SpaceX Aktie: 911,5 Millionen Anteile lockern

SpaceX-Aktie steigt nach Verlustserie um 7,15 Prozent. Erster Quartalsbericht und bevorstehender Lock-up-Ablauf prägen die Markterwartungen.

Die Kernpunkte:
  • Kurserholung nach sieben Verlusttagen
  • Erster Quartalsbericht am 4. August
  • Insider dürfen Aktien verkaufen
  • Analysten uneins über Kursziele

Nach sieben Verlusttagen in Folge hat sich die SpaceX-Aktie zum Wochenbeginn kräftig erholt. Am Dienstag legte das Papier um 7,15 Prozent zu und steht aktuell bei 112,46 Euro. Damit liegt der Kurs nur noch 7,23 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief, das erst am 20. Juli erreicht wurde – ein Zeichen dafür, wie nah die Aktie trotz der Erholung weiterhin an ihren Jahrestiefständen notiert. Auslöser der Rallye ist die Ankündigung des ersten Quartalsberichts seit dem Börsengang sowie eine Reihe optimistischer Analystenstimmen.

Erster Quartalsbericht löst Lock-up-Ablauf aus

SpaceX wird am 4. August 2026 nach Börsenschluss seine ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen vorlegen. Der Termin ist mehr als eine reine Formalie: Zwei Handelstage nach der Veröffentlichung dürfen Insider bis zu 20 Prozent ihrer gesperrten Aktien verkaufen, also bis zu 911,5 Millionen Anteile im Wert von rund 109,2 Milliarden US-Dollar. Sollte die Aktie vor dem Bericht an fünf von zehn Handelstagen mindestens 30 Prozent über dem IPO-Preis von 135 US-Dollar schließen, kämen weitere 10 Prozent der gesperrten Aktien zur Freigabe hinzu – ein Szenario, das angesichts des aktuellen Kursniveaus unwahrscheinlich erscheint. Beim Börsengang am 12. Juni waren lediglich fünf Prozent der Aktien frei handelbar, weitere Sperrfristen laufen bis Juni 2027, darunter auch Anteile von Elon Musk. Für das zweite Quartal rechnen Analysten mit einem Verlust zwischen 0,12 und 0,42 US-Dollar je Aktie bei Umsatzschätzungen von 5,3 bis 8,1 Milliarden US-Dollar. Im ersten Quartal hatte SpaceX bei einem Umsatz von 4,69 Milliarden US-Dollar einen Verlust von 1,19 US-Dollar je Aktie ausgewiesen.

Analysten weit auseinander

Die Einschätzungen zum weiteren Kursverlauf gehen deutlich auseinander. Bank-of-America-Analyst Ronald Epstein bestätigte sein Kaufvotum mit einem Kursziel von 235 US-Dollar und sieht langfristigen Wert im Ausbau des orbitalen Rechenkapazitätsgeschäfts sowie sinkenden Startkosten. Macquarie bekräftigte seine Outperform-Einstufung mit einem Kursziel von 250 US-Dollar und rief Investoren dazu auf, den Kursrückgang als Kaufgelegenheit zu nutzen. Deutsche Bank sieht in einer Analyse ein Kursziel von 255 US-Dollar und ordnet den Rückgang seit dem Allzeithoch von 225,64 US-Dollar Mitte Juni vor allem der Marktstimmung zu, nicht den Fundamentaldaten. Morgan Stanley nennt in seinem Basisszenario ein Kursziel von 300 US-Dollar, im Bull-Case sogar 600 US-Dollar, im Bear-Case dagegen nur 75 US-Dollar. UBS liegt mit 210 US-Dollar deutlich konservativer, während Morningstar den fairen Wert der Aktie bei lediglich 63 US-Dollar verortet. Der Analystenkonsens fällt insgesamt bullish aus: 23 Kauf-, 5 Halte- und eine Verkaufsempfehlung stehen einem durchschnittlichen Kursziel von 243,81 US-Dollar gegenüber.

Short-Seller unter Druck, Musk warnt

Parallel zur Kursbewegung ist der Anteil der Leerverkäufe deutlich gestiegen. Der Short-Interest kletterte auf rund 32 Prozent des Streubesitzes, was etwa 206 Millionen Aktien im Wert von rund 25 Milliarden US-Dollar entspricht. Elon Musk warnte Leerverkäufer öffentlich, ihre Überlebenschancen seien gering – eine Spitze, die angesichts der bevorstehenden Katalysatoren Quartalsbericht und Lock-up-Ablauf für zusätzliche Nervosität am Markt sorgt.

Starship-Flug und Pentagon-Gespräche als operative Treiber

Neben den finanziellen Terminen richtet sich der Blick auch auf das operative Geschäft. Der Starship-Testflug 13 wurde nach einem automatischen Startabbruch wegen eines Triebwerksproblems auf den 23. Juli verschoben; zwei Raptor-Triebwerke wurden zuvor ausgetauscht. Die Mission soll 20 Starlink-V3-Satelliten aussetzen. Zusätzlich berichtete das Wall Street Journal, das Pentagon prüfe, Rechenkapazität für KI-Modelle bei SpaceX zu beziehen – ein Deal, der laut Bericht einen Wert im Milliardenbereich erreichen könnte. Im KI-Infrastrukturgeschäft hat sich Anthropic bereits die gesamte Rechenkapazität des Rechenzentrums Colossus 1 mit 300 Megawatt und mehr als 220.000 Nvidia-Grafikprozessoren gesichert, während Alphabet eine milliardenschwere KI-Partnerschaft abgeschlossen hat. Diese operativen Fortschritte liefern der Aktie zusätzlichen Rückenwind, während Anleger auf den Quartalsbericht am 4. August und die Auswirkungen des Lock-up-Ablaufs am 6. August warten.

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