SpaceX Aktie: Starship-Test vor dem Durchbruch?
Ein zusätzlicher NASA-Auftrag stärkt SpaceX’ Crew-Geschäft, während ein KI-Rechenvertrag ab Dezember neue Erlöse bringen soll.

- Starship-Flug frühestens am 28. September
- FAA-Genehmigung für den Start noch offen
- NASA ergänzt Vertrag um 946 Millionen Dollar
- KI-Rechenvertrag startet planmäßig im Dezember
Gestern montierte SpaceX die Starship-Oberstufe auf den Super-Heavy-Booster, um die Rakete für den ersten orbitalen Flugtest vorzubereiten. Medienberichten zufolge ist der Start von Flug 14 frühestens für den 28. September vorgesehen. Die Durchführung steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigung durch die US-Luftfahrtaufsicht FAA.
Für mich ist dieser bevorstehende Test weit mehr als ein spektakulärer Probelauf im texanischen Boca Chica. Das Projekt demonstriert den technologischen Vorsprung, den sich das Raumfahrtunternehmen gegenüber der weltweiten Konkurrenz erarbeitet hat. Gelingt der orbitale Flug, rückt die Vision einer vollständig wiederverwendbaren Schwerlastrakete in greifbare Nähe. Das dürfte die Kosten pro Tonne Fracht im Orbit weiter drastisch senken.
Operative Routine als stabiles Fundament
Während Starship für die Schlagzeilen sorgt, liefert das bestehende Trägersystem zuverlässige Erträge. Am 13. September absolvierte SpaceX bereits den 700. Start einer Falcon-Rakete, bei dem die letzten drei O3b-mPOWER-Satelliten für das Unternehmen SES ins All transportiert wurden. Diese enorme Taktung unterstreicht eine industrielle Reife, die in der Branche derzeit unerreicht ist.
Die US-Raumfahrtbehörde NASA honoriert diese Zuverlässigkeit regelmäßig mit neuen Aufträgen. Vor wenigen Tagen modifizierte die Behörde den bestehenden Vertrag um weitere 946 Millionen $.
Die Vereinbarung umfasst drei zusätzliche bemannte Dragon-Missionen zur Internationalen Raumstation bis zum Jahr 2030. Damit wächst das Gesamtvolumen des kommerziellen Crew-Programms für SpaceX auf 5,92 Milliarden $. Die staatliche Partnerschaft sichert eine solide Einnahmenbasis über Jahre hinweg.
Neue Geschäftsfelder jenseits des Transports
Bemerkenswert ist zugleich der strategische Schwenk in neue Erlösquellen. Finanzchef Bret Johnsen machte am 10. September eine beachtliche Vereinbarung über Rechenkapazitäten für künstliche Intelligenz publik. Der Vertrag hat ein Volumen von monatlich 1,11 Milliarden $ und soll am 1. Dezember 2026 anlaufen. Die Identität des Kunden blieb dabei ungenannt.
Dieser Vorstoß belegt eindrucksvoll, dass sich das Unternehmen längst von einem reinen Raketenbetreiber zu einer breit aufgestellten Technologie-Plattform wandelt. Wenn bestehende Satelliten- und IT-Strukturen genutzt werden können, um den boomenden Markt für KI-Berechnungen zu bedienen, eröffnen sich völlig neue Margenpotenziale abseits der klassischen Transportdienste.
Chancen überwiegen die operativen Risiken
Im vorbörslichen Handel notiert das Papier bei 130,64 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 194,46 Euro liegt der Wert damit aktuell rund 33 Prozent entfernt. Diese Konsolidierung spiegelt den Respekt des Marktes vor den gigantischen Entwicklungsaufwendungen und den regulatorischen Hürden wider. Jede Verzögerung bei der Startfreigabe durch die FAA bindet Kapital.
Unterm Strich überwiegen die Argumente für das Geschäftsmodell. Das Unternehmen kombiniert ein hochprofitables, nahezu monopolistisches operatives Kerngeschäft mit gewaltigen Wachstumsoptionen im Orbit.
Sollte der orbitale Testflug in den kommenden Tagen reibungslos verlaufen, dürfte dies den nächsten strategischen Entwicklungsschritt einleiten. Für Marktbeobachter bleibt die operative Dynamik eines der faszinierendsten Kapitel der jüngeren Wirtschaftsgeschichte.
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