SpaceX Aktie: Anysphere-Deal über 60 Milliarden abgeschlossen

SpaceX-Papier fällt vor Aktienfreigabe um 3,5 Prozent. Chinesische Konkurrenz holt technologisch auf, während Analysten uneins über die Bewertung bleiben.

Die Kernpunkte:
  • Kursverlust vor Aktienfreigabe
  • LandSpace-Rakete erfolgreich getestet
  • Anysphere-Übernahme abgeschlossen
  • Analysten streiten über Kursziele

SpaceX-Aktien haben gestern 3,5 Prozent verloren und schlossen bei 119,66 Euro. Anleger reagierten auf die für heute angesetzte Freigabe von 319 Millionen zuvor gesperrten Aktien, etwa 7 Prozent des restricted stock.

Zusätzlich belastete die Nachricht, dass der chinesische Wettbewerber LandSpace die erste Stufe seiner Zhuque-3-Rakete erfolgreich zurückgeführt hat und damit technologisch aufholt. Über sieben Tage steht das Papier mit 2,4 Prozent im Minus, auf Monatssicht bleibt jedoch ein Plus von 10 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 194,46 Euro trennen die Aktie noch 38 Prozent.

Zweite Aktienfreigabe seit dem Börsengang

Die heutige Freigabe ist bereits die zweite große Sperrfrist-Auflösung seit dem Börsengang am 12. Juni. Anfang August waren schon 911,5 Millionen Aktien, rund 20 Prozent der gesperrten Bestände, zum Verkauf freigegeben worden – der Kurs legte damals überraschend um 6,1 Prozent zu.

Ob sich dieses Muster wiederholt, bleibt offen. Für Anleger ist der Termin dennoch relevant: Bereits zum 1. September stehen weitere rund 700 Millionen Aktien zur Freigabe an, was den Angebotsdruck in den kommenden Wochen weiter erhöhen dürfte.

Regulatorische Offenlegungen zeigen, wer zu den größten institutionellen Aktionären zählt: Alphabet hält 551,2 Millionen Aktien, Fidelity 302,6 Millionen, der saudi-arabische Staatsfonds Public Investment Fund 154,1 Millionen und Nvidia 123 Millionen Aktien.

Anysphere-Übernahme abgeschlossen

Die Übernahme des KI-Softwareentwicklers Anysphere, Hersteller des Coding-Assistenten Cursor, ist abgeschlossen. Laut einer bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten 8-K-Mitteilung vom 14. August ist der rund 60 Milliarden Dollar schwere, vollständig in Aktien bezahlte Deal vollzogen. SpaceX will damit maschinelles Lernen tiefer in seine Software-Pipelines für die Luft- und Raumfahrt integrieren.

Operativ bleibt das Unternehmen auf hohem Tempo: Mit dem Start der Mission Starlink 17-50 von der Vandenberg Space Force Base absolvierte SpaceX am Dienstag den 100. Flug des Jahres 2026, die Starlink-Konstellation umfasst nun mehr als 11.000 Satelliten. Zugleich wurde die Oberstufe von Starship Ship 40, die Ende Juli im Indischen Ozean gewassert war, nach Christmas Island geschleppt und wird dort technisch untersucht.

Ein Rückschlag anderer Art meldete die US-Raumfahrtbehörde NASA: Aufnahmen des Lunar Reconnaissance Orbiter bestätigten einen rund 18 Meter breiten Krater nahe dem Einstein-Krater auf dem Mond, verursacht durch den Einschlag einer außer Kontrolle geratenen Falcon-9-Oberstufe Anfang August.

Analysten uneins über Bewertung

Die Bank of America-Tochter UBS bekräftigte am Mittwoch ihre Kaufempfehlung mit Kursziel 210 Dollar und verweist auf das Wachstum der Starlink-Abonnentenzahlen als zentralen Werttreiber. Bernstein hob das Kursziel am Dienstag von 240 auf 248 Dollar an und begründet dies mit dem Potenzial orbitaler KI-Rechenzentren, bei gleichbleibendem Overweight-Rating.

Die Bandbreite der Einschätzungen bleibt jedoch groß: Während mehrere Häuser Kursziele deutlich über 200 Dollar sehen, hatte Phillip Securities Mitte August mit einem Kursziel von nur 75 Dollar und einer Verkaufsempfehlung einen deutlichen Kontrapunkt gesetzt und Zweifel an der Nachhaltigkeit der Umsätze geäußert.

Fundamental steht dem eine im August gemeldete Umsatzsteigerung von 92 Prozent im zweiten Quartal auf 7,81 Milliarden Dollar gegenüber, bei einem Nettoverlust von 541 Millionen Dollar. Die nächsten Quartalszahlen sind für den 3. November angekündigt.

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