SpaceX Aktie: Falcon-9-Team erhält Neil Armstrong Space Prize

SpaceX stützt sein Geschäft auf regelmäßige Falcon-9-Flüge, neue NASA-Aufträge und Starlink-Erlöse, während Starship weitere Risiken birgt.

Die Kernpunkte:
  • Falcon 9 erreicht 700. Mission
  • NASA vergibt 946 Millionen Dollar
  • Falcon-Team erhält Neil Armstrong Prize
  • Starship-Testlauf bleibt regulatorisch offen

Während die Blicke der Raumfahrtbranche fast magnetisch am gigantischen Starship-Programm hängen, vollzieht sich der eigentliche Werttreiber von SpaceX weiterhin abseits des ganz großen Spektakels.

Für den 26. September steht mit der USSF-385-Mission für die US-Streitkräfte bereits der nächste Start einer Falcon 9 von der kalifornischen Küste im Kalender. Für mich beweist genau dieser Routinebetrieb, warum das Unternehmen an den Märkten trotz aller Risiken mit einer Ausnahmestellung gehandelt wird.

Das unaufgeregte Rückgrat des Konzerns

Die Frequenz, mit der die Falcon-Raketen abheben, droht zur Gewohnheit zu verblassen. Doch diese Taktung ist die Basis des gesamten Geschäftsmodells. Erst am vergangenen Samstag brachte das Unternehmen 27 Starlink-Satelliten ins All. Wenige Tage zuvor, am 13. September, markierte der Transport von drei O3b mPOWER-Kommunikationssatelliten für SES die insgesamt 700. Mission der Raketenfamilie.

Die Zuverlässigkeit dieser Arbeitspferde ist längst kein reines Ingenieurskunststück mehr, sondern ein unüberwindbarer Burggraben im Wettbewerb. Dass das Falcon-9-Team für seine Landungsleistungen am 15. September in Washington mit dem ersten Neil Armstrong Space Prize ausgezeichnet wurde, unterstreicht den Stellenwert dieser Technologie.

Anleger sollten sich nicht von den spektakulären Testflügen blenden lassen. Die verlässlichen Einnahmen aus Regierungs- und Kommerzkunden finanzieren die kostspieligen Entwicklungsschritte der Zukunft.

Medienberichten zufolge sicherte sich das Unternehmen erst vor wenigen Tagen einen NASA-Zuschlag über 946 Millionen $ für drei zusätzliche bemannte Flüge zur Raumstation ISS. Damit wächst das Gesamtvolumen der 17 beauftragten Missionen auf 5,92 Milliarden $.

Hohe Erwartungen und operative Realität

An den Märkten spiegelt sich diese Dominanz wider, verlangt Anlegern aber auch Geduld ab. Mit einem aktuellen Kurs von 135,14 € notiert das Papier zwar 15 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 117,59 €. Dennoch trennt die Notierung ein spürbarer Abstand von den bisherigen Jahreshöchstständen.

Der Markt preist längst nicht mehr nur das bestehende Transportgeschäft ein, sondern fordert zunehmend sichtbare Fortschritte bei den Projekten der nächsten Generation.

Für das 14. Starship-Vorhaben rollte der Booster B21 am späten Sonntagabend zur Startrampe, während die Planungen für den anstehenden Testlauf auf Hochtouren laufen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA stellt dafür erstmals eine orbitale Lizenz für ein Objekt dieser Größenordnung in Aussicht.

Hier liegt jedoch das zentrale Bewertungsrisiko. Verzögerungen bei der Erprobung oder regulatorische Bremsen könnten die ambitionierten Zeitpläne für künftige Mond- und Marsmissionen belasten. Ein Fehlschlag würde zwar das Tagesgeschäft nicht gefährden, dürfte aber die Stimmung kurzfristig dämpfen.

Fazit: Die operative Substanz entscheidet

Unterm Strich überwiegen für mich die Chancen. Wer SpaceX bewertet, darf das Unternehmen nicht als bloße Wette auf eine ferne Zukunft begreifen. Die Falcon-Flotte liefert einen stetigen Cashflow und sichert lukrative Verträge mit der US-Regierung, wie der bevorstehende USSF-385-Einsatz erneut demonstriert.

Solange diese operative Maschine reibungslos funktioniert, kann sich das Unternehmen auch Rückschläge in der Neuentwicklung leisten. Für langfristig orientierte Beobachter spricht vieles dafür, dass dieses robuste Fundament die Bewertung rechtfertigt. Die wahre Stärke zeigt sich nicht nur in neuen Rekorden, sondern in der meisterhaften Beherrschung des Alltagsgeschäfts.

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