SpaceX Aktie: Kongressabgeordnete kaufen für 480.000 Dollar
Sechs US-Abgeordnete investieren in SpaceX während der Weltraumbranche einbricht. Prognosemärkte bleiben skeptisch trotz leichter Kurserholung.

- Politiker kaufen SpaceX-Aktien gegen den Trend
- Weltraumsektor erlebt heftigen Ausverkauf
- Rocket Lab und AST SpaceMobile verlieren deutlich
- Prognosemärkte sehen SpaceX-Kurs unter Druck
Während der gesamte Weltraumsektor einbricht, kaufen sechs US-Kongressabgeordnete SpaceX-Aktien. Das Timing wirft Fragen auf. Ausgerechnet in einer der schwächsten Wochen des Jahres für Raumfahrtwerte setzen Politiker aus beiden Lagern auf eine Erholung.
Politiker kaufen gegen den Trend
Fünf Republikaner und ein Demokrat meldeten frische SpaceX-Käufe im Gesamtwert zwischen 182.000 und 480.000 Dollar. Zu den Käufern zählen die Abgeordneten Lisa McClain, John James, Daniel Meuser, William Timmons, John McGuire und Gilbert Cisneros. Mehrere von ihnen sitzen in Ausschüssen, die SpaceX‘ Militärverträge oder das Starlink-Geschäft direkt berühren.
Die Offenlegungen kommen zu einem heiklen Zeitpunkt. Das US-Repräsentantenhaus hat vergangene Woche ein teilweises Handelsverbot für Kongressabgeordnete verabschiedet. Im Senat gilt das Gesetz als chancenlos.
Die Käufe fallen in eine Phase heftiger Verkäufe in der gesamten Branche. Selbst positive Nachrichten von Rocket Lab und AST SpaceMobile konnten den Ausverkauf nicht stoppen. Rocket Lab verlor 9 Prozent, AST SpaceMobile 8 Prozent — obwohl beide Unternehmen zuletzt gute Nachrichten präsentierten.
Ein Detail sticht dabei heraus: AST SpaceMobile ist für seine Satellitenstarts auf SpaceX angewiesen. Am 5. August sollen die Satelliten BlueBird 11, 12 und 13 an Bord einer Falcon 9 von Cape Canaveral aus starten, nach dem erfolgreichen Start von BlueBird 8 bis 10 im Juni. Das Unternehmen hängt am Erfolg jenes Konzerns, der den Sektor gerade nach unten zieht.
Prognosemärkte bleiben skeptisch
Die Handelsplattform Polymarket sieht eine Wahrscheinlichkeit von 56 Prozent für einen niedrigeren Tagesschluss bei SpaceX. Nur 54 Prozent der Trader glauben, dass die Aktie bis Monatsende über 110 Dollar bleibt. Der Optimismus der Kongressmitglieder teilt sich damit nicht auf die breite Anlegerschaft.
Die Positionen der Politiker lagen bereits unter Wasser. Acht aufeinanderfolgende Handelstage blieb die Aktie unter dem IPO-Preis von 135 Dollar. Seit dem Börsengang am 12. Juni hat SpaceX rund 30 Prozent an Wert verloren.
Am Dienstag markierte die Aktie mit 94,15 Euro ein neues 52-Wochen-Tief, bevor sie sich am Mittwoch wieder ins Plus drehte und bei 102,28 Euro schloss — ein Anstieg von 2,28 Prozent. Damit liegt der Kurs weiterhin 47,4 Prozent unter dem Rekordhoch von 194,46 Euro vom 16. Juni. Der RSI von 35,6 signalisiert eine überverkaufte Lage, während die annualisierte Volatilität von knapp 65 Prozent die Nervosität im Handel unterstreicht.
Der ganze Sektor leidet
Der Ausverkauf verschont auch die Konkurrenz nicht. Rocket Lab, Partner im „Golden Dome“-Raketenabwehrprogramm, sackte um 9 Prozent ab. Iridium verlor 3 Prozent — trotz der laufenden Übernahme des Satellitenbetreibers durch Rocket Lab im Volumen von 8 Milliarden Dollar.
Dabei hatte Rocket Lab erst am Montag seinen bislang größten Auftrag verkündet: einen Vertrag der US Space Force über 266 Millionen Dollar für zwölf suborbitale Starts, mit Option auf sechs weitere, verbunden mit einem neuen Startplatz in Kodiak, Alaska. Selbst dieser positive Katalysator konnte die Stimmung im Sektor nicht drehen.
Die Zurückhaltung erfasst auch spezialisierte Fonds. Der Procure Space ETF hält keine direkten SpaceX-Positionen, notiert aber trotzdem im Minus. Grund ist die hohe Gewichtung von Rocket Lab mit 5 Prozent und AST SpaceMobile mit 3,5 Prozent der Fondswerte — beides Titel, die derzeit unter Druck stehen.
Für SpaceX-Anleger liefern die Kongresskäufe ein konträres Signal: Einige sehen bei den aktuellen Kursen offenbar Wert, während Prognosemärkte und technische Indikatoren kurzfristig zur Vorsicht mahnen. Ob die moderate Erholung vom Mittwoch der Auftakt einer nachhaltigen Trendwende ist oder nur eine Verschnaufpause in der sechswöchigen Talfahrt, entscheidet sich an den kommenden operativen und finanziellen Meilensteinen des frisch gelisteten Raumfahrtkonzerns.
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