lockup-Freigabe
  • Analysten mit geteilten Meinungen
  • Starship-Flug 14 für September geplant
  • Cursor-Übernahme für 60 Milliarden Dollar

SpaceX kämpft sich nach dem Kursrutsch durch die Aktien-Freigabe der vergangenen Woche zurück. Am Freitag legte das Papier um 2,1 Prozent auf 117,20 Euro zu, nachdem der Markt zuvor rund 319 Millionen Class-A-Aktien aus der Lockup-Sperrfrist absorbieren musste. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 3,1 Prozent zu Buche, über 30 Tage hingegen ein Plus von 16 Prozent.

Erholung nach Unterschreiten des IPO-Preises

Die Freigabe von rund sieben Prozent der ausstehenden Aktien am 20. August hatte den Kurs zeitweise unter den IPO-Preis von 135 Dollar gedrückt, der US-Handel schloss an jenem Tag bei 131,86 Dollar. Der folgende Rebound zeigt, dass Anleger das zusätzliche Angebot bislang verdauen können, ohne in Panik zu verfallen.

Zur Einordnung: Das Papier notiert derzeit 5,4 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 123,95 Euro und liegt rund 40 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro aus dem Juni. Die nächste Belastungsprobe folgt bereits am 9. September, wenn eine weitere gestaffelte Freigabe von etwa 319 Millionen Insider-Aktien ansteht.

Frisches Kapital band sich SpaceX zugleich über die Übernahme von Cursor, die das Unternehmen für 60 Milliarden Dollar in einer reinen Aktientransaktion abschloss. Dafür gab SpaceX rund 389 Millionen neue Class-A-Aktien aus – eine zusätzliche Verwässerung, die parallel zur Lockup-Freigabe auf den Kurs wirkt.

Gleichzeitig bauten institutionelle Investoren wie Tema ETFs, Montanova Capital und Proficio Capital Partners im zweiten Quartal neue Positionen auf, was auf anhaltendes Interesse trotz der Unsicherheit hindeutet.

Analysten uneins über Bewertung

Die Meinungen der Analysten gehen weit auseinander. DZ Bank startete die Coverage am Freitag mit einem Verkaufen-Rating und einem Kursziel von 100 Dollar, begründet mit Bewertungsrisiken infolge der jüngsten Aktienfreigabe.

Bernstein-Analyst Douglas Harned hob sein Kursziel am selben Tag dagegen auf 248 Dollar von zuvor 239 Dollar an und bestätigte seine Kaufempfehlung – die Wiederverwendbarkeit von Starship sieht er als zentralen langfristigen Werttreiber.

Starship-Programm nimmt Fahrt auf

Operativ liefert SpaceX weiter ab. Am Freitag startete eine Falcon 9 mit 29 Starlink-Satelliten von Cape Canaveral, die insgesamt 75. Starlink-Mission des Jahres. Zuvor hatte das Unternehmen bereits seinen 100. Start des Jahres 2026 gefeiert, die Starlink-Konstellation umfasst mittlerweile mehr als 11.000 aktive Satelliten.

Für das Starship-Programm laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Ein sechsmotoriger Static-Fire-Test von Ship 41 wurde erfolgreich abgeschlossen, für Anfang bis Mitte September ist der erste vollständige Orbitalflug im Rahmen von Flight 14 anvisiert.

CEO Elon Musk kündigte zudem an, in einigen Monaten erstmals den Fang einer Starship-Oberstufe mit den mechanischen Armen des Startturms zu versuchen, ein erneuter Flug einer geborgenen Starship-Stufe soll spät 2026 oder Anfang 2027 folgen.

Auch bei staatlichen Aufträgen bleibt SpaceX gefragt: NASA bestätigte das 843-Millionen-Dollar-Vertragsvolumen für die Entwicklung des U.S. Deorbit Vehicle, mit dem die Internationale Raumstation nach 2030 kontrolliert zum Absturz gebracht werden soll.

Zugleich diversifiziert die Raumfahrtbehörde ihre Lieferkette und vergab einen 100-Millionen-Dollar-Auftrag für Nutzlastverarbeitung an Konkurrenten wie Blue Origin und Firefly Aerospace – ein Signal, dass die Abhängigkeit von SpaceX zumindest in Teilbereichen reduziert werden soll.

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