SpaceX Aktie: Abschied von Florida-Falcon

SpaceX verlagert Starlink-Starts auf Starship und plant für 100 Mrd. Dollar den neuen Standort Starbase Louisiana. Die Aktie notiert stabil.

Die Kernpunkte:
  • Letzte Falcon-9-Starlink-Mission von Florida
  • Starship übernimmt künftig Ostküsten-Starts
  • 100-Milliarden-Dollar-Projekt Starbase Louisiana
  • Aktie erholt sich nach IPO-Schwäche

SpaceX beendet ein Kapitel: Die letzte fest eingeplante Falcon-9-Starlink-Mission von der Ostküste ist gestartet. Künftig soll die größere Starship-Rakete diese Aufgabe von Florida aus übernehmen — ein symbolischer Bruch mitten in einer Phase milliardenschwerer Zukunftspläne.

Falcon 9 macht Platz für Starship

SpaceX-Vizepräsident Kiko Dontchev sprach nach dem Start von Startrampe 40 vom „Ende einer Ära“. Die Mission brachte 29 Starlink-Satelliten in die Erdumlaufbahn. Von nun an sollen Starlink-Flüge aus Florida ausschließlich mit Starship erfolgen, während die Falcon 9 an der Westküste über die Vandenberg Space Force Base weiter im Einsatz bleibt.

Der Umstieg soll laut Dontchev perspektivisch deutlich höhere Startfrequenzen ermöglichen — vorausgesetzt, Starship liefert zuverlässig. Die Riesenrakete steckt noch in der Testphase; im September steht der 14. Testflug an.

Der Wechsel könnte indirekt Wettbewerbern wie AST SpaceMobile, Rocket Lab und Firefly Aerospace nützen. Verlagert SpaceX seinen Fokus stärker auf Starship, könnten bei der Falcon 9 Kapazitäten für andere Kunden frei werden.

Ein neuer Weltraumbahnhof für 100 Milliarden Dollar

Am selben Tag stellte SpaceX Pläne für „Starbase Louisiana“ vor, einen neuen Standort in Vermilion Parish an der Golfküste auf einem von ExxonMobil erworbenen Küstengrundstück. Rund 100 Milliarden Dollar sollen dort investiert werden — nach Unternehmensangaben die größte Startanlage der Welt mit fünf Komplexen und insgesamt zehn Startrampen.

Baubeginn ist für 2027 geplant, erste Starship-Starts könnten 2029 folgen. Louisianas Gouverneur Jeff Landry bezeichnete das Projekt als Meilenstein, der den Bundesstaat über 250 Milliarden Dollar an neuen Investitionen hebe. SpaceX rechnet mit rund 3.000 direkten Arbeitsplätzen über zehn Jahre.

Der Standort soll nicht nur klassische Starts tragen, sondern auch jene Satellitenkonstellation, mit der SpaceX Rechenzentren in die Umlaufbahn bringen will. Genau dieser KI-Anteil steckt hinter der gewaltigen Marktzahl, die SpaceX im Mai kommuniziert hatte: ein adressierbarer Markt von 28,5 Billionen Dollar, nach eigener Darstellung der größte je genannte Zielmarkt eines Unternehmens.

Bewertungsprofessor Aswath Damodaran nannte diese Zahl bereits vor der Emission fantastisch. Der Kurs gab ihm zunächst recht — nach dem Börsengang zu 135 Dollar fiel die Aktie Anfang August zeitweise unter 105 Dollar, bevor sie sich wieder über den Ausgabepreis erholte.

Im NASDAQ-Handel notierte die SpaceX-Aktie am Mittwoch bei rund 135 bis 138 Dollar und bewegte sich damit nur in geringem Rahmen.

Zwischen ausgerufenem Markt und belastbarem Betrieb liegen bei SpaceX derzeit noch Jahre und Milliarden Dollar an Vorleistung. Ob Starship die versprochenen höheren Startfrequenzen tatsächlich liefert, dürfte sich erst zeigen, wenn der Testflug im September abgeschlossen ist und der Bau in Louisiana ab 2027 tatsächlich anläuft.

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