SpaceX Aktie: 850 Milliarden Dollar Wertverlust seit Juni

SpaceX-Aktie notiert nahe 52-Wochen-Tief, während Analystenmeinungen stark divergieren und Starship-Test bevorsteht.

Die Kernpunkte:
  • Aktie knapp über Jahrestief
  • Analystenziele zwischen 62 und 800 Dollar
  • Starship-Testflug für Juli geplant
  • Hohe Volatilität und Kapitalbedarf

Am Mittwoch notiert das Papier bei 120,56 Euro und legt damit um 1,09 Prozent zu, nach einem Schlusskurs von 119,26 Euro am Dienstag. Der Abstand zum am 14. Juli 2026 markierten Jahrestief von 119,04 Euro beträgt nur noch 1,28 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro, aufgestellt am 16. Juni 2026, fehlen dagegen 38,00 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Minus von 7,06 Prozent, auf Monatssicht von 27,39 Prozent zu Buche. Der RSI von 40,9 signalisiert keine akute Überverkauftheit mehr, die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 95,74 Prozent zeigt jedoch, wie nervös der Handel mit dem Titel bleibt. Die Marktkapitalisierung liegt umgerechnet bei 1.671,14 Milliarden Euro.

Vom Höhenflug zum Rekordtief

Erst am 16. Juni 2026 hatte SpaceX sein bisheriges Hoch erreicht, nur wenige Tage nach dem Börsengang zum IPO-Preis von 135 US-Dollar. Seither ist die Aktie um rund 39 Prozent gefallen und pendelte am 14. Juli 2026 bei 136,08 US-Dollar – nur einen Dollar über dem Ausgabepreis. An diesem Tag wurde laut mehreren Berichten ein Marktwert von rund 39,5 Milliarden US-Dollar an einem einzigen Handelstag vernichtet, kumuliert seit dem Hoch soll die Bewertung um etwa 850 Milliarden US-Dollar geschrumpft sein. Konkurrenten wie MDA, Rocket Lab und AST SpaceMobile profitierten an diesem Tag mit Kursgewinnen, während SpaceX-Gründer Elon Musk nach Berichten sein Vermögen auf unter 900 Milliarden US-Dollar sinken sah, nachdem es Mitte Juni noch bei 1,45 Billionen US-Dollar gelegen hatte.

Analystenhäuser tief gespalten

Die Meinungen der Investmentbanken zu SpaceX klaffen ungewöhnlich weit auseinander. Evercore ISI initiierte die Coverage Mitte Juli mit einem Outperform-Rating und einem Kursziel von 230 US-Dollar. Analyst Kutgun Maral nennt Starship, Starlink und die KI-Sparte Grok als zentrale Wachstumstreiber und bezeichnet SpaceX als vertikal integriertes Unternehmen. Sein Modell rechnet bis 2028 mit einem Umsatzwachstum von 106 Prozent und einem EBITDA-Wachstum von 157 Prozent. Auf der anderen Seite positionierte sich MoffettNathanson mit einem Neutral-Rating und einem Kursziel von lediglich 131 US-Dollar. Analystin Julie Zhu kritisiert in einem 93-seitigen Report die von SpaceX kommunizierte Zieladressierbarkeit von 30 Billionen US-Dollar als unrealistisch und warnt vor Engpässen bei den geplanten orbitalen Rechenzentren. Zwar erkennt der Report die faktische Monopolstellung von SpaceX bei Raketenstarts an, sieht darin aber zugleich ein regulatorisches Risiko. Die Spannweite der Kursziele reicht insgesamt von 62 US-Dollar (Morningstar) bis 800 US-Dollar (Raymond James), während Morgan Stanley bei 300, Bank of America bei 235 und Goldman Sachs bei 205 US-Dollar liegen. Mehr als 80 Prozent der Analysten stufen die Aktie mit Kaufempfehlungen ein.

Starship-Test als nächster Prüfstein

Für Anleger rückt nun der 13. Testflug des Starship-Raketensystems in den Fokus, für den die FAA die Freigabe erteilt hat. Der Start ist frühestens für den 16. Juli 2026 um 18:45 Uhr Ostküstenzeit von Texas aus geplant. An Bord sollen 20 Starlink-V3-Satelliten sein, die suborbital ausgesetzt werden. Der Flug soll Korrekturen testen, die nach dem Verlust der Kontrolle über den Super-Heavy-Booster bei Flug 12 im Mai 2026 vorgenommen wurden, darunter eine geänderte Triebwerkszündsequenz. Parallel hat Starlink bei der FCC beantragt, bis zu 100.000 Satelliten der dritten Generation in sehr niedriger Erdumlaufbahn zu betreiben – aktuell sind es rund 10.400 Stück, bei einer Bauleistung von etwa 3.640 Satelliten pro Jahr. Starlink selbst gilt als profitabler Kern des Konzerns: 2025 erzielte die Sparte einen Umsatz von 11,4 Milliarden US-Dollar und einen operativen Gewinn von 4,4 Milliarden US-Dollar.

Kapitalbedarf und Aktienangebot belasten

Zusätzlichen Druck erzeugen finanzielle Faktoren abseits des operativen Geschäfts. SpaceX hat eine erste Anleiheemission über 20 Milliarden US-Dollar platziert, um den hohen Investitionsbedarf zu decken – im ersten Quartal 2026 stand einem operativen Verlust von 1,94 Milliarden US-Dollar ein Capex von 10,1 Milliarden US-Dollar gegenüber. Zusätzlich sollen nach der Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal gestaffelt weitere Insider-Aktien handelbar werden, was den ohnehin knappen freien Streubesitz von derzeit nur 4 bis 5 Prozent der Anteile erweitern dürfte. Die nächsten Quartalszahlen werden für Anfang August 2026 erwartet und dürften zusammen mit dem Ausgang des Starship-Tests darüber entscheiden, ob sich die Aktie von ihrem aktuellen Niveau nahe dem Jahrestief lösen kann.

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