SpaceX Aktie: HSBC startet mit 115-Dollar-Ziel
HSBC startet SpaceX-Bewertung mit Hold und 115 Dollar. Trotz Innovationsaufschlag sehen Analysten den positiven Marktkonsens bereits eingepreist.

- HSBC startet Coverage mit Hold
- Kursziel liegt bei 115 Dollar
- Alphabet hält 94 Milliarden Dollar Beteiligung
- Starlink und KI-Ambitionen bereits eingepreist
Ausgerechnet jetzt, wo SpaceX-Aktionäre ohnehin schon nervös auf die Kurstafel schauen, meldet sich HSBC mit einem ernüchternden Urteil zu Wort. Die Bank startet ihre Coverage mit „Hold“ und einem Kursziel von 115 Dollar. Für ein Papier, das gerade erst brutal an Wert verloren hat, ist das kein Vertrauensbeweis.
Der Kurs schloss am Freitag bei 101,18 Euro, ein Minus von 2,60 Prozent an einem einzigen Tag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 6,61 Prozent zu Buche, über einen Monat sind es sogar 25,71 Prozent. Vom Jahrestief bei 97,54 Euro, markiert erst am 23. Juli, trennen die Aktie gerade einmal 3,73 Prozent.
Selbst die optimistische Bewertung bringt kaum Luft nach oben
HSBC hat sich bei der Bewertung etwas Ungewöhnliches einfallen lassen. Statt eines klassischen Konglomerat-Abschlags rechnet die Bank mit einer Summe-der-Einzelteile-Methode und schlägt einen doppelten „Innovationsaufschlag“ obendrauf. Der Grund: Elon Musks Erfolgsbilanz beim Kommerzialisieren disruptiver Technologien soll honoriert werden.
Als Vorlage diente die Kursentwicklung von Tesla in dessen ersten zehn Börsenjahren. Trotz dieser wohlwollenden Anpassung kommt HSBC zu einem ernüchternden Schluss: Der Markt hat die guten Nachrichten längst eingepreist. Dazu zählen der Ausbau von Starlink, steigende Startaktivität und die KI-Ambitionen des Konzerns.
Selbst im optimistischsten Szenario der Bank, dem „Blue Sky“-Fall, liegt der faire Wert bei 293 Dollar je Aktie. Diese Bewertung setzt allerdings voraus, dass Starship ab 2027 kommerziell tragfähig wird und die Startkapazitäten weiter wachsen. HSBC warnt gleichzeitig vor unbewiesenen Wetten: Orbitale Rechenzentren, KI-Infrastruktur im All und die Halbleiterfertigung über das Terafab-Projekt gelten als spekulativ.
Hinzu kommt ein Governance-Punkt. Musk behält über seine Stimmrechte die faktische Kontrolle über das Unternehmen. Anleger sollten laut HSBC zudem auf künftig auslaufende Lock-up-Fristen achten, die nach kommenden Quartalsberichten den frei handelbaren Aktienanteil deutlich vergrößern könnten.
Alphabets 94-Milliarden-Dollar-Position
Parallel zur HSBC-Bewertung sorgt eine andere Zahl für Aufsehen. Alphabet hat erstmals seit dem Börsengang offengelegt, wie viel seine SpaceX-Beteiligung wert ist: rund 94 Milliarden Dollar, Stand 30. Juni. Diese Position reicht weit zurück.
Im Januar 2015 steckten Google und Fidelity gemeinsam eine Milliarde Dollar in SpaceX und sicherten sich damit knapp zehn Prozent am Unternehmen. Der Papiergewinn bleibt aber vorerst genau das: Papier. Sämtliche Anteile unterliegen Verkaufssperren, darunter 14,1 Milliarden Dollar, die bis zum dritten Quartal 2027 gebunden sind. Der Rest fällt unter die üblichen Post-IPO-Restriktionen, die erst nach dem ersten Quartalsbericht von SpaceX schrittweise auslaufen.
Da die Bewertung auf den 30. Juni datiert, spiegelt sie die aktuelle Marktlage nicht mehr. Seither hat die Aktie weiter nachgegeben. Alphabets Beteiligung dürfte also inzwischen weniger wert sein als in der Bilanz ausgewiesen.
Mehrere Belastungsfaktoren zugleich
Die HSBC-Einstufung trifft eine Aktie, die technisch bereits überverkauft wirkt. Der 14-Tage-RSI liegt bei 33,9, ein Signal für schwache Kursdynamik. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 67,12 Prozent, ein Wert, der auf erhebliche Nervosität am Markt hindeutet.
Ein Kursziel unterhalb des aktuellen Niveaus, eine milliardenschwere, aber irgendwann verkäufliche Beteiligung bei Alphabet und drohender zusätzlicher Angebotsdruck durch auslaufende Insider-Sperrfristen: Diese Kombination gibt Tradern derzeit mehrere Gründe zur Vorsicht.
Der Kernkonflikt bei SpaceX lässt sich damit klar benennen. Auf der einen Seite steht die Dominanz im kommerziellen Startgeschäft und die führende Position bei Satelliteninternet durch Starlink. Auf der anderen Seite stehen ambitionierte KI- und Weltraum-Infrastrukturwetten, die nach Einschätzung von HSBC auf deutlich härtere Konkurrenz treffen, als die aktuelle Bewertung unterstellt.
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