SpaceX Aktie: China-Bann kostet 4,9 Milliarden

SpaceX verlangt von Zulieferern den Ausschluss chinesischer Mitarbeiter und Teile. Analysten sehen kurzfristige Margenbelastung, aber langfristige Wettbewerbsvorteile.

Die Kernpunkte:
  • China-freie Lieferkette als neue Strategie
  • Hohe Übergangskosten belasten Gewinnmargen
  • Aktie verliert seit Börsengang fast die Hälfte
  • Banken bringen strukturierte Produkte auf den Markt

SpaceX zieht eine harte Linie gegen China. Der Raumfahrtkonzern verlangt von seinen Zulieferern weltweit, chinesische Mitarbeiter und chinesische Bauteile komplett aus den Produktionsstätten zu verbannen. Das geht aus einem Bericht von Nikkei Asia hervor. Für die Aktie kommt die Nachricht zu einem heiklen Zeitpunkt.

Die NCNT-Strategie

SpaceX führt derzeit umfassende Audits bei Zulieferern durch. Die Anweisung an Partner ist eindeutig: Keine chinesischen Staatsangehörigen, keine in China gefertigten Komponenten in den Werken. Das betrifft auch Ausrüstung wie Überwachungssysteme von Hikvision oder Netzwerktechnik von TP-Link — selbst wenn diese außerhalb Chinas produziert wird.

Der Konzern baut parallel eine eigene Lieferkette auf, die er intern „non-China, non-Taiwan“ nennt, kurz NCNT. Ziel ist der Schutz vor Störungen durch die wachsenden Spannungen in der Taiwanstraße. SpaceX übernimmt kritische Missionen für die NASA im Artemis-Programm und für die US Space Force. Der Schutz sensibler Technologie hat für den Konzern deshalb oberste Priorität.

Kurzfristige Kosten, langfristiger Burggraben

Die neue Politik stärkt langfristig die Wettbewerbsposition von SpaceX. Militär- und Verteidigungsaufträge lassen sich mit einer China-freien Lieferkette leichter sichern. Kurzfristig kostet der Umbau aber Geld.

Ein tief verzahntes globales Zuliefernetz neu aufzubauen, braucht hohe Investitionen. Analysten rechnen damit, dass diese Übergangskosten auf Brutto- und Betriebsmargen drücken. Das könnte eine schnelle Erholung des Aktienkurses erschweren.

Der Konzern kämpft ohnehin schon mit den hohen Entwicklungskosten seiner Deep-Space-Programme. Im Geschäftsjahr 2025 verbuchte SpaceX einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden US-Dollar. Im ersten Quartal 2026 kam ein weiterer Verlust von 4,28 Milliarden US-Dollar hinzu, wie aus dem Börsenprospekt hervorgeht.

Der Kurs zwischen Absturz und Stabilisierung

Die Aktie notiert aktuell bei 100,10 Euro und legt am Donnerstag um 1,93 Prozent zu. Der Blick zurück zeigt aber, wie heftig die Korrektur seit dem Börsengang am 12. Juni 2026 ausgefallen ist: Seit dem Rekordhoch von 194,46 Euro Mitte Juni hat das Papier fast die Hälfte seines Wertes verloren.

Der RSI von 35,4 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 66 Prozent zeigt, wie nervös der Handel mit der frisch gelisteten Aktie verläuft.

Genau diese Schwankungen wecken Begehrlichkeiten an der Wall Street. Mindestens fünf große Finanzhäuser — Morgan Stanley, Marex Group, Citigroup, Wells Fargo und RBC Capital Markets — bringen strukturierte Produkte auf Basis der SpaceX-Aktie an den Markt. Die Zielgruppe: vermögende Privatkunden und Family Offices, die einen Teil ihres Verlustrisikos absichern wollen und dafür auf einen Teil der Kursgewinne verzichten.

Marex etwa bereitet eine neunmonatige Autocallable-Anleihe vor, mit einem monatlichen Kupon von mindestens 1,8 Prozent und einem Schutz bis zu einem Kursrückgang von 35 Prozent. Morgan Stanley bietet ein Produkt mit fester Rendite von 40 Prozent, sollte die Aktie bis Anfang 2028 stabil bleiben oder steigen — mit Absicherung bis zu einem Rückgang von 50 Prozent.

Zwei Termine dürften die nächste Kursbewegung prägen: Am 4. August 2026 legt SpaceX seine Quartalszahlen vor, zwei Tage später endet die Lock-up-Frist für Altaktionäre. Das strukturierte Produktangebot der Banken zeigt schon jetzt, wie groß das institutionelle Interesse an der Aktie trotz des scharfen Kursrückgangs bleibt.

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