SpaceX Aktie: 92 Prozent Umsatzwachstum übertrifft Erwartungen

Trotz Sell-Rating und Kursziel 100 Dollar steigt die SpaceX-Aktie. Starkes Q2-Wachstum und KI-Investitionen stützen den Kurs, während Aktienfreigaben belasten.

Die Kernpunkte:
  • DZ Bank rät zum Verkaufen
  • Umsatz steigt um 92 Prozent
  • Starlink treibt das Wachstum
  • Weitere Aktienfreigaben im September

SpaceX steht unter Beschuss der Analysten, doch die Aktie zeigt sich robust. Die DZ Bank initiierte am Freitag ein Sell-Rating mit Kursziel 100 Dollar – ein deutlicher Abschlag zum damaligen Schlusskurs. Analyst Markus Leistner spricht von einem „Crash-Risiko in der Bewertungs-Umlaufbahn“. Trotzdem legte das Papier am selben Tag um 2,1 Prozent zu.

Der Widerspruch zwischen skeptischen Analysten und robuster Kursreaktion prägt die aktuelle Lage. Während die DZ Bank vor einer überzogenen Bewertung warnt, bleibt der Analystenkonsens mehrheitlich positiv: Rund drei Viertel der beobachtenden Häuser raten weiterhin zum Kauf, das durchschnittliche Kursziel liegt bei etwa 226 Dollar.

Zuletzt notierte die Aktie 5,4 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen, dass der kurzfristige Trend angeschlagen, aber nicht gebrochen ist.

Starkes Wachstum, hohe Investitionen

Die Zahlen, die den Kursausschlag am Freitag befeuerten, stammen aus dem zweiten Quartal: SpaceX steigerte den Umsatz um 92 Prozent auf 7,81 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen deutlich. Der Verlust je Aktie fiel mit 0,09 Dollar viel geringer aus als die prognostizierten 0,26 Dollar.

Treiber war vor allem das Starlink-Geschäft, das mit 4,3 Milliarden Dollar gut 55 Prozent des Konzernumsatzes ausmachte und den operativen Gewinn um 66 Prozent steigerte. Die Abonnentenzahl hat sich auf 12 Millionen verdoppelt.

Gleichzeitig fließt enorm viel Kapital in die KI-Infrastruktur: Von den gesamten Investitionsausgaben in Höhe von 18,4 Milliarden Dollar entfielen 15,8 Milliarden auf KI-Kapazitäten. Bis 2030 plant das Unternehmen laut eigenen Angaben Investitionen von rund 800 Milliarden Dollar.

Für die DZ Bank ist genau das der wunde Punkt – die hohe Kapitalbindung bei gleichzeitig noch negativem Nettoergebnis von 541 Millionen Dollar im Quartal nährt die Zweifel an der aktuellen Bewertung.

Float wächst, Unlock-Termine im Blick

Ein zusätzlicher Belastungsfaktor für den Kurs ist die schrittweise Freigabe weiterer Aktien aus der Zeit nach dem Börsengang im Juni. Am Donnerstag wurden 319 Millionen zusätzliche Aktien handelbar, was den frei zirkulierenden Anteil um etwa 20 Prozent erhöhte.

Bereits am 20. August war die Aktie deswegen kurzzeitig unter den IPO-Preis von 135 Dollar gerutscht. Weitere Freigaben stehen in den kommenden Wochen und Monaten an, darunter am 9. September erneut 319 Millionen Aktien sowie größere Tranchen im Herbst und zum Jahresende.

Trotz dieser Belastung bleibt das Anlegerinteresse hoch. Cathie Woods ARK Invest erhöhte am Freitag ihre Position um gut 205.000 SpaceX-Aktien im Wert von rund 27,4 Millionen Dollar – finanziert unter anderem durch den Verkauf von Palantir-Anteilen. Das unterstreicht: Während Analysten über die Bewertung streiten, setzen bekannte institutionelle Investoren weiter auf das Unternehmen.

Ausblick

Für die kommenden Wochen dürften zwei Faktoren den Kurs bestimmen: der technische Fortschritt bei Starship, dessen nächster Testflug nach einem erfolgreichen Static-Fire-Test aller sechs Raptor-Triebwerke näher rückt, sowie die nächste große Aktienfreigabe Anfang September.

Anleger sollten die Diskrepanz zwischen fundamentalem Wachstum und Bewertungssorgen im Blick behalten – sie dürfte die Volatilität der Aktie in den kommenden Wochen hochhalten.

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