SpaceX Aktie: Morningstar sieht 780 Milliarden Wert

SpaceX startet Börsengang mit 150 Milliarden Dollar Nachfrage, Analysten sehen fairen Wert bei 780 Milliarden.

Die Kernpunkte:
  • Kaufaufträge über 150 Milliarden Dollar
  • Morningstar schätzt Wert auf 780 Milliarden
  • Milliardenverträge mit Google und Anthropic
  • S&P 500 Aufnahme frühestens 2027 möglich

Vier Tage vor dem Börsengang an der Nasdaq hat SpaceX ein Problem — aber nicht das, das man erwarten würde. Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem. Das eigentliche Risiko liegt woanders.

Investoren haben Kaufaufträge über rund 150 Milliarden Dollar eingereicht. Das ist doppelt so viel wie das angestrebte Emissionsvolumen von 75 Milliarden Dollar. Am 12. Juni soll die Aktie unter dem Kürzel SPCX an der Nasdaq starten. Der Ausgabepreis liegt bei 135 Dollar je Aktie. Damit strebt SpaceX eine Gesamtbewertung zwischen 1,75 und 1,78 Billionen Dollar an.

Morningstar sieht den fairen Wert bei weniger als der Hälfte

Genau hier beginnt die Debatte. Morningstar schätzt den fairen Wert des Unternehmens auf 780 Milliarden Dollar — weniger als die Hälfte der angestrebten Bewertung. Baron Capital hat trotzdem eine Milliarde Dollar in Aktien geordert. Institutionelle Investoren kaufen also, obwohl die Bewertung bei 94 bis 110 mal dem Jahresumsatz 2025 liegt.

SpaceX schreibt rote Zahlen. 2025 stand ein Nettoverlust von knapp 5 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal 2026 belief sich der Verlust auf 4,28 Milliarden Dollar. Treiber sind massive Investitionen in KI und Rechenzentren.

Milliardendeal mit Google und Anthropic

Genau diese KI-Infrastruktur ist das Argument der Bullen. Google hat einen Mehrjahresvertrag über rund 32 Milliarden Dollar abgeschlossen. Ab Oktober 2026 zahlt der Konzern 920 Millionen Dollar pro Monat für den Zugang zu 110.000 Nvidia-Prozessoren — bis Juni 2029. Anthropic kommt auf 1,25 Milliarden Dollar monatlich.

Zusammen bringen diese beiden Verträge SpaceX jährlich rund 26 Milliarden Dollar ein. Das verwandelt das Unternehmen schrittweise von einem Raumfahrtkonzern in einen KI-Infrastrukturanbieter.

S&P 500 bleibt vorerst außer Reichweite

Ein struktureller Nachteil bleibt: Der S&P 500 schließt SpaceX zunächst aus. S&P Dow Jones Indices lehnte eine beschleunigte Aufnahme ab, weil das Unternehmen die Profitabilitätskriterien nicht erfüllt. Die frühestmögliche Aufnahme ist Juni 2027. Bis dahin entgehen SpaceX passive Zuflüsse von geschätzt 14 bis 30 Milliarden Dollar.

Der Nasdaq-100 könnte das Unternehmen hingegen bereits nach 15 Handelstagen aufnehmen. Krypto-Börse Bybit startet parallel ein Tokenisierungsprogramm: Nutzer können sich bis zum 11. Juni für tokenisierte SPCX-Anteile registrieren, die 1:1 durch physische Aktien gedeckt sein sollen.

Die finale Preisfestsetzung erfolgt am 11. Juni. Einen Tag später beginnt der Handel — und damit auch die Antwort auf die Frage, ob der Markt Morningstar oder Baron Capital recht gibt.

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