SpaceX Aktie: Nasdaq-100-Einzug am Dienstag

SpaceX schafft den Sprung in den Nasdaq-100, die Aktie fällt jedoch um sechs Prozent. Analysten sehen Potenzial, während operative Meilensteine und Zukunftspläne die Bewertung stützen.

Die Kernpunkte:
  • Sprung in den Nasdaq-100
  • Kursrutsch von sechs Prozent
  • Analysten sehen Kurspotenzial
  • Starlink als KI-Infrastruktur

Ein historischer Meilenstein und ein blutroter Kurs am selben Tag. SpaceX schafft am Dienstag den Sprung in den Nasdaq-100 – einen der schnellsten Aufstiege in einen großen Aktienindex überhaupt. Die Aktie reagiert trotzdem mit einem Kursrutsch von rund 6 Prozent.

Wall Street startet mit optimistischen Kurszielen

Am selben Tag lief für SpaceX die Lock-up-Frist nach dem Börsengang aus. Mehrere große Investmentbanken nutzten den Termin, um ihre erste Bewertung der Aktie zu veröffentlichen.

Raymond James setzt mit „Strong Buy“ den bisher aggressivsten Akzent. Die Bank sieht ein Kursziel von 800 US-Dollar – das wäre ein Plus von rund 400 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs. Die Analysten bezeichnen SpaceX als „fundamentales Industrieunternehmen des 21. Jahrhunderts“ und verweisen auf die Marktführerschaft im Raketenstart-Geschäft. Andere Häuser bleiben deutlich zurückhaltender: Ihre Kursziele liegen zwischen 170 und 190 US-Dollar.

Milliardenschwere Indexkäufe treffen auf Gewinnmitnahmen

Der Nasdaq-100-Einzug erfolgt nur 15 Handelstage nach dem Börsengang am 12. Juni 2026. Möglich macht das Tempo eine kürzlich angepasste Nasdaq-Regel für besonders prominente Neulistings.

Analysten rechnen dadurch mit passiven Kapitalzuflüssen von mehr als 4 Milliarden US-Dollar. Indexfonds und ETFs wie der Invesco QQQ müssen ihre Portfolios anpassen und SpaceX-Aktien kaufen, um den neuen Indexwert abzubilden.

Trotz dieser erwarteten Kaufwelle schloss die Aktie am Dienstag bei rund 152 US-Dollar – ein Minus von 6 Prozent. Marktbeobachter sprechen von einem klassischen „Buy the rumor, sell the news“-Muster. Ein Großteil des Optimismus rund um die Indexaufnahme dürfte bereits in den Wochen zuvor eingepreist gewesen sein, als die Aktie intraday Höchstkurse über 225 US-Dollar erreichte.

Raketenstarts laufen im gewohnten Takt weiter

Operativ zeigt SpaceX keine Schwäche. Am Dienstagmorgen startete eine Falcon 9 von der Vandenberg Space Force Base zur Mission Transporter-17. An Bord: 81 Satelliten für den niedrigen Erdorbit, darunter der südkoreanische Erdbeobachtungssatellit CAS500-4 und das CyberCUBE-Labor der europäischen Raumfahrtagentur ESA.

Es war bereits der 79. Falcon-9-Start des Unternehmens in diesem Jahr. Besondere Aufmerksamkeit erhielt zudem der BOHR-Satellit von City Labs – die erste kommerzielle Nutzlast der USA mit Betavoltaik-Antrieb, also nuklearer Energieversorgung.

Starlink soll zum KI-Rückgrat werden

Parallel zum Indexeinzug reichte SpaceX bei der US-Regulierungsbehörde FCC einen Antrag ein, der die Dimension der künftigen Pläne zeigt. Beantragt wird die Genehmigung für eine „Gen-3“-Starlink-Konstellation mit 100.000 Satelliten.

Das Unternehmen begründet das Projekt mit dem explosionsartig wachsenden Datenbedarf durch künstliche Intelligenz. Starlink soll damit über das klassische Breitband-Geschäft hinauswachsen und zur globalen Infrastruktur für KI-Konnektivität werden.

Starship-Test als nächster Termin

Im Blick der Investoren steht nun der nächste Starship-Flug. Flight 13 ist für Juli 2026 angepeilt, vorbehaltlich letzter behördlicher Freigaben. Tests für Flight 13 und den nachfolgenden Flight 14 laufen bereits an den texanischen Anlagen des Unternehmens.

Die Aktie dürfte im ersten Monat nach dem Börsengang volatil bleiben. Die breite institutionelle Unterstützung und der gewaltige Umfang des Gen-3-Starlink-Projekts deuten aber darauf hin, dass die langfristige Bewertung von SpaceX zunehmend von der Telekommunikations- und KI-Infrastruktursparte abhängen könnte – neben dem etablierten Raketengeschäft.

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