SpaceX Aktie: Höhenflug mit Bremsmanöver
SpaceX-Aktie fällt nach Rekord-IPO auf 201,80 Dollar zurück. Gewinnmitnahmen und Nasdaq-Effekte prägen den Handel.

- Kurs erreicht kurzzeitig 225,64 Dollar
- Gewinnmitnahmen drücken den Aktienkurs
- Rekord bei Optionen auf neue Aktie
- SpaceX beflügelt SPAC-Markt
Drei Handelstage, drei kräftige Kurssprünge — und dann doch die Ernüchterung. SpaceX hat den wohl spektakulärsten Börsenstart in der US-Geschichte hingelegt, kämpft nun aber mit der typischen Post-IPO-Dynamik: Euphorie trifft auf Gewinnmitnahmen.
Am Dienstag kletterte die Aktie in der Spitze bis auf 225,64 Dollar — ein Aufschlag von 67 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis von 135 Dollar. Zum Handelsschluss hatte sich das Plus auf 4,8 Prozent und einen Kurs von 201,80 Dollar abgekühlt. Wer früh auf den Zug gesprungen war, versuchte Gewinne zu sichern. Wer zu spät kam, kaufte in die Schwäche.
Nasdaq-Effekt und Optionswahnsinn
Die Kursgymnastik hinterlässt Spuren im Markt. Die technologielastigen Nasdaq-Indizes gaben am Dienstag deutlich nach — der Nasdaq-100 verlor knapp zwei Prozent. Händler erklärten dabei eine interessante Asymmetrie: Der Nasdaq-Composite büßte nur 1,2 Prozent ein, weil SpaceX dort bereits enthalten ist und mit seinem Tagesplus dämpfend wirkte. Der Nasdaq-100 dagegen wird das Papier frühestens im Juli aufnehmen — und litt entsprechend stärker.
Im Optionsmarkt zeigt sich, wie gespalten die Anleger die Lage einschätzen. Bereits am ersten Handelstag wechselten rund zwei Millionen Kontrakte den Besitzer, zeitweise etwa 10.000 pro Minute — ein Rekord für neue Aktienoptionen. Das Put-Call-Verhältnis lag bei 0,7, was auf eine mehrheitlich bullische Positionierung hindeutet. Allerdings hält sich Shortseller Michael Burry offenbar von jeder Wette auf SpaceX fern — in beide Richtungen.
Raumfahrt-ETFs profitieren, SPACs wittern Chance
Der IPO-Effekt strahlt über die Einzelaktie hinaus. Der VanEck Space Innovators ETF verzeichnete rund um den Börsengang nochmals deutlich gestiegene Umsätze und starke Käufe — obwohl der Fonds zuvor etwa 25 Prozent an Wert verloren hatte. Manche Anleger nutzen den Rücksetzer als Einstieg.
Parallel dazu beflügelt SpaceX eine ganz andere Ecke des Marktes: SPACs. Die Logik ist einfach — wenn ein Mega-IPO wie SpaceX, ergänzt durch erwartete Börsengänge von Anthropic und OpenAI, den Großteil der Investorenaufmerksamkeit und des verfügbaren Kapitals aufsaugt, suchen kleinere Unternehmen alternative Wege an die Börse. Blankscheck-Gesellschaften bieten diese Abkürzung. Weltweit wurden in diesem Jahr bereits 44 SPAC-Fusionen im Wert von 36,9 Milliarden Dollar angekündigt — nach 33 Deals mit einem Gesamtvolumen von 15 Milliarden Dollar zum gleichen Zeitpunkt 2025.
Für SpaceX selbst wartet die nächste technische Bewährungsprobe in wenigen Wochen: die Aufnahme in den Nasdaq-100 im Juli. Dann könnten passive Indexfonds zwangsläufig Anteile kaufen müssen — was dem Kurs weiteren strukturellen Rückenwind geben dürfte.
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