SpaceX Aktie: Startabbruch im 13. Testflug
Der abgebrochene Starship-Testflug drückt die SpaceX-Aktie auf ein neues Rekordtief. Die Reparaturarbeiten an den Triebwerken verzögern den nächsten Start.

- Automatischer Startabbruch nach Triebwerksproblemen
- Aktienkurs fällt auf neues Rekordtief
- Reparatur von zwei Raptor-Triebwerken nötig
- Nächster Startversuch frühestens nächste Woche
Vier Sekunden vor dem Start. Dann brach der Bordcomputer den Countdown ab. Für SpaceX-Aktionäre war es der erste echte Stresstest seit dem Börsengang im Juni — und er ging schief.
Der 13. Testflug der Starship-Rakete sollte am Donnerstag von Starbase in Texas abheben. Stattdessen löste das automatische Flugsystem beim Countdown-Stand T-0 einen Halt aus. Die Telemetrie zeigte: Mindestens vier Triebwerke zündeten beim Startvorgang nicht.
Reparatur zieht sich in die nächste Woche
CEO Elon Musk meldete sich rasch zu Wort. Einige Triebwerke seien nicht angesprungen, das habe den automatischen Abbruch ausgelöst, schrieb er. Die Rakete werde nun ihren Treibstoff ablassen.
Musk kündigte an, zwei Raptor-Triebwerke auszubauen und zu ersetzen. Nur so lasse sich Vertrauen in einen sauberen Flug aufbauen. Der wahrscheinlichste Termin für den nächsten Versuch: Anfang kommender Woche.
Die Bodencrew begann sofort, die Rakete in einen sicheren Zustand zu bringen. Dabei ging es um Millionen Pfund tiefgekühltes Methan und Sauerstoff, die vollständig abgelassen werden mussten. Einen neuen Starttermin nannte SpaceX zunächst nicht.
Aktie fällt auf Rekordtief
Der Markt reagierte prompt. Im nachbörslichen Handel verlor die SpaceX-Aktie mehr als drei Prozent.
Das war nur der jüngste Rückschlag in einer ohnehin schwierigen Phase. Der Kurs schloss am Donnerstag bei 114,58 Euro — ein Minus von knapp zehn Prozent binnen einer Woche und mehr als 31 Prozent im Monatsvergleich. Damit notiert die Aktie nur noch hauchdünn über ihrem 52-Wochen-Tief von 114,30 Euro, erreicht erst in dieser Woche, und liegt gut 41 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 194,46 Euro aus der Mitte des Vorjahresmonats Juni.
Ein RSI von 37,6 signalisiert einen tendenziell überverkauften Markt. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von fast 94 Prozent zeigt, wie nervös der Handel mit dem noch jungen Börsenwert geworden ist.
Mehr als nur ein weiterer Testflug
Der abgebrochene Start hatte auch operativ hohe Bedeutung. Anders als beim Flug im Mai sollte diesmal erstmals eine Ladung von 20 produktionsreifen Starlink-V3-Satelliten ins All gebracht werden. Ingenieure wollten zudem Hardware-Änderungen bestätigen, die nach dem vorherigen Flug vorgenommen wurden.
Ein Erfolg hätte laut Beobachtern zwei Dinge geöffnet: den Weg zu regelmäßigeren Orbitalflügen und den ersten Versuch, die Oberstufe „Ship“ direkt mit dem Startturm an Startbase-Plattform 2 aufzufangen. Beides bleibt nun vertagt.
Der nächste Startversuch rückt frühestens auf kommende Woche. Bis dahin bleibt offen, ob die überarbeitete Version 3 der Starship-Rakete die versprochene Zuverlässigkeit tatsächlich liefert — ein Ergebnis, das angesichts der aktuellen Kursschwankungen direkten Einfluss auf die weitere Entwicklung der Aktie haben dürfte.
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