SpaceX Aktie: Cursor-Deal treibt Kurs über 200 Dollar

Die SpaceX-Aktie steigt nach der milliardenschweren Übernahme des KI-Startups Cursor vorbörslich auf 200 Dollar und nähert sich Amazons Marktwert.

Die Kernpunkte:
  • Übernahme von Cursor für 60 Milliarden Dollar
  • Aktienkurs steigt auf rund 200 Dollar
  • Marktkapitalisierung erreicht fast 2,8 Billionen Dollar
  • IPO-Erlös steigt auf 85,7 Milliarden Dollar

Knapp eine Woche nach dem größten Börsengang der Geschichte macht SpaceX seinen nächsten Zug — und der hat es in sich. Der Konzern übernimmt Anysphere, die Muttergesellschaft des KI-Programmierassistenten Cursor, zu einer Bewertung von 60 Milliarden Dollar. Bezahlt wird nicht in bar, sondern in eigenen Aktien.

Die Märkte reagieren prompt: Vorbörslich an der Nasdaq kletterte die SpaceX-Aktie auf rund 200 Dollar — ein weiteres Plus von gut fünf bis sieben Prozent gegenüber dem Vortagesschluss. Damit notiert das Papier bereits rund 53 Prozent über dem Ausgabepreis.

Warum ausgerechnet Cursor?

Der Deal kommt nicht aus dem Nichts. Bereits im April hatte SpaceX sich das Recht gesichert, Cursor zu einem späteren Zeitpunkt zu erwerben — der Schritt wurde zunächst wegen des Börsengangs aufgeschoben. Nun zieht das Unternehmen die Option. Cursor gilt als eines der am schnellsten wachsenden Startups der jüngsten Zeit und ist zur zentralen Plattform im sogenannten „Vibe Coding“ geworden: Software-Tools, die Entwicklern helfen, Code per Chatbot-Eingabe effizienter zu schreiben.

Mit dem Zukauf positioniert sich SpaceX direkter im Wettbewerb mit Anthropic und OpenAI bei generativen KI-Werkzeugen. 60 Milliarden Dollar für Cursor — damit liegt das Startup höher bewertet als etwa Rheinmetall oder die Deutsche Bank. Der Abschluss der Transaktion ist für das dritte Quartal 2026 geplant.

Marktkapitalisierung nähert sich Amazon

Durch den vorbörslichen Kursanstieg würde SpaceX eine Marktkapitalisierung von knapp 2,8 Billionen Dollar erreichen — und damit Amazon auf Schlagdistanz rücken, dessen Börsenwert aktuell bei rund 2,83 Billionen Dollar liegt. Zum Vergleich: Microsoft bringt etwa drei Billionen Dollar auf die Waagschale, Nvidia als Marktführer mehr als fünf Billionen.

Rückenwind kommt auch von der Greenshoe-Option, die die Konsortialbanken vollständig ausgeübt haben: Sie erwarben weitere 83,3 Millionen Aktien zum Emissionspreis, womit der IPO-Erlös auf 85,7 Milliarden Dollar stieg — mehr als das Doppelte des bisherigen Rekordhalters Saudi Aramco.

Marktbeobachter heben hervor, dass Privatanleger die SpaceX-Aktie offenbar als langfristiges Wachstumsinvestment begreifen. Daten von Vanda Research zeigen: An den ersten zwei Handelstagen kauften Privatanleger so viele SpaceX-Titel wie in der gesamten Vorwoche am US-Markt insgesamt. Das entkräftete Befürchtungen, der Mega-IPO könnte anderen Technologietiteln Liquidität entziehen.

Der nächste Katalysator steht bereits am Mittwoch an: Dann gibt die US-Notenbank unter ihrem neuen Präsidenten Kevin Warsh ihre erste Zinsentscheidung bekannt — ein Ereignis, das die gesamte Tech-Rally entweder bestätigen oder unter Druck setzen könnte.

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