SpaceX Aktie: Quartalsbericht und Lockup-Ende diese Woche

SpaceX veröffentlicht erste Quartalszahlen seit Börsengang, während das Ende der Haltefrist für Altaktionäre zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugt.

Die Kernpunkte:
  • Erste Quartalszahlen seit Börsengang
  • Lockup-Ende bringt 911,5 Millionen Aktien
  • Analysten uneins über fairen Wert
  • Aktie nahe Rekordtief, RSI überverkauft

SpaceX steuert auf zwei Ereignisse zu, die über die Kursrichtung der kommenden Wochen entscheiden dürften: Am Dienstag legt das Unternehmen erstmals seit seinem Börsengang Quartalszahlen vor, zwei Tage später endet eine Sperrfrist für Altaktionäre. Die Aktie notiert dabei so tief wie nie seit dem Listing im Juni.

Kurs nahe Rekordtief, überverkauftes Signal

Am Freitag verlor das Papier 3,48 Prozent und schloss bei 93,96 Euro. Damit liegt der Kurs 51,68 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch, das im Juni erreicht wurde. Der 14-Tage-RSI von 31,0 signalisiert eine überverkaufte Marktlage – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Abverkauf technisch weit fortgeschritten ist, auch wenn das keine automatische Trendwende garantiert. Auf Wochensicht summiert sich der Rückgang auf gut sechs Prozent, über 30 Tage sind es mehr als 33 Prozent.

Erste Bilanz als börsennotiertes Unternehmen

Am Dienstag veröffentlicht SpaceX seinen zweiten Quartalsbericht und den ersten seit dem Börsengang im Juni. Analysten erwarten einen Umsatz von rund 6,9 Milliarden Dollar, ein Plus von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Quartal hatte SpaceX 4,6 Milliarden Dollar Umsatz ausgewiesen, nach 4,06 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal – der Nettoverlust weitete sich jedoch von 528 Millionen auf 4,2 Milliarden Dollar aus. Für das Gesamtjahr rechnet der Konsens mit rund 39 Milliarden Dollar Umsatz, 2027 sollen es 73 Milliarden Dollar werden.

Getragen wird das Wachstum von zwei Säulen: Starlink zählte im ersten Quartal 10,3 Millionen Abonnenten und erlöste 3,3 Milliarden Dollar, während im Rechenzentrums- und KI-Geschäft milliardenschwere Abnahmeverträge anlaufen. Anthropic zahlt demnach 1,25 Milliarden Dollar monatlich für Rechenkapazität, Alphabet über 900 Millionen Dollar. Der Optionsmarkt preist für die Zahlen selbst eine Kursbewegung von 14 bis 15 Prozent ein, bei einer impliziten Volatilität von 163 Prozent für die Freitagsoptionen – ein Ausschlag in beide Richtungen bleibt also möglich.

Sperrfrist-Ende bringt Angebotsschwemme

Kaum sind die Zahlen verdaut, folgt der nächste Belastungstest: Am 6. August läuft die erste Lockup-Frist seit dem Börsengang aus. Bis zu 911,5 Millionen Aktien werden dann für Altaktionäre handelbar – nach Marktbewertung ein Gegenwert von rund 99 Milliarden Dollar. Diese Zahl übersteigt den aktuellen frei handelbaren Anteil der Aktie deutlich, da bislang nur ein kleiner Teil der Anteile am Markt zirkuliert. Hinzu kommt ein bereits hoher Anteil an Leerverkäufen: Der Short-Interest liegt bei rund 219 Millionen Aktien, was etwa einem Drittel des aktuellen Streubesitzes entspricht. Weitere Sperrfristen laufen im weiteren Jahresverlauf aus, sodass der Angebotsdruck aus Insiderverkäufen SpaceX voraussichtlich noch länger begleiten wird.

Analysten uneins über den fairen Wert

Die Einschätzungen der Wall Street klaffen weit auseinander. Cantor-Fitzgerald-Analyst Colin Canfield bestätigte vor den Zahlen sein Kursziel von 246 Dollar und bleibt damit einer der optimistischsten Stimmen im Markt. Auch das Analysehaus Bernstein startete die Coverage mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 239 Dollar; als zentrale Werttreiber nennt Bernstein die Wiederverwendbarkeit der Starship-Rakete, den Aufbau eigener Halbleiterkapazitäten für bis zu 170.000 Satelliten, regulatorische Erleichterungen durch die US-Luftfahrtbehörde FAA sowie den Ausbau orbitaler Rechenzentren.

Nicht alle teilen diesen Optimismus. Der Analyst Brett Schafer von Motley Fool riet zuletzt zur Vorsicht und verwies auf dünne Margen im Weiterverkauf von KI-Rechenleistung sowie auf das bevorstehende Lockup-Ende als Belastungsfaktor. Auch Morningstar hatte den fairen Wert der Aktie bereits vor dem Börsengang deutlich unter dem späteren Ausgabepreis angesetzt. Diese Bandbreite an Einschätzungen – von deutlich zweistelligen Kurszielen am oberen bis zu skeptischen Bewertungen am unteren Ende – zeigt, wie unterschiedlich die Wall Street das Geschäftsmodell zwischen Raumfahrt, Satelliteninternet und KI-Infrastruktur derzeit gewichtet.

Für Anleger dürfte die Kombination aus Quartalsbericht und Lockup-Ende in dieser Woche richtungsweisend sein: Bestätigen die Zahlen das erwartete Umsatzwachstum, könnte das die überverkaufte technische Lage konterkarieren. Enttäuschen sie, träfe eine schwache Reaktion auf eine ohnehin schon dünne Handelsbasis – und auf Millionen zusätzlicher Aktien, die ab Donnerstag erstmals verkauft werden dürfen.

Anzeige

SpaceX-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SpaceX-Analyse vom 3. August liefert die Antwort:

Die neusten SpaceX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SpaceX-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

SpaceX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu SpaceX