SpaceX Aktie: Baron sieht Starlink bei 14 Billionen
Baron Capital sieht Starlink bei einer Billion Dollar Umsatz und 14 Billionen Bewertung. SpaceX-Aktie erholt sich nach Lockup-Schock, doch Analysten bleiben skeptisch.

- Starlink-Prognose: Billionen-Umsatz bis 2036
- SpaceX-Aktie erholt sich nach Lockup-Einbruch
- Quartalszahlen: Umsatzplus, aber Nettoverlust
- Analysten zweifeln an hoher Bewertung
Ron Baron traut Starlink Großes zu: Der Investor von Baron Capital rechnet damit, dass der Satellitendienst innerhalb eines Jahrzehnts einen Jahresumsatz von 1,0 Billionen US-Dollar erreichen könnte.
Daraus leitet er für das Satellitengeschäft allein einen möglichen Unternehmenswert von 14,0 Billionen US-Dollar ab. Eine Zahl dieser Größenordnung wirkt gewaltig – und sie steht in deutlichem Kontrast zu den Zweifeln, die parallel von Analystenseite an der Bewertung des Gesamtkonzerns geäußert werden.
Erholung nach dem Lockup-Schock
An der Nasdaq hat die SpaceX-Aktie am Montag ihren Ausgabepreis von 135,00 US-Dollar zurückerobert und schloss bei 138,63 US-Dollar. Damit vollzog das Papier eine vollständige Kehrtwende gegenüber dem Tief vom 3. August bei 104,83 US-Dollar.
Getrieben wurde die Erholung von der positiven Aufnahme der jüngsten Quartalszahlen sowie von der „Direct-to-Cell“-Strategie, mit der SpaceX Mobilfunk direkt über Satelliten anbieten will.
Vorausgegangen war ein herber Rückgang: Zwischen dem 12. Juni und dem 8. August war der Kurs um 17 Prozent von seinem Handelsstart-Schlusskurs bei 160,95 US-Dollar gefallen, nachdem die erste Tranche der Insider-Aktien aus der Haltefrist entlassen worden war.
Im deutschen Handel notiert das Papier aktuell bei 119,14 Euro und gibt am heutigen Dienstag um 0,57 Prozent nach. Auf Sicht von sieben Tagen steht dennoch ein Plus von 9,50 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Erholungsbewegung auch im europäischen Handel angekommen ist, auch wenn der Handelstag selbst leicht rot startet.
Solides Wachstum, tiefrote Zahlen
Die Geschäftszahlen für das zweite Quartal liefern der Bullen-These zumindest teilweise Rückenwind. SpaceX meldete einen Gesamtumsatz von 7,8 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem Nettoverlust von 541,0 Millionen US-Dollar.
Innerhalb des Konzerns liefert vor allem das Connectivity-Segment, zu dem Starlink zählt, die entscheidenden Impulse: Es erwirtschaftete 4,3 Milliarden US-Dollar Umsatz und einen operativen Gewinn von 1,65 Milliarden US-Dollar. Genau dieses Segment ist der Kern von Ron Barons Billionen-Prognose – und zugleich der Beleg dafür, dass Starlink im Gegensatz zu anderen Unternehmensteilen bereits profitabel arbeitet.
Skeptische Stimmen und neue Wachstumsfelder
Nicht jeder teilt die Euphorie. Ein automatisiertes Bewertungsmodell von Seeking Alpha kam Anfang August auf eine „Sell“-Einstufung mit einem geschätzten inneren Wert von 960,0 Milliarden US-Dollar – rund ein Drittel unter dem damaligen Marktwert von 1,43 Billionen US-Dollar, begründet mit tiefroten Zahlen in den KI- und Weltraum-Segmenten.
Deutlich Gewicht hat dagegen die Einschätzung von Morningstar-Analyst Owens, der Ende Juli an seinem „Sell“-Rating festhielt und einen fairen Wert von lediglich 63,00 US-Dollar je Aktie ansetzte. Als Begründung nannte er die Unsicherheit über die Rendite der milliardenschweren Investitionen in KI-Infrastruktur.
Abseits von Starlink treibt SpaceX mehrere Projekte voran, die diese Debatte in den kommenden Jahren beeinflussen dürften. Firmenchef Elon Musk kündigte an, ab 2027 operative „Starmind“-KI-Satelliten auf Basis bestehender Starlink-Technologie ins All zu bringen. In Texas soll zudem das „Terafab“-Projekt die Fertigungskapazitäten für KI- und Satelliteninfrastruktur ausbauen.
Regulatorisch bekommt der Konzern zusätzlichen Rückenwind: Ende Juli schlug die US-Luftfahrtbehörde FAA laut Reuters vor, 13 Umwelt- und andere Gesetze auszusetzen, um die Lizenzierung kommerzieller Raumfahrtvorhaben von Anbietern wie SpaceX und Blue Origin zu beschleunigen.
Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Spagat zwischen zwei Extremen: einer Starlink-Wette im Billionenbereich auf der einen und tiefroten Konzernzahlen samt kritischer Analystenstimmen auf der anderen Seite. Die Kursschwankungen der vergangenen Wochen – vom Einbruch nach dem Lockup-Ende bis zur Rückeroberung des Ausgabepreises – spiegeln genau diese Unsicherheit wider.
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