SpaceX Aktie: 911,5 Millionen Aktien ab 6. August
SpaceX steht vor entscheidenden Tagen: Erste Quartalszahlen und auslaufende Lock-up-Frist könnten den Aktienkurs weiter belasten.

- Erste Quartalszahlen nach Börsengang
- Lock-up-Frist läuft am 6. August aus
- Analysten uneins über Kursentwicklung
- Starlink als profitables Kernsegment
Rekordbörsengang, Bewertung von zeitweise fast drei Billionen Dollar – und jetzt ein Kurssturz auf neue Tiefstände. Bei SpaceX prallen zwei Realitäten aufeinander. Die langfristige Wette auf ein Raumfahrt- und KI-Imperium trifft auf kurzfristige Nervosität vor Quartalszahlen und einer riesigen Aktienfreigabe.
Zwei Ereignisse in vier Tagen
Am heutigen Dienstag legt SpaceX nach Börsenschluss zum ersten Mal als öffentlich gehandeltes Unternehmen Quartalszahlen vor. Nur zwei Tage später, am 6. August, läuft die erste große Lock-up-Frist für Insider aus. Bis zu 911,5 Millionen Aktien könnten dann auf den Markt kommen – mehr als eine Verdopplung der frei handelbaren Aktien.
Leerverkäufer positionieren sich bereits gegen dieses Überangebot. Der Kurs hat seit dem Rekordhoch schon rund die Hälfte seines Wertes verloren. Über die vergangenen 30 Tage steht ein Minus von 29,29 Prozent zu Buche. Aktuell notiert die Aktie nur noch 9,07 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief vom 3. August. Der RSI von 37,1 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain.
Analysten tief gespalten
34 Analysten beobachten das Papier, im Konsens lautet das Urteil „Kaufen“ bei einem durchschnittlichen Kursziel von 236,71 Dollar. 27 Experten empfehlen den Kauf, sechs raten zum Halten, nur ein Analyst rät zum Verkauf.
Die Bandbreite der Einzelziele zeigt aber, wie uneins die Wall Street wirklich ist: Sie reicht von 62 bis 800 Dollar. Morgan Stanley traut SpaceX ein Kursziel von 300 Dollar zu – das würde einer Marktbewertung von fast vier Billionen Dollar entsprechen.
Gegen den Strom schwimmt Phillip Securities. Das Haus startet die Coverage mit einem Verkaufsrating und einem Kursziel von 75 Dollar. Die Begründung: Das Launch-Geschäft sei zwar dominant, das Satelliteninternet wachse schnell – die neuen KI-Ambitionen blieben aber reine Spekulation.
Starlink trägt, der Rest verbrennt Kapital
Starlink macht 61 Prozent des Umsatzes von 2025 aus und ist das einzige profitable Segment im Konzern. Die Raumfahrt- und die neue KI-Sparte verbrennen dagegen weiterhin Kapital.
SpaceX baut sein Geschäft rasant aus. Der Konzern hat milliardenschwere monatliche GPU-Verträge mit Google und Anthropic geschlossen. Dazu kommt eine Übernahme des KI-Coding-Start-ups Cursor für rund 60 Milliarden Dollar in Aktien.
Diese Diversifizierung macht die Investment-These komplizierter. Kritiker verweisen auf die tiefe Unprofitabilität des Konzerns und eine Bewertung von 1,5 Billionen Dollar, die vor allem auf dem Starlink-Geschäft ruht.
Entscheidende Tage stehen bevor
Die Lücke zwischen dem durchschnittlichen Kursziel und dem aktuellen Kurs zeigt zwei gegensätzliche Sichtweisen. Die einen sehen den langfristigen Fall für einen dominanten Anbieter von Raketenstarts und Satelliteninternet. Die anderen fürchten, dass Quartalszahlen und Lock-up-Ablauf in den kommenden Tagen für heftige Ausschläge sorgen.
Händler werden am Dienstagabend nicht nur auf Umsatz und Verluste schauen. Ebenso wichtig dürften Aussagen des Managements zur Kommerzialisierung von Starship und zur Profitabilität der neu integrierten KI-Sparte sein.
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