SpaceX Aktie: 911,5 Millionen Aktien werden handelbar
Vor dem Quartalsbericht im August fallen SpaceX-Aktien auf ein neues 52-Wochen-Tief. Fast 20 Prozent der gesperrten Papiere werden dann handelbar.

- Kursrutsch auf 108,40 Euro
- Erste Insider-Verkaufswelle erwartet
- Gestaffelte Aktienfreigabe im Juli
- Bewertung bleibt trotz Verlusten hoch
SpaceX-Aktien fielen am Freitag um 5,39 Prozent auf 108,40 Euro. Ein neues 52-Wochen-Tief. Binnen eines Monats hat das Papier fast 35 Prozent verloren, vom Rekordhoch aus Mitte Juni bei 194,46 Euro trennen die Aktie inzwischen 44 Prozent.
Der Grund für den Ausverkauf liegt nicht in operativen Problemen. Anleger positionieren sich vor der ersten großen Welle von Insider-Verkäufen, die an den kommenden Quartalsbericht gekoppelt ist.
Der Juli-Bericht als Startschuss
SpaceX hat seinen Börsengang im Juni ungewöhnlich strukturiert. Statt eines einzigen Stichtags, an dem alle gesperrten Aktien gleichzeitig frei werden, öffnet sich die Sperrfrist in mehreren Etappen. Die erste und größte Tranche folgt kurz nach der Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal.
Fast 20 Prozent der gesperrten Aktien werden dann handelbar, das entspricht rund 911,5 Millionen Papieren. Mitarbeiter und ausgewählte frühe Investoren dürfen ab dem zweiten Handelstag nach der Veröffentlichung verkaufen. Ein offizielles Berichtsdatum hat SpaceX bisher nicht bestätigt, Marktbeobachter rechnen mit dem 6. August 2026.
Ein zweiter Mechanismus könnte die Verkaufswelle noch verstärken. Notiert die Aktie an mindestens fünf der zehn Handelstage vor der Bilanzvorlage über 175,50 Dollar, werden zusätzliche 455,8 Millionen Aktien freigegeben. Nach dem jüngsten Kurssturz liegt SpaceX weit unter dieser Schwelle — dieser zusätzliche Verkaufsdruck dürfte also vorerst ausbleiben.
Warum die Struktur den Unterschied macht
Die gestaffelte Freigabe soll genau das verhindern, was viele Börsengänge nach Ablauf der Lock-up-Frist erleben: einen abrupten Angebotsschock. Nach der ersten Tranche im Juli folgen im August, September und Oktober jeweils weitere Pakete von etwa 7 Prozent.
Musks eigene Anteile bleiben davon unberührt. Sie sind bis 2027 gesperrt und bilden damit das größte potenzielle Verkaufsrisiko — nur eben erst in der Zukunft.
Bis Anfang Dezember könnten dennoch rund 40 Prozent aller SpaceX-Aktien frei handelbar sein. Die übrigen 60 Prozent, inklusive Musks Bestand, bleiben bis Mitte 2027 gesperrt. Das ist relevant, weil SpaceX beim Börsengang weniger als 5 Prozent seiner Aktien gestreut hat. Dieser knappe Streubesitz trieb die Bewertung auf rund 2,1 Billionen Dollar.
Teure Bewertung trifft auf wachsendes Angebot
Trotz des Kursrutsches bleibt SpaceX nach klassischen Kennzahlen teuer. Das Unternehmen wird mit etwa dem 49-Fachen des erwarteten Umsatzes gehandelt — ein Wert, der SpaceX zu einer der teuersten Aktien im Large-Cap-Segment macht.
Die Analystenstimmung bleibt trotzdem mehrheitlich positiv. Laut LSEG-Daten empfehlen 27 von 32 Analysten den Kauf, vier sind neutral eingestellt, einer rät zum Verkauf.
Ein Marktstratege beschrieb den bevorstehenden Lock-up-Ablauf als Stimmungstest in Echtzeit. Halten frühe Investoren und Mitarbeiter ihre Aktien während der ersten Verkaufsfenster, spricht das für Vertrauen in die Zwei-Billionen-Dollar-Bewertung. Verkaufen sie sofort, sagt das etwas anderes.
Was als Nächstes zählt
Mit einem RSI von 34,6 nähert sich die Aktie überverkauftem Terrain. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 93 Prozent zeigt, wie unruhig der Handel seit dem Börsendebüt im Juni geworden ist. Investoren achten aktuell vor allem auf eine offizielle Bestätigung des Berichtstermins sowie auf Signale zum Starlink-Abonnentenwachstum und zum KI-Rechenzentrumsgeschäft, das einen Großteil der positiven Investmentthese trägt.
Der eigentliche Härtetest kommt aber erst später. Der Bericht zum dritten Quartal Ende Oktober oder im November 2026 löst die bisher größte Einzelfreigabe aus — 28 Prozent des 180-Tage-Blocks, umgerechnet etwa 1,3 Milliarden Aktien. Die komplette 180-Tage-Sperrfrist läuft schließlich am 8. Dezember 2026 aus. Bis dahin bleibt für Aktionäre vor allem eine Frage im Blick: ob sich der Kurs oberhalb seines gerade erst markierten Jahrestiefs stabilisieren kann, bevor die erste Insider-Verkaufswelle den Markt erreicht.
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