SpaceX Aktie: Quartalsbericht und Lockup-Ablauf am 4. und 6. August
Der SpaceX-Kurs setzt seine Talfahrt fort. Anleger warten gespannt auf den ersten Quartalsbericht und das Ende der Haltefrist für Insider-Aktien Anfang August.

- Kursrutsch auf 95,71 Euro
- Erster Quartalsbericht am 4. August
- Lockup-Ende am 6. August droht
- ARK Invest kauft trotz Verlusten zu
SpaceX rutscht am Dienstag weiter ab: Die Aktie verliert 4,25 Prozent und notiert bei 95,71 Euro, nachdem sie am Montag noch bei 99,96 Euro geschlossen hatte. Damit bleibt der Konzern trotz eines Börsenwerts von 1.332,66 Milliarden Euro einer der am stärksten unter Druck stehenden Großkonzerne der laufenden Woche. Anleger richten den Blick auf zwei Termine, die über die kommenden Wochen entscheiden dürften: den ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen am 4. August und den Ablauf einer Haltefrist für Insider zwei Tage später.
Erster Quartalsbericht und Lockup-Ablauf als Belastung
SpaceX hatte sich Mitte Juni mit einem Börsengang zu 135 US-Dollar je Aktie an die Nasdaq gewagt und dabei rund 75 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Seither ist der Kurs im US-Handel um mehr als die Hälfte von seinem Hoch aus dem Juni gefallen und lag zuletzt unter dem Ausgabepreis. Der Konzern hatte für 2025 einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden US-Dollar ausgewiesen, im ersten Quartal 2026 summierte sich das Minus auf 4,28 Milliarden US-Dollar. Am 4. August legt SpaceX erstmals als Publikumsgesellschaft Quartalszahlen vor.
Zwei Tage später, am 6. August, endet die Haltefrist für einen Teil der Insider-Aktien. Bis zu 911,5 Millionen Aktien könnten dann verkäuflich werden – ein Volumen, das angesichts eines Streubesitzes von nur rund 4,9 Prozent der Gesamtaktien erhebliches Verkaufspotenzial birgt. Genau diese Kombination aus dünnem Streubesitz und bevorstehender Freigabe großer Aktienpakete gilt als zentraler Belastungsfaktor für den Kurs. Analysten verweisen zudem auf den hohen Kapitalbedarf des Konzerns: Allein im ersten Quartal floss ein Investitionsvolumen von 7,7 Milliarden US-Dollar in KI-Vorhaben, auf das Jahr hochgerechnet ein Vielfaches der 12,7 Milliarden US-Dollar aus dem Vorjahr.
Analysten uneins: Morgan Stanley warnt, Wall Street Zen stuft ab
Die Ratingagentur Wall Street Zen senkte ihre Einstufung für SpaceX von Hold auf Sell, während das durchschnittliche Analystenrating weiterhin bei „Moderate Buy“ mit einem Kursziel von 230,50 US-Dollar liegt. Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas hält an seiner Übergewichten-Einstufung mit einem Kursziel von 300 US-Dollar fest, warnt aber zugleich: Fällt die Aktie auf 100 US-Dollar, würde dies bedeuten, dass der Markt dem KI-Geschäft von SpaceX praktisch keinen Wert mehr beimisst – obwohl dieser Bereich nach seiner Einschätzung für mehr als die Hälfte des fairen Werts stehen sollte. Der Wirtschaftskommentator Peter Schiff warnte unterdessen davor, in den Hype um frisch gelistete Unternehmen wie SpaceX zu investieren, während die Investoren Gary Black und Ross Gerber dem Unternehmen weiterhin Unterstützung aussprachen.
Leerverkäufer hatten von der Talfahrt bereits deutlich profitiert: Ein hoher Anteil des Streubesitzes war zuletzt für Shortpositionen verliehen, die Papiergewinne der Shortseller beliefen sich auf mehrere Milliarden US-Dollar.
ARK Invest kauft nach, Starship liefert Erfolgsmeldung
Nicht alle Investoren ziehen sich zurück. Cathie Woods ARK Invest kaufte am Montag rund 124.500 SpaceX-Aktien im Wert von etwa 14,3 Millionen US-Dollar und stockte damit ihre Position trotz der laufenden Talfahrt weiter auf. Der Fondsmanager begründete damit erneut seine Strategie, in Kursschwächen bei Technologiewerten zu investieren.
Operativ hatte SpaceX zuletzt einen technischen Erfolg zu vermelden: Der Starship-Testflug Nummer 13 am 24. Juli verlief nach Unternehmensangaben planmäßig. Die Rakete setzte 20 Starlink-V3-Satelliten aus, zündete das Raptor-Triebwerk erfolgreich im All neu und wasserte kontrolliert im Indischen Ozean. Dass dieser technische Fortschritt den Kursverfall bislang nicht bremsen konnte, unterstreicht, wie stark die bevorstehenden Termine – Quartalsbericht und Lockup-Ablauf – das Anlegerverhalten aktuell dominieren. Mit einem RSI von 31,1 gilt das Papier charttechnisch bereits als überverkauft, was kurzfristig für erhöhte Schwankungen sorgen dürfte, bis am 4. August erstmals belastbare Geschäftszahlen vorliegen.
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