SpaceX Aktie: China holt bei Raketen auf

China erprobt wiederverwendbare Raketenstufen, während SpaceX bei Starts und Satelliteninternet weiterhin deutlich vorausliegt.

Die Kernpunkte:
  • China barg erstmals eine Raketenstufe auf See
  • LandSpace landete eine orbitale Erststufe
  • Falcon 9 startet rund 150-mal jährlich
  • Starlink zählt etwa 11.100 Satelliten

Der Vorsprung von SpaceX im All ist noch gewaltig, doch er schrumpft. Während Elon Musks Konzern heute mit dem 14. Testflug von Starship erstmals den Orbit erreichen will, rückt China als Konkurrent im Raketengeschäft immer näher heran — und zwar ausgerechnet bei der Technik, die SpaceX über Jahre zum Marktführer gemacht hat.

Wiederverwendbare Raketen: China schließt die Lücke

Im Juli gelang China erstmals die Bergung der Erststufe einer Long March 10B, aufgefangen von einer Plattform auf See statt wie bei der Falcon 9 auf Landebeinen. Der Meilenstein kam laut Fachleuten sechs Monate früher als erwartet.

Im August zog das private Unternehmen LandSpace nach: Mit der Rakete Zhuque-3 setzte erstmals ein chinesischer Privatanbieter eine orbitale Erststufe auf Landebeinen auf — bis dahin gelang das unter Privatfirmen nur SpaceX und Blue Origin.

Der Maßstab bleibt trotzdem SpaceX. Mit der Falcon 9 startet der Konzern rund 150 Mal im Jahr, ein Tempo, von dem chinesische Anbieter noch weit entfernt sind. Auch beim Satelliteninternet zeigt sich der Abstand deutlich: Chinas Megakonstellation Guowang zählt nach Schätzungen von Branchenbeobachtern rund 200 aktive Satelliten, Starlink kommt auf etwa 11.100.

Export als neue Front, Europa als Nutznießer

Bislang konkurrieren SpaceX und Chinas Raketenbauer kaum direkt, da die großen Staatskonzerne vor allem an die eigene Regierung verkaufen. Das könnte sich ändern, sollte China künftig auch Satellitenstarts und komplette Datenverbindungspakete ins Ausland anbieten. Ein solches Exportgeschäft würde nicht nur SpaceX treffen, sondern auch andere US-Anbieter wie Rocket Lab.

Parallel öffnet sich in Europa eine Lücke, die SpaceX selbst mitverursacht. Der Konzern konzentriert sich zunehmend auf Starship und weist laut Branchenberichten bereits Kunden ab, die Plätze auf Falcon-9-Mitflügen buchen wollen.

Analysten erwarten ein schrittweises Auslaufen der Falcon-Familie bis Mitte der 2030er Jahre. Europäische Anbieter wie ArianeGroup und Isar Aerospace wittern hier ihre Chance, während Großbritannien im September eine milliardenschwere Raumfahrtstrategie vorlegte, um weniger von SpaceX abhängig zu sein.

Der nächste belastbare Datenpunkt für SpaceX ist der laufende Starship-Flug: Gelingt der Sprung in den Orbit, bestätigt das die Strategie, die eigene Kapazität statt fremder Kundenaufträge in den Vordergrund zu stellen. Bis Ende 2026 will China nach eigenen Angaben zudem den geborgenen Booster der Long March 10B erneut fliegen lassen — ein Test, der zeigen wird, wie ernst der Wettbewerb tatsächlich wird.

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