SpaceX Aktie: Doppelter Stresstest im Sommer

SpaceX-Aktie kämpft nach Kursverlusten um Vertrauen. Starship-Test und erste Bilanz als Börsenfirma könnten die Trendwende einleiten.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fiel unter Ausgabepreis
  • Starship-Test am 23. Juli
  • Erste Quartalszahlen am 4. August
  • Milliardenschweres Insider-Lock-up droht

Nach dem spektakulärsten Börsenstart der jüngeren Geschichte kämpft SpaceX plötzlich um Vertrauen. Die Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochen-Tief, während zwei Termine in den kommenden Wochen über die Stimmung entscheiden dürften: ein neuer Starship-Test und die erste Quartalsbilanz als börsennotiertes Unternehmen.

Seit dem Rekordhoch nahe 2,7 Billionen US-Dollar Marktkapitalisierung ist mehr als eine Billion Dollar an Bewertung verdampft. Ausgelöst wurde die Talfahrt durch eine Serie von Rückschlägen bei Raketentests und Gewinnmitnahmen nach dem historischen Debüt.

Beim Ausgabepreis von 135 US-Dollar hatte SpaceX Mitte Juni bis zu 2,1 Billionen Dollar auf die Waage gebracht und mit 75 Milliarden Dollar Emissionserlös den bis dahin größten Börsengang der Geschichte hingelegt. Inzwischen ist davon wenig übrig: Zuletzt fiel die Aktie auf 119,85 US-Dollar und damit rund 11 Prozent unter ihren Ausgabepreis.

Am 23. Juli soll ein neuer Starship-Test das angeschlagene Vertrauen zurückholen. Parallel verhandelt der Konzern Berichten zufolge mit dem Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten über KI-Rechenleistung – ein möglicher Umsatzhebel abseits des klassischen Raketengeschäfts.

Erste Quartalszahlen als Wendepunkt

Am 4. August, nach Börsenschluss, meldet SpaceX zum ersten Mal Quartalszahlen als öffentliches Unternehmen. Das Management überträgt die Zahlen per Audio-Webcast, Aufzeichnungen sollen über die Investor-Relations-Seite abrufbar sein. Im Fokus stehen die Profitabilität von Starlink, die Marge im Falcon-9-Geschäft und die Investitionen in die xAI-Infrastruktur, seit der Konzern das KI-Unternehmen integriert hat.

Die Zahlen sind aber mehr als ein reiner Stimmungstest. Zwei Handelstage nach der Veröffentlichung öffnet sich das größte Insider-Lock-up der Börsengeschichte.

Sperrfrist-Dominoeffekt

Die Freigabe der Insider-Aktien folgt einem gestaffelten Zeitplan:

  • Zwei Handelstage nach den Zahlen: unbedingte Freigabe von bis zu 20 Prozent der Insider-Anteile, rund 911,5 Millionen Aktien.
  • Zusätzliche 10 Prozent (455,8 Millionen Aktien) nur, wenn die Aktie vor der Bilanz an 5 von 10 Handelstagen über 175,50 US-Dollar schließt – aktuell weit entfernt vom Kursniveau.
  • Rund 7 Prozent (etwa 320 Millionen Aktien) folgen kalendarisch Ende August, weitere Siebenprozent-Tranchen alle 15 bis 20 Tage bis Jahresende.
  • Elon Musks Kontrollanteil bleibt bis Juni 2027 vollständig gesperrt.

Allein die unbedingte Freigabe entspricht beim aktuellen Kurs einem Volumen von rund 109,2 Milliarden Dollar – mehr als das Anderthalbfache des ursprünglichen Emissionserlöses.

Shortseller haben von der Talfahrt der vergangenen Wochen bereits kräftig profitiert, Berichten zufolge in Milliardenhöhe. Dass selbst Politiker weiter auf das Unternehmen setzen, zeigt eine Offenlegung aus dem US-Kongress: Der Abgeordnete William Timmons investierte im Juni zwischen 50.001 und 100.000 Dollar in SpaceX-Aktien – zu einem Zeitpunkt, als der Kurs bereits deutlich unter dem Ausgabepreis lag.

Für die kommenden Wochen zählt vor allem das Zusammenspiel der beiden Termine. Verläuft der Starship-Test am 23. Juli ohne neue Rückschläge, könnte das Vertrauen zurückkehren, bevor am 4. August die Zahlen und zwei Tage später die erste große Aktienwelle aus dem Lock-up auf den Markt treffen. Bleibt die Aktie bis dahin unter der Marke von 175,50 US-Dollar, bleibt wenigstens die zusätzliche Zehn-Prozent-Tranche gesperrt – ein kleiner Puffer gegen noch mehr Angebot am Markt.

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