SpaceX Aktie: Starship-Abbruch kostet 100 Milliarden

Der fehlgeschlagene Starship-Start ließ den SpaceX-Aktienkurs unter den Emissionspreis fallen. Die Marktkapitalisierung schrumpfte um rund 100 Milliarden Dollar.

Die Kernpunkte:
  • Starship-Start in letzter Sekunde abgebrochen
  • Aktienkurs fällt unter IPO-Niveau
  • Marktwert um 100 Milliarden Dollar gesunken
  • Nächster Startversuch für Montag geplant

Ein Zündproblem bei zwölf Raketentriebwerken hat gereicht, um SpaceX rund 100 Milliarden Dollar an Marktwert zu kosten. Am Donnerstag brach die Starship-Rakete ihre Startsequenz in Texas Sekunden vor dem Abheben ab. Elon Musk bestätigte über X, dass mehrere Triebwerke nicht gezündet hatten. Ein automatisches Sicherheitssystem stoppte daraufhin den Start.

Es war bereits der 13. Testflug des Starship-Programms. SpaceX plant einen erneuten Versuch bereits für Montag, den 20. Juli.

Kurs fällt unter IPO-Niveau

Der Abbruch traf eine Aktie, die schon vorher unter Druck stand. SpaceX-Aktien schlossen am Freitag bei 108,40 Euro, ein Minus von 5,39 Prozent an einem einzigen Tag. Damit rutschte der Kurs erstmals unter den IPO-Preis von 135 Dollar, zu dem das Unternehmen Mitte Juni an die Börse gegangen war.

Die Woche summierte sich auf einen Verlust von 14,78 Prozent. Über 30 Tage beträgt das Minus sogar 34,80 Prozent. Der RSI von 34,6 signalisiert eine Aktie, die sich der überverkauften Zone nähert.

Der Börsengang am 12. Juni hatte SpaceX rund 85,7 Milliarden Dollar eingebracht und die Marktkapitalisierung zunächst auf über 2 Billionen Dollar katapultiert. Am 16. Juni erreichte die Aktie mit 194,46 Euro ihr bisheriges Jahreshoch. Seitdem hat sie 44,26 Prozent an Wert verloren und steht nur noch knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 107,34 Euro, aufgestellt erst am Vortag. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund 1,56 Billionen Euro – gut eine Billion Dollar unter dem Höchststand von Mitte Juni.

Mehr als nur ein Raketenproblem

Der gescheiterte Start ist nicht die einzige Belastung. Eine abkühlende Technologiebranche und Unsicherheit über den weiteren Zinskurs der US-Notenbank drücken derzeit auf die Stimmung vieler Wachstumswerte. Hinzu kommt Konkurrenzdruck aus China: Peking meldete kürzlich die erste erfolgreiche kontrollierte Rückholung einer orbitalen Raketenstufe.

Für SpaceX steht beim Starship-Programm viel auf dem Spiel. Die Rakete soll künftig den Ausbau des Starlink-Satellitennetzes tragen und perspektivisch Tausende KI-Satelliten ins All bringen. Über 15 Milliarden Dollar hat das Unternehmen bereits in die Entwicklung gesteckt. SpaceX setzt dabei traditionell auf einen iterativen Testansatz – Rückschläge gehören zur Methode, auch wenn sie an der Börse teuer werden.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 93,16 Prozent zeigt, wie nervös der Markt die Aktie seit dem Debüt handelt. Der nächste Startversuch am Montag dürfte zeigen, ob sich das Blatt kurzfristig wenden kann oder ob der Abwärtstrend anhält.

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