SpaceX Aktie: Starlink-Verdopplung!
Starlink wächst, während Analysten KI-Rechenzentren als künftigen Umsatztreiber sehen und Starship weiterhin hohe Kosten verursacht.

- Starship setzte 26 Satelliten im Orbit aus
- Triebwerksausfall verkürzte den Testflug
- Starlink erreichte zwölf Millionen Abonnenten
- KI-Rechenzentren sollen zum Umsatztreiber werden
Zwischen spektakulären Flammen an der texanischen Küste und den kühlen Erwartungen des Parketts klafft derzeit eine bemerkenswerte Lücke. Am gestrigen Montag feierte SpaceX mit dem 14. Testflug seines Starship-Systems einen Meilenstein: Das gigantische Raumfahrzeug erreichte erstmals den niedrigen Erdorbit und setzte 26 Starlink-V3-Satelliten im All ab.
Doch die Börse reagierte verhalten auf das Raumfahrtspektakel, bei dem ein vorzeitig abgeschaltetes Raptor-Triebwerk die ursprünglich auf zehn Stunden angesetzte Mission auf rund drei Stunden verkürzte. Wer die Bewertung des Raumfahrtpioniers verstehen will, darf den Blick jedoch nicht an den Startrampen von Starbase verengen.
Das Raumfahrtunternehmen vollzieht im Hintergrund eine fundamentale Transformation. Es wächst aus der Rolle des reinen Transporteurs heraus und baut sich zum weltraum- und erdgestützten Infrastrukturgiganten um.
Der teure Traum vom Mond
Die technischen Realitäten holten die Euphorie schnell ein. Nach dem Triebwerksausfall wasserte das Starship zwar kontrolliert im Nordpazifik nahe Hawaii, doch Reuters berichtete am heutigen Dienstag, dass der Vorfall den straffen Zeitplan der NASA für bemannte Mondlandungen im Rahmen des Artemis-Programms weiter belasten könnte. Mehr als 15 Milliarden US-Dollar flossen bislang in die Entwicklung des wiederverwendbaren Transportsystems.
Solche Rückschläge illustrieren das Risiko kapitalintensiver Weltraumprojekte. Im zweiten Quartal 2026 verbuchte die klassische Raumfahrtsparte bei einem Umsatz von 962 Millionen US-Dollar einen operativen Verlust von 542 Millionen US-Dollar.
Dass das Starship beide Stufen künftig vollautomatisch und rasch wiederverwenden soll, ist die Grundvoraussetzung, um die Startkosten auf ein Viertel des heutigen Niveaus zu drücken. Bis dahin bleibt der Flugkörper ein gewaltiger Kostenfaktor. Doch ist die Trägerrakete tatsächlich noch das Herzstück des Investment-Case?
Rechenzentren statt Raketenstufen
Die eigentliche Wachstumsfantasie liegt längst in der Kombination aus Datenübertragung und gigantischen Rechenkapazitäten. Die gestern ausgesetzten V3-Satelliten fügen dem Starlink-Netzwerk laut Unternehmensangaben zusammen rund 26 Terabit pro Sekunde an Kapazität hinzu. Jeder einzelne Flugkörper bietet gegenüber der Vorgängergeneration die rund zehnfache Downlink-Kapazität.
Starlink zählte Ende des zweiten Quartals 2026 bereits 12 Millionen Abonnenten, was einer Verdopplung binnen Jahresfrist entspricht. Der weltweite Hunger nach Konnektivität treibt das Geschäft: Das Analysehaus Bernstein schätzt, dass die Erlöse aus dem Breitbandgeschäft mit Verbrauchern und kleineren Unternehmen bis 2031 rund 64 Milliarden US-Dollar erreichen könnten.
Noch drastischer verschiebt sich das Gewicht in Richtung der künstlichen Intelligenz.
Analyst John Blackledge prognostiziert, dass nicht etwa das traditionelle Startgeschäft, sondern die Vermietung terrestrischer KI-Rechenkapazität an Kunden wie Google und Anthropic bis zum ersten Quartal 2027 zum größten Umsatzbringer des Konzerns aufsteigen wird. Die dafür vorgesehene Rechenzentrumskapazität soll von 2,1 Gigawatt im Jahr 2026 auf 6 Gigawatt bis Ende 2027 wachsen.
Neue Bewertungsmaßstäbe
An den Finanzmärkten prallen diese Welten aufeinander. Das Papier, das am heutigen Dienstag im europäischen Handel bei 131,50 Euro notiert und ein Tagesplus von 2,7 Prozent verbucht, spiegelt die Suche der Investoren nach Orientierung wider. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro liegt der Kurs mit einem Abschlag von 32 Prozent noch spürbar zurück.
Die Skepsis rührt aus den hohen Anlaufkosten.
Wer SpaceX analysiert, muss sich daran gewöhnen, dass dieser Konzern nicht mehr an den Maßstäben traditioneller Luft- und Raumfahrtunternehmen gemessen werden kann. Die Trägerraketen sind das sichtbare Spektakel – das ökonomische Schicksal entscheidet sich jedoch an der Schnittstelle von orbitaler Dateninfrastruktur und gigantischen Rechenzentren.
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