SpaceX Aktie: 911,5 Millionen Aktien am 6. August frei
SpaceX-Papier nahe Rekordtief: Erste Bilanz als börsennotierte Firma und massive Aktienfreigaben erhöhen den Druck auf den Kurs.

- Kurs nahe 52-Wochen-Tief
- Erste Quartalszahlen am Dienstag
- Milliarden Aktien werden handelbar
- Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch
SpaceX-Aktien schließen die Woche bei 93,96 Euro. Das Papier liegt damit nur noch 0,59 Prozent über dem frischen 52-Wochen-Tief von 93,41 Euro, markiert am 31. Juli. Innerhalb eines Monats hat die Aktie 32,10 Prozent verloren. Für die Anteilseigner des im Juni an die Nasdaq gegangenen Raumfahrtkonzerns wird es jetzt ernst: Am Dienstag steht der erste Quartalsbericht seit dem Börsengang an, zwei Tage später öffnet sich eine gewaltige Verkaufsschleuse.
Vom Rekordhoch zum Ausverkauf
Der Börsenstart verlief zunächst furios. SpaceX platzierte 555.555.555 Aktien der Klasse A zu je 135 US-Dollar und erreichte am ersten Handelstag ein Rekordhoch. Seither ging es steil bergab: Vom Höchststand aus büßte die Aktie rund 42 Prozent ein.
Der technische Zustand des Papiers passt zum Bild der Ermüdung. Der RSI steht bei 31,0 und nähert sich damit überverkauftem Terrain. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Handelstage liegt bei 54,45 Prozent — ein Wert, der zeigt, wie nervös der Handel seit dem Listing geworden ist.
Zahlen und Lock-up treffen sich am gleichen Tag
Der 4. August markiert den ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen. Genau dieses Datum löst zugleich eine ungewöhnliche Lock-up-Klausel aus. Anders als beim üblichen 180-Tage-Fenster dürfen Insider hier deutlich früher verkaufen.
Am zweiten vollen Handelstag nach der Zahlenvorlage, also am 6. August, werden 20 Prozent der gesperrten Aktien handelbar. Das entspricht bis zu 911,5 Millionen Aktien. Schließt der Kurs an fünf der zehn Handelstage vor dem Bericht mindestens 30 Prozent über dem IPO-Preis, kommen weitere 10 Prozent hinzu — dieses Szenario ist nach dem aktuellen Kursverfall allerdings unwahrscheinlich.
Damit nicht genug: Rund um den 20. August folgt die nächste Lock-up-Freigabe, dann werden weitere 455,8 Millionen Aktien frei handelbar. Analysten betonen, wie außergewöhnlich das Ausmaß ist. Ein typischer Börsengang bringt etwa 20 Prozent der Aktien in den freien Handel. SpaceX platzierte beim IPO dagegen nur rund 5 Prozent seiner Anteile — entsprechend viel Material liegt jetzt gesperrt in den Büchern und drängt schrittweise auf den Markt.
Hinter der Kursschwäche steht auch die operative Realität. SpaceX verbuchte 2025 einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal 2026 kamen weitere 4,28 Milliarden Dollar Verlust hinzu. Marktbeobachter sehen darin eine Mischung aus drei Effekten: nachlassende Euphorie nach dem Börsendebüt, Gewinnmitnahmen früher Investoren und eine Börse, die kapitalintensiven, unprofitablen Wachstumsgeschichten insgesamt weniger Geduld entgegenbringt.
Analysten bleiben trotz Kursverfall zuversichtlich
Die Stimmung unter Analysten hat sich trotz des Absturzes kaum eingetrübt. Von 33 Analysten, die die Aktie covern, empfiehlt die Mehrheit Kauf oder starken Kauf. Das Konsens-Rating lautet „Moderate Buy“, das durchschnittliche Kursziel liegt deutlich über dem aktuellen Niveau.
Manche Experten vermuten, der Markt habe die drohende Verwässerung längst eingepreist. Morningstar-Analyst Nicolas Owens formuliert es so: Ein guter Teil der jüngsten Talfahrt dürfte bereits die Erwartung der Lock-up-bedingten Verwässerung widerspiegeln. Andere Stimmen an der Wall Street warnen dagegen, die massive Zunahme des Streubesitzes werde noch länger auf dem Kurs lasten.
Kleinere Freigaben ziehen sich bis in den Herbst
Der Verkaufsdruck endet nicht mit dem August. Von Ende August bis Ende Oktober werden alle zwei bis drei Wochen weitere Tranchen von jeweils rund 7 Prozent der regulär gesperrten Aktien frei. Nach dem Bericht zum dritten Quartal folgen dann noch einmal 28 Prozent.
Für die kommende Woche bündeln sich damit zwei Risikofaktoren in engem Abstand: die erste Bilanz als Aktiengesellschaft und die größte Lock-up-Freigabe seit dem Börsengang. Ob der Bericht am Dienstag das Vertrauen der Anleger stabilisieren kann, bevor am 6. August frisches Angebot auf den Markt trifft, entscheidet sich in den nächsten Handelstagen.
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