SpaceX Aktie: Neues 52-Wochen-Tief bei 95,55 Euro

Der SpaceX-Aktienkurs fällt auf ein neues Jahrestief, während Shortseller hohe Buchgewinne verbuchen. HSBC startet Analyse mit Halte-Votum.

Die Kernpunkte:
  • Kurs nahe 52-Wochen-Tief
  • Short-Quote steigt auf 31 Prozent
  • HSBC sieht Aktie fair bewertet
  • Quartalszahlen und Lockup-Ablauf bevorstehend

Sieben Wochen in Folge fällt die SpaceX-Aktie. Leerverkäufer haben mittlerweile 15,5 Milliarden Dollar Buchgewinn angehäuft. Und Elon Musk schießt öffentlich gegen die Wall-Street-Bären zurück.

Kurs nähert sich der 100-Dollar-Marke

Am Montag verlor die Aktie von Space Exploration Technologies 1,26 Prozent und schloss bei 99,96 Euro. Damit rutschte der Titel auf ein neues 52-Wochen-Tief von 95,55 Euro. Seit dem Rekordhoch vom 16. Juni bei 194,46 Euro hat sich der Kurs damit fast halbiert.

Der RSI von 33,3 zeigt: Die Aktie ist technisch überverkauft. Eine klare Trendwende zeichnet sich aber noch nicht ab. Seit dem Börsengang im Juni ist der Titel damit auf dem direkten Weg zur psychologisch wichtigen 100-Dollar-Schwelle.

Leerverkäufer wetten immer aggressiver

Der anhaltende Kursverfall hat sich für Bären zu einem Glücksfall entwickelt. Wer früh gegen SpaceX gewettet hat, sitzt jetzt auf satten Buchgewinnen.

Laut Ortex Technologies waren Ende Juli fast 196 Millionen SpaceX-Aktien leerverkauft. Das entspricht rund 31 Prozent des frei handelbaren Streubesitzes. Zum Zeitpunkt des Börsengangs lag dieser Anteil noch bei 5 bis 7 Prozent, gemessen an etwa 40 Millionen Aktien.

Zwei Faktoren belasten den Kurs zusätzlich. Zum einen die Sorge der Investoren über schuldenfinanzierte KI-Ausgaben. Zum anderen der abgebrochene Starship-Start Mitte Juli, der rund 100 Milliarden Dollar Marktwert vernichtete.

Musk reagierte scharf auf die wachsende Short-Positionierung. Auf der Plattform X schrieb er, die Überlebenswahrscheinlichkeit von Firmen, die dauerhaft signifikante Short-Positionen gegen SpaceX halten, sei „sehr gering“.

HSBC sieht die Aktie fair bewertet

Vergangene Woche startete HSBC als erste große Bank die Coverage von SpaceX. Das Urteil: Halten, mit einem Kursziel von 115 Dollar.

Die Bank rechnet ihre Bewertung über eine Sum-of-the-Parts-Methode, inklusive eines doppelten „Innovationsaufschlags“ für Musks Erfolgsbilanz bei der Kommerzialisierung disruptiver Technologien. Selbst mit diesem Bonus sehen die Analysten die Aktie bereits voll bewertet.

HSBC erwartet bis 2027 anhaltende GAAP-Verluste. Einen positiven freien Cashflow sieht die Bank erst ab 2030 – und das erst, nachdem SpaceX kumuliert rund 106 Milliarden Dollar an Cash verbraucht hat. Im optimistischsten Szenario, das eine kommerziell tragfähige Starship-Rakete ab 2027 und eine Verdopplung der Startkapazität voraussetzt, käme die Aktie auf einen fairen Wert von 293 Dollar.

Zwei Termine entscheiden über die nächste Kursrichtung

Kommende Woche stehen zwei Ereignisse an, die für den weiteren Verlauf entscheidend werden könnten. SpaceX kündigte den 4. August als Termin für den ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen an.

Der Bericht öffnet zugleich die Tür für den nächsten Belastungstest: Am zweiten vollen Handelstag danach dürfen Investoren 20 Prozent ihrer gesperrten Aktien verkaufen – bis zu 911,5 Millionen Anteile.

Die Geschäftszahlen selbst liefern gemischte Signale. Im ersten Quartal 2026 erzielte SpaceX einen Umsatz von 4,69 Milliarden Dollar bei einem operativen Verlust von 1,94 Milliarden Dollar. Starlink trug mit 3,26 Milliarden Dollar Umsatz und 1,19 Milliarden Dollar operativem Gewinn die Hauptlast, während die KI-Sparte bei 818 Millionen Dollar Umsatz einen operativen Verlust von 2,47 Milliarden Dollar einfuhr.

Die Nutzerzahlen bei Starlink wachsen kräftig: von 5 Millionen vor einem Jahr auf 10,3 Millionen zum Ende des ersten Quartals. Der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer sank allerdings von 86 auf 66 Dollar monatlich, weil SpaceX zunehmend in günstigere Märkte expandiert.

Mit einem Kurs nahe dem HSBC-Kursziel und einer Short-Quote auf historischem Niveau für ein frisch gelistetes Unternehmen bündeln sich Quartalsbericht und Lockup-Ablauf zu einer entscheidenden Woche für die Aktie.

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