SpaceX Aktie: Oppenheimer hebt Kursziel auf 280 Dollar
SpaceX gewinnt an der Börse, während KI-Hoffnungen, hohe Investitionen und ein anstehender Starship-Test die weitere Entwicklung prägen.

- Aktie klettert zurück über 150 Dollar
- Oppenheimer hebt Kursziel auf 280 Dollar
- KI-Ausgaben steigen auf 15,83 Milliarden Dollar
- 319 Millionen Aktien werden freigegeben
SpaceX ist am Donnerstag mit einem Kurssprung von 6,4 Prozent auf 149,74 US-Dollar wieder in die exklusive Gruppe der Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von zwei Billionen Dollar aufgestiegen. Erstmals seit Anfang Juli überschritt die Aktie damit wieder die Marke von 150 Dollar.
Auslöser der Rally war eine erneute Kurszielanhebung von Oppenheimer-Analyst Timothy Horan, der sein Ziel von 250 auf 280 Dollar hochschraubte und SpaceX explizit als Profiteur der derzeitigen Rechenkapazitäts-Knappheit einstuft – ein Aufwärtspotenzial von rund 85 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs. Der Marktkonsens liegt bei etwa 225 Dollar, JPMorgan sieht 240 Dollar als fairen Wert.
Im deutschen Handel notiert die Aktie am Freitag bei 129,84 Euro, ein Plus von 0,8 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 128,80 Euro. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 6,3 Prozent zu Buche, über die vergangenen 30 Tage hat sich das Papier um rund 39 Prozent verteuert.
KI-Wachstum als neue Erzählung
Horans Optimismus speist sich aus einer nach oben korrigierten langfristigen Umsatzprognose für das KI-Geschäft von SpaceX, das er um rund zehn Prozent anhob. Als „transformativ“ bezeichnet er die Übernahme des Software-Unternehmens Cursor.
Die Debatte unter Analysten bleibt dabei durchaus kontrovers: Während Raymond James ein Kursziel von 800 Dollar ausruft, sieht Morningstar den fairen Wert bei lediglich 63 Dollar. Diese enorme Spannbreite spiegelt die grundsätzliche Unsicherheit darüber wider, wie stark sich SpaceX tatsächlich vom Raketenbauer zum KI-Infrastrukturanbieter wandelt – ein Umbau, der laut S-1-Unterlagen bereits knapp 93 Prozent des adressierten Gesamtmarkts von 28,5 Billionen Dollar ausmachen soll.
Kritiker verweisen auf das enorme Kapitalrisiko: Allein im zweiten Quartal wandte das Unternehmen 15,83 Milliarden Dollar für KI-Investitionen auf, verglichen mit 749 Millionen Dollar im Vorjahresquartal, bei einem operativen Verlust von 1,26 Milliarden Dollar.
Besonders auffällig ist das Kaufverhalten südkoreanischer Privatanleger: Sie steckten zwischen Anfang August und Anfang September netto 333,64 Millionen Dollar in die Aktie – mehr als in jeden anderen ausländischen Titel.
SK Securities begründet dies mit der Erwartung, SpaceX werde 2026 einen Umsatz von 43,6 Milliarden Dollar erzielen, ein Plus von 133,5 Prozent, wobei das KI-Segment allein um 564,6 Prozent auf 21,3 Milliarden Dollar wachsen soll.
Unlock und Starship als Risikofaktoren
Der Höhenflug ist nicht ohne Risiko. Am 9. September werden 319 Millionen Aktien aus einer Lock-up-Frist entlassen, was zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen könnte. Optionshändler positionieren sich entsprechend gemischt: Es gibt mehr Put- als Call-Kontrakte, während große Einzeltrades eher neutral bis bullisch ausfallen.
Von den Höchstständen aus gerechnet hat SpaceX zwischenzeitlich über 1,2 Billionen Dollar an Marktkapitalisierung verloren – die aktuelle Erholung ist also erst ein Teilschritt zurück.
Entscheidend für die weitere Kursentwicklung dürfte der für Mitte September angesetzte 14. Testflug des Starship-Raumfahrzeugs werden. Erstmals soll dabei eine vollständige Orbitalinsertion gelingen, zudem hat SpaceX bei der US-Regulierungsbehörde FCC die Genehmigung beantragt, während des Fluges Starlink-Terminals zu betreiben.
Nach 13 Tests ohne Orbitalflug ruht auf diesem Versuch erhebliche Erwartungshaltung – ein Erfolg könnte laut Markteinschätzungen weiteres zweistelliges Kurspotenzial freisetzen, ein Fehlschlag dagegen die fragile Erholung schnell wieder infrage stellen.
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