SpaceX Aktie: Allianz warnt vor Blasengefahr
Nach dem Rekordbörsengang von SpaceX warnt der Allianz-Chefvolkswirt vor einer Überhitzung der Märkte. Der Aktienkurs zeigt sich volatil.

- Allianz-Ökonom sieht Blasenrisiko
- SpaceX emittiert 25-Milliarden-Anleihe
- Aktienkurs schwankt stark nach IPO
- Lockup-Frist als nächste Bewährungsprobe
Gut zwei Wochen nach dem größten Börsengang der Geschichte liefert SpaceX nicht nur Schlagzeilen aus dem Weltall — der Konzern sorgt auch in Wirtschaftskreisen für Debatten über die Stabilität der Finanzmärkte.
Allianz-Chefvolkswirt zieht die Alarmglocke
Allianz-Chefvolkswirt Ludovic Subran erhob diese Woche in einem Gespräch mit der „Financial Times“ deutliche Bedenken. Dass SpaceX unmittelbar nach dem Börsengang eine Anleihe im Wert von 25 Milliarden Dollar begeben habe, sei ein klares Signal, dass die Märkte sich in Richtung „Bubble Territory“ bewegten. Das Timing ist tatsächlich bemerkenswert: Der IPO selbst brachte zunächst rund 75 Milliarden Dollar ein — durch die Ausübung der sogenannten Greenshoe-Option durch die Konsortialbanken stieg das Gesamtvolumen auf etwa 86 Milliarden Dollar. Dann folgte sofort eine milliardenschwere Anleiheemission.
Indes bleibt nicht jeder so skeptisch. Wellington-Management-Fondsmanager Brian Barbetta sieht in den Mega-Börsengängen keine systemische Gefahr für den Gesamtmarkt. Sein Argument: Neu gelistete Unternehmen geben typischerweise nur einen kleinen Anteil ihrer Aktien frei, sodass der gebundene Kapitalabfluss aus dem übrigen Markt begrenzt bleibt. Unter Druck geraten könnten allerdings jene Titel, die Anleger bislang als Ersatzpositionen für SpaceX gehalten hatten — wenn sie nun in die echte Aktie umschichten.
Kursentwicklung und neue Akteure
Der SPCX-Kurs spiegelt die Ambivalenz wider. Nach dem Ausgabepreis von 135 Dollar je Aktie kletterte die Aktie zum Handelsstart auf 150 Dollar und überschritt kurz darauf die 200-Dollar-Marke — bevor sie auf Niveaus nahe dem Emissionspreis zurückfiel. Aktuell notiert das Papier im vorbörslichen Handel bei rund 151 Dollar.
Parallel dazu wächst das Ökosystem rund um die Aktie rasch. Der Nasdaq-gelistete Medienkonzern Triller kündigte an, eine bedeutende SpaceX-Position als strategisches Treasury-Asset auf seiner Bilanz aufzubauen — erworben über eine Fondstruktur zu einem Abschlag auf den aktuellen Marktwert. Der CFD-Broker FP Markets führt SPCX ebenfalls in sein Angebot ein.
Nächster Stresstest: Lockup-Frist
Barbettas Warnung vor dem Ablauf der Sperrfristen für Altaktionäre verdient Aufmerksamkeit. Wenn die Lockup-Periode ausläuft, gelangt zusätzliches Angebot an den Markt — ein Muster, das bei großen Börsengängen regelmäßig Kursdruck erzeugt. Barbetta selbst hat solche Rücksetzer als Einstiegschance eingeplant. Ob SpaceX die 135-Dollar-Marke als Unterstützung hält, wenn dieser Moment kommt, dürfte für viele Anleger die entscheidende Probe sein.
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