SpaceX Aktie: Rekordzahlen, roter Kurs

SpaceX übertrifft Umsatzerwartungen deutlich, verzeichnet aber Kursverluste. Investitionen in KI-Infrastruktur und das Auslaufen der Lockup-Frist sorgen für Verunsicherung.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzplus von 92 Prozent
  • KI-Investitionen belasten Aktienkurs
  • Lockup-Ablauf erhöht Angebotsdruck
  • Musk verspricht Milliardenumsatz bis 2030

Mehr Umsatz, weniger Verlust, ambitioniertere Ziele — und trotzdem schickten Anleger die SpaceX-Aktie am Mittwoch vorbörslich rund zehn Prozent nach unten. Der erste Quartalsbericht seit dem Börsengang im Juni zeigt ein Unternehmen im Umbau: Aus dem Raketenbauer wird zunehmend ein KI-Infrastrukturkonzern. Genau das schien einigen Investoren nicht zu gefallen.

Starke Zahlen, teure Wette

SpaceX setzte im zweiten Quartal 7,8 Milliarden Dollar um, ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich über den Erwartungen von rund 6,9 Milliarden Dollar. Der Nettoverlust schrumpfte auf 541 Millionen Dollar, nach etwa einer Milliarde Dollar ein Jahr zuvor. Das bereinigte EBITDA verdreifachte sich fast auf 3,5 Milliarden Dollar.

Getragen wird das Wachstum von zwei sehr unterschiedlichen Sparten. Starlink blieb mit 4,29 Milliarden Dollar Umsatz und 1,66 Milliarden Dollar operativem Gewinn der wichtigste Ergebnisbringer — die Kundenzahl kletterte binnen drei Monaten von 10,3 auf 12 Millionen. Das KI-Geschäft wuchs im Jahresvergleich um rund 250 Prozent auf 2,56 Milliarden Dollar, verschlang aber allein im Quartal 15,8 Milliarden Dollar an Investitionen. Das eigentliche Raumfahrtgeschäft mit Falcon 9 und Starship blieb mit einem operativen Minus von 542 Millionen Dollar defizitär.

Die Gesamtinvestitionen summierten sich auf 18,4 Milliarden Dollar — sechsmal so viel wie im Vorjahresquartal. Genau diese Zahl war es, die den Kurs belastete: Anleger fragen sich, wie schnell sich der Rechenzentren-Ausbau amortisiert, auch wenn Finanzchef Bret Johnsen von einer Amortisationszeit unter einem Jahr sprach.

Musks Billionen-Versprechen

Elon Musk nutzte die Analystenkonferenz für die nächste große Ansage: Die Billion-Dollar-Umsatzmarke soll SpaceX nun schon 2030 erreichen, ein Jahr früher als bisher geplant. Aktuell ist der Konzern davon weit entfernt — selbst Amazon, mit knapp 717 Milliarden Dollar Jahresumsatz 2025 der größte US-Handels- und Cloud-Konzern, kommt der Marke näher als SpaceX. Musk begründete die Beschleunigung mit dem KI-Geschäft und kündigte an, Rechenzentren ins All zu bringen sowie Starlink stärker gegen klassische Mobilfunkanbieter zu positionieren.

Analysten uneins, Lockup rückt näher

Die Reaktion der Bankenwelt fällt gespalten aus. Goldman Sachs hob das Kursziel auf 220 Dollar an und bestätigte „Buy“, Macquarie bleibt bei 250 Dollar und „Outperform“, Mizuho sieht 200 Dollar. Piper Sandler dagegen senkte sein Ziel von 156 auf 140 Dollar und verwies auf die bald um mehr als 140 Prozent steigende Zahl handelbarer Aktien. Die Kursziele der Analysten reichen aktuell von 140 bis 255 Dollar — ein Spread, der die Unsicherheit über Bewertung und Kapitalrendite widerspiegelt.

Der Grund für Piper Sandlers Vorsicht: Am Donnerstag läuft die Haltefrist für Aktien von Firmeninsidern und frühen Investoren aus. Ein größeres Angebot bei gleichbleibender Nachfrage könnte den Kurs zusätzlich unter Druck setzen — die Aktie notiert bereits unter ihrem Ausgabepreis von 135 Dollar und weit unter ihrem Hoch von über 225 Dollar kurz nach dem Börsengang Mitte Juni.

Parallel dazu peilt SpaceX operativ den nächsten Meilenstein an: Noch in diesem Monat soll ein Fangversuch beider Starship-Stufen bei Flug 14 stattfinden — der erste Testflug mit den neuen V3-Starlink-Satelliten an Bord.

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