SpaceX Aktie: Options-Handel startet 16. Juni

Der Optionshandel für SpaceX startet ohne Börsenhistorie, was hohe Volatilität und breite Spreads erwarten lässt.

Die Kernpunkte:
  • Optionshandel startet ohne Kurshistorie
  • Hohe implizite Volatilität erwartet
  • Aktie notiert 42% über IPO-Preis
  • Indexaufnahme und Greenshoe-Option ausgeübt

SpaceX-Aktionäre bekommen ab heute ein neues Werkzeug. Der Options-Handel auf die Aktie beginnt am Dienstag, den 16. Juni — und Marktbeobachter erwarten einen turbulenten Einstieg.

Kein Kursverlauf, kein Ankerpunkt

Das Problem für Optionshändler ist strukturell. SpaceX hat keine Börsenhistorie, keine realisierten Volatilitätsdaten, keine Skew-Kurve. Market Maker müssen Kontrakte bepreisen, ohne einen einzigen Referenzpunkt zu haben.

Das Ergebnis: breite Geld-Brief-Spannen und hohe implizite Volatilität in den ersten Handelssitzungen. Saxo bezeichnete den Start als eines der meisterwarteten Options-Ereignisse seit Jahren. Wer in den ersten Tagen handelt, zahlt dafür einen Aufpreis.

Hinzu kommt die Vergleichsgröße Tesla. Verhält sich SpaceX ähnlich wie Tesla, könnte die Aktie fast doppelt so volatil sein wie der Marktdurchschnitt. Das treibt die Nachfrage nach Absicherungen — und nach spekulativen Wetten.

Kursanstieg erhöht den Einsatz

Die Aktie hat sich seit dem Börsengang rasant bewegt. Am Montag schloss SpaceX bei 192,46 Dollar — mehr als 42 Prozent über dem IPO-Preis von 135 Dollar. Der Kursanstieg an einem einzigen Tag addierte rund 412 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung.

Am Dienstag lag der Kurs zuletzt bei 192,50 Dollar, mit einem Intraday-Hoch von 202 Dollar.

Diese Neubewertung macht die Optionsbepreisung noch schwieriger. Market Maker haben nicht nur keine Historik — sie starten auch von einem Niveau, das bereits weit vom Ausgabepreis entfernt liegt.

Greenshoe, Indexaufnahme, Lockup-Ende

Der Options-Start ist nur ein Element in einem vollen Nachrichtenkalender. Die Zeichnungsbanken haben die Mehrzuteilungsoption vollständig ausgeübt. Damit wurden zusätzlich rund 83,3 Millionen Aktien platziert. Das Gesamtvolumen des Börsengangs stieg auf 86,2 Milliarden Dollar — vor Emissionskosten von rund 500 Millionen Dollar.

Parallel läuft die Aufnahme in große Indizes. SpaceX soll noch im Juni in den Nasdaq 100 sowie in MSCI- und Russell-Large-Cap-Indizes aufgenommen werden. Das zwingt passive Fonds zum Kauf.

Außerdem plant SpaceX, einen Teil der Aktien früher als üblich für den Weiterverkauf freizugeben — gestaffelt nach Unternehmenskennzahlen, nicht nach der üblichen Sechsmonats-Frist. Einige Broker haben ihrerseits eigene Haltefristen für IPO-Aktien verhängt.

Die ersten Options-Sitzungen werden zeigen, wie aggressiv Investoren Aufwärtspotenzial und Absicherung bepreisen — in einem Markt, der gerade erst lernt, was SpaceX wert ist.

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