SpaceX Aktie: Lock-up endet am 6. August
SpaceX veröffentlicht erste Quartalszahlen nach Börsengang, während die Lockup-Frist für Milliarden Insideraktien endet und der Aktienkurs unter Druck steht.

- Erster Quartalsbericht nach Börsengang
- Lockup-Ende für 911,5 Millionen Aktien
- Aktie fällt auf 52-Wochen-Tief
- Starship-Testflug musste abgebrochen werden
SpaceX steuert auf eine entscheidende Woche zu. Am 4. August 2026 legt das Unternehmen nach Börsenschluss seinen ersten Quartalsbericht seit dem Börsengang vor. Nur zwei Handelstage später, am 6. August, endet die Lockup-Frist für Altaktionäre – dann werden bis zu 911,5 Millionen Insideraktien im Wert von rund 109,2 Milliarden Dollar handelbar. Das entspricht etwa 143 Prozent des ursprünglichen IPO-Angebots und gilt als potenziell größter Belastungsfaktor für die Aktie in diesem Sommer.
Der Kursverlauf der vergangenen Wochen zeigt bereits, wie nervös der Markt reagiert. Die Aktie war Mitte Juni zum IPO-Preis von 135 Dollar gestartet, kletterte anschließend bis auf ein Rekordhoch von 225,64 Dollar und fiel danach deutlich zurück. Am 21. Juli schloss der Titel bei 119,85 Dollar – ein Rückgang von rund 21 Prozent innerhalb von sieben Handelstagen. Aktuell notiert die Aktie bei 107,42 Euro und legt im heutigen Handel um 2,34 Prozent zu, nachdem sie am Vortag bei 104,96 Euro geschlossen hatte. Der Abstand zum erst am 20. Juli markierten 52-Wochen-Tief von 104,88 Euro beträgt damit nur noch 2,42 Prozent, während der 30-Tage-Rückgang bei gut 20 Prozent liegt. Der RSI von 35,3 deutet auf eine überverkaufte Marktlage hin.
Starship-Panne verschärft die Nervosität
Zusätzlichen Druck erzeugt das Raumfahrtprogramm selbst. Der Testflug der Starship-Rakete musste am 16. Juli wegen fehlgeschlagener Zündungen der Raptor-Triebwerke abgebrochen werden, zwei Triebwerke wurden anschließend ausgetauscht. Ein neuer Versuch für Flug 13 war für den 23. Juli angesetzt – es handelt sich um den zweiten Start der Starship-Version V3, bei dem 20 Starlink-V3-Satelliten auf suborbitaler Flugbahn ausgesetzt werden sollen, die sich nach rund 20 Minuten wieder in der Atmosphäre verglühen. Booster und Oberstufe sollen bei diesem Test nicht geborgen werden. Parallel dazu musste am 20. Juli auch ein Falcon-9-Start vom Weltraumbahnhof Vandenberg abgebrochen werden – der zweite Startabbruch in Folge.
Analysten uneins, Short-Seller wetten dagegen
Die Einschätzungen zur Bewertung gehen weit auseinander. Morgan Stanley nennt ein Kursziel von 300 Dollar, während die Bandbreite der Analystenschätzungen für den Quartalsumsatz zwischen 5,3 und 8,1 Milliarden Dollar liegt, bei einem erwarteten Verlust von 0,12 bis 0,42 Dollar je Aktie. Der Analystenkonsens auf der Plattform TipRanks fällt mit 23 Kauf-, 5 Halten- und einer Verkaufsempfehlung insgesamt optimistisch aus, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 243,81 Dollar. Morningstar bewertet den fairen Wert der Aktie hingegen deutlich niedriger bei 63 Dollar.
Der Leerverkäuferanteil an der Aktie wird mit rund 17 Prozent des Streubesitzes angegeben, deutlich über vergleichbaren Technologiewerten. Elon Musk warnte Leerverkäufer öffentlich, während Short-Seller im laufenden Kursrückgang Berichten zufolge bereits rund 4 Milliarden Dollar Gewinn verbucht haben sollen. Auf der Käuferseite positionierte sich Cathie Woods ARK Invest mit einem rund 20 Millionen Dollar schweren Einstieg in die schwächelnde Aktie.
Starlink als Ertragsbringer, Starship als Kostentreiber
Inhaltlich dürfte der Quartalsbericht vor allem zwei Geschäftsfelder in den Fokus rücken. Starlink erzielte 2025 einen Umsatz von 11,4 Milliarden Dollar bei zuletzt rund 12 Millionen Abonnenten und gilt als profitabler Kern des Geschäfts. Demgegenüber steht das Starship-Programm, das bislang mehr als 15 Milliarden Dollar verschlungen hat – allein 2025 rund 3 Milliarden Dollar, im ersten Quartal 2026 weitere 900 Millionen Dollar. Ohne funktionierende Starship-Flotte lassen sich weder die nächste Starlink-Generation V3 noch das NASA-Mondlandeprogramm realisieren. Zusätzlich belasten die Ausgaben für die KI-Tochter xAI mit rund 7,72 Milliarden Dollar allein im laufenden Quartal die Kostenseite. Wie das Unternehmen diese Investitionen künftig finanziert, dürfte neben der Lockup-Frist die zentrale Frage des Berichts am 4. August sein.
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